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Die Couplet AG sorgte mit ihrem neuen Programm für viel Spaß in der Heimatbühne.

Couplet AG

In der Kochler Heimatbühne tanzt sogar Elli, die Salmonelle

Die Couplet AG war mit ihrem neuen Programm in der Kochler Heimatbühne zu Gast.

Kochel am See Boa, wie eklig. Da steht eine herausgeputzte Diva auf der Bühne und erzählt davon, wie toll es für sie ist, die prallgelben Pickel x-beliebiger Mitmenschen auszudrücken. Grad, dass sie nicht sabbert vor Begeisterung. Und diese seltsame Dame ist längst nicht die einzige skurrile Gestalt, die die Couplet AG mit ihrem neuen Programm „Die Rache der Chromosomen“ mitbrachte auf die Bühne der Kochler Heimatbühne.

Schlag auf Schlag wechselten die vier Musik-Kabarettisten Bianca Bachmann, Jürgen Kirner, Bernhard Gruber und Berni Filser gut zwei Stunden lang von einer bizarren Rolle zur anderen. In kleinen szenischen Darstellungen wurden dabei unter anderem Themen behandelt, die ein jeder im Saal kennen dürfte. Etwa das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn sich ungeliebter Verwandtenbesuch ankündigt, von dem man schon im Vorhinein weiß, dass man ihn so schnell ganz sicher nicht mehr los wird. Und ganz sicher hat jeder schon einmal in seiner Ehe zu einer Lüge gegriffen. „Schatz, natürlich hast du abgenommen“ – aber Bärli auf die Größe kommt es doch nun wirklich nicht an“.

Derartige Späße waren zwar nicht durchsichtig, aber amüsant. Doch die Vier konnten besser. Satirisch unverfroren legten sie auch den Finger in so manch gesellschaftliche oder politische Wunde. Mal singend, mal musizierend und dabei Rollen und Kostüme im Akkord wechselnd, ging es von der Misere der Landwirtschaft über das Elend der Hartz-IV-Empfänger weiter zum armen, flaschensammelnden Rentner – einem irren Opa, der mit Franz-Josef Strauß reden kann und so erfährt, dass Donald Trump früher eine Krake war und in Loch Ness lebte. Keiner Rolle, und sei sie auf den ersten Blick auch noch so blöd, waren sich die Vier zu schade. Und manchmal machten sie auch einfach nur Schmarrn. Da hegte ein Säufer eine innige Liebesbeziehung zu seiner Leber, der er sogar den Namen Heidi gab. Und da tanzte eine Salmonelle namens Elli über die Bühne. Aber wer genau hin hörte, konnte hinter dem vordergründigen Blödsinn durchaus Kritik herauslesen – im Falle der Salmonelle etwa am Bayern-Ei-Skandal.

Ernste Themen kurios transportiert und dargeboten in einem Kaleidoskop aus Musik, Theater und Gesang. Aber man musste ja nicht in jede Aussage etwas hineininterpretieren. Wenn man nur lachen wollte, dann war das auch in Ordnung. Und das tat das Publikum. Dafür gab’s ein dickes Lob von Bianca Bachmann: „Kochel, Ihr seid’s so geil!“ Franziska Seliger

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