Insel Sassau im Walchensee
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Unberührte Natur gibt es auf der Insel Sassau. Damit das so bleibt, ist das Betreten des Naturreservats strengstens verboten. Auch Boote dürfen sich nur bis auf maximal 50 Meter nähern.

Unberührte Natur auf Sassau

Betreten streng verboten: Auf dieser Insel im Walchensee haben Menschen nichts verloren

  • Melina Staar
    VonMelina Staar
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Betreten verboten: Die Insel Sassau ist ein bemerkenswertes Naturreservat. 1978 erhielt sie diesen Status und steht unter besonderem Naturschutz.

Walchensee – „Das Besondere ist, dass dort kein Mensch und kein Wild vorbeikommt“, erklärt Rangerin Sabine Gerg. Bis auf 50 Meter darf sich außerdem kein Boot vom Wasser her nähern. Dadurch habe sich die Eibe dort gut ausbreiten können und es wurde eine Brutinsel für einheimische und Zugvögel. Besonders ist auch der Bergmischwald und das Totholz, die für Artenvielfalt sorgen. „So etwas hat man sonst nirgends“, sagt Gerg.

Insel Sassau im Walchensee: Unberührte Artenvielfalt - Betreten für Menschen strikt verboten

Deshalb müssen sie und ihre sieben Ranger-Kollegen die Insel stets besonders im Blick haben. Denn die schöne Insel zieht Neugierige an. „Wir machen regelmäßig Kontrollen.“ Dies geschieht mit Hilfe der Wasserwacht, die die Ranger mit den Booten zur Insel bringen. Sie selbst betreten das Schutzgebiet nicht. „Aber wenn wir dort jemanden ankern sehen oder sogar, dass jemand auf der Insel ist, müssen wir das massiv unterbinden.“

Doch zum Glück kommt es nicht so oft vor, dass sich wirklich jemand auf der Insel befindet. Zweimal mussten die Ranger im vergangenen Sommer Menschen ermahnen, die trotz der „Betreten-Verboten“-Schilder dort angelandet waren. Problematischer seien schon die Personen, die sich in Niedernach ein SUP ausleihen und dann zu nah an die Insel heranpaddeln. „Wir suchen daher auch den Kontakt zu den Verleihern, damit die ihren Gästen Bescheid sagen.“

Walchensee: Hinweisschilder auf Insel Sassau sollen besser sichtbar werden

Die bereits genannten Schilder sollen demnächst gegen noch besser sichtbare ausgetauscht werden – dafür benötigen auch die Ranger eine eigene Genehmigung von der Regierung von Oberbayern, dass sie die Insel aus diesem Grund betreten dürfen. „Aber eigentlich ist es jedem Segler bewusst, dass man dort Abstand halten muss“, sagt Gerg. Auch an Land weisen zahlreiche Schilder darauf hin, dass die Insel Sassau tabu ist, ebenso die Flyer, die die Ranger verteilen. Einige würden dies dennoch missachten. Häufig sei Aufklärungsarbeit notwendig.

Wird jemand erwischt, der die Insel betritt, so wird das Vergehen ans Landratsamt weitergeleitet. Dieses verhängt dann eine Strafe. Diese kann laut Landratsamts-Sprecherin Sabine Schmid bis zu 25 000 Euro betragen – in der Praxis aber mindestens im hohen dreistelligen Bereich.

Walchensee: Beim Betreten der Insel Sassau drohen hohe Strafen

Grundsätzlich aber sei der Wahnsinn am Walchensee noch nicht ausgebrochen. Vergangenes Jahr um diese Zeit habe man schon mit deutlich mehr Gästen zu tun gehabt. Nur an ein paar wenigen Tagen sei es bislang etwas voller gewesen, auch abends sei meist nicht so viel los. „Eventuell hat es sich durch die offenen Grenzen wieder verlagert“, so Gerg, die sich aber sicher ist, dass der Zulauf noch kommen wird.

Erst kürzlich waren Sabine Gerg und ihr Kollege Hans Adlwarth im BR-Fernsehen zu sehen. Im Bericht ging es um Camper, die im Naturschutzgebiet etwa am Walchensee übernachten. Dies sei ein Problem. „Wenn die Leute einfach die Schilder lesen würden, wäre es schon schön“, sagt Gerg. Manche würden inzwischen versuchen, sich zu verstecken, um nicht von den Rangern gefunden zu werden. „Da ist dann schon von Vorsatz auszugehen“, ärgert sich Gerg über die Unbelehrbaren. Die meisten aber kennen die Ranger schon und wüssten, „dass wir da sind, um aufzuklären, nicht um sie zu jagen“.

Einen einsatzreichen Nachmittag gab es kürzlich für die Wasserretter am Walchensee. Grund für die Einsatzdichte waren nicht zuletzt untypische Windverhältnisse. Noch mehr Nachrichten aus der Region Bad Tölz lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.

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