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Im Mai 2018 zog die Jachenauer Gemeindeverwaltung um.

Gemeinderat

Altes Rathaus in Jachenau: Mietinteressenten sagen ab

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Nutzungspläne für das ehemalige Jachenauer Rathaus haben sich zerschlagen.

Jachenau –Das gab Bürgermeister Georg Riesch in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bekannt: „Es ist sehr schade, aber unser Mieter ist uns abgesprungen“, sagt er.

Wie berichtet wollte ein Jachenauer Ehepaar in dem früheren Sitz der Gemeindeverwaltung eine Osteopathie-Praxis eröffnen. Auch Ganganalyse sowie orthopädische Einlegesohlen sollten dort angeboten werden. Außerdem gab es gemeinsam mit der Gemeinde Überlegungen, die Räumlichkeiten zeitweise für Yoga, Tagespflege für Senioren oder eine Hebammen-Sprechstunde zu nutzen. Das alles hat sich nun zerschlagen. Laut Riesch haben die Mietinteressenten mitgeteilt, dass sie „dem Mietvertrag in dieser Form nicht zustimmen“ könnten.

Ein Punkt, bei dem die beiden Parteien nicht zusammenkamen, war offenbar die alte Heizung. Wie die abgesprungenen Mieter auch gegenüber dem Tölzer Kurier wiederholen, funktioniere sie nicht, während Riesch im Gemeinderat versicherte, sie sei in Ordnung. In den aufwendigen Austausch der Heizung wollte jedenfalls keine der beiden Seiten investieren.

Davon abgesehen waren für die Mieter die Heizkosten nicht kalkulierbar. Für die Gemeinde wiederum kam der Vorschlag einer pauschalen Warmmiete „nicht in Frage“, wie Riesch sagte. In dem Brief an die Gemeinde hatten die Interessenten zudem die Corona-Pandemie als weiteren wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktor genannt.

Riesch bezeichnete die Absage als „sehr bitter“. Die Gemeinde habe „viel investiert“ und sei wiederholt auf Änderungswünsche im Mietvertrag eingegangen. „Aber man kann nicht wieder und wieder nachbessern, unser Kostenrahmen ist voll ausgeschöpft“, sagte er. Die Praxis wäre nach seiner Ansicht „eine Bereicherung für die Gemeinde“ gewesen.

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Die Ideen der Tagespflege und der Hebammensprechstunde wären laut den Mietinteressenten allerdings kaum zu verwirklichen gewesen. Eine Seniorenbetreuung scheitere an den behördlichen Auflagen. Und in einer kleinen Gemeinde wie der Jachenau gebe es nicht genug Schwangere, als dass sich eine Anlaufstelle für sie lohnen würde.

„Dass es eine kleine Gemeinde und ein altes Haus sind, das hat man doch vorher gewusst“, kritisierte Riesch. Im Nachhinein bedauerte er: „Wir hätten schon im Juni auf die Unterzeichnung des Mietvertrags bestehen sollen.“ Damals hätte die Praxis ursprünglich eröffnen sollen, doch es kam zu Verzögerungen.

Andererseits räumte er ein: „Das ist ein Unternehmen, da muss alles wohlüberlegt sein.“ Mit der Absage müsse man nun leben: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Gemeinsam mit den Gemeinderäten war er der Ansicht, dass man nun nach vorne schauen und die Räume neu zur Vernietung ausschreiben solle. „Es gibt Interessenten, die sie als Wohnung nutzen wollen. Das Problem ist, dass kein Bad drin ist.“  

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