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Still ruht der See : Um auch am Ufer die Wogen zu glätten, schlägt Jachenaus Bürgermeister Riesch vor, auf die Mauthäuschen zu verzichten – und auf Parkautomaten zu setzen.

Vorschlag von Georg Riesch

Parkautomaten statt Mauthäusl am Walchensee-Südufer?

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Um dem Chaos am Walchensee Herr zu werden, wünscht sich Jachenaus Bürgermeister Georg Riesch ein verändertes System für das Walchensee-Südufer.

Jachenau – Mauthäusl sind in modernen Zeiten eine Seltenheit geworden. Am Walchensee-Südufer gibt es sie noch. „Nicht mehr zeitgemäß“ findet das der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch. Auf den letzten Metern seiner Amtszeit, die am 30. April endet, hat er nun im Gemeinderat einem Vorschlag Nachdruck verliehen: Er würde sich stattdessen drei Parkautomaten wünschen.

Das Thema Walchensee liegt Riesch besonders am Herzen, und die letzte von ihm geleitete Gemeinderatssitzung am Dienstagabend nutzte der scheidende Rathauschef noch einmal, um seine Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen. „Wir haben viel Zeit und Geld investiert und im Walchensee-Workshop viele Vorschläge entwickelt“, sagt er. „Jetzt ist es an der Zeit, dass sie umgesetzt werden – aber das wird von einer Seite blockiert, und Vorschläge prallen dort ab.“ Das war als weiterer Schuss in Richtung Forstbetrieb zu werten. Schon in der vorigen Gemeinderatssitzung hatte Riesch kräftig gegen die Staatsforsten als Eigentümer der Mautstraße und der Flächen am Südufer vom Leder gezogen (wir berichteten).

Rieschs Gedanke zu den Parkautomaten: Nur diejenigen müssten bezahlen, die tatsächlich am Südufer parken, nicht aber Jachenauer, die die Straße auf dem Weg zur Wohnung, zur Arbeit oder Richtung Garmischer Krankenhaus nutzen. Zudem ließen sich aus seiner Sicht mit dieser Methode auch diejenigen Autofahrer mit abdecken, die morgens vor Öffnung oder abends nach Schließung der Mautstellen das Südufer anfahren. Nach Rieschs Schätzung würde das „mindestens ein Drittel mehr Einnahmen bringen“.

„Personal könnte man sinnvoller einsetzen“

Dass es nicht mehr in die moderne Zeit passe, an der Mautstelle mit Klein- und Wechselgeld zu hantieren, bestätige sich jetzt in der Corona-Pandemie, sagte der Bürgermeister. „Es kann nicht sein, dass der Mautposten zu jedem Autofenster reinredet und Kontakt mit Bargeld hat.“ Die Kosten für das Personal ließen sich nach Riesch Ansicht einsparen, „beziehungsweise man könnte das Personal sinnvoller einsetzen“.

Dann müsste freilich noch kontrolliert werden, ob in jedem Auto ein Parkschein liegt. Genügend Kräfte dafür sind nach Riesch Auffassung vorhanden. „Wir haben die Walchensee-Ranger, die Kommunale Verkehrsüberwachung und die Polizei.“ Die Kontrolleure hätten bei Einführung von Parkscheinen sogar mehr Handhabe als jetzt, da sie derzeit nur dem einen Strafzettel ausstellen könnten, der sein Auto abseits der Straße ins Naturschutzgebiet stelle.

Zuständig für die Mautposten und mögliche Parkautomaten wäre der Forstbetrieb. Dessen Leiter Rudolf Plochmann möchte Rieschs Vorschlag zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich diskutieren. Er verneint aber, dass er Parkautomaten rundweg ablehne. „Das ist aber etwas komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint.“

Abstimmen muss der künftige Gemeinderat

Der Forstbetrieb wolle dem Jachenauer Gemeinderat voraussichtlich im Mai seine Pläne für die Süduferstraße vorstellen und sei auch offen, Vorschläge der Gemeinde miteinzubeziehen. Wie berichtet sollen die Mautstationen auf beiden Seiten etwas weiter Richtung See versetzt werden, und daneben sollen jeweils Ausweichparkplätze entstehen. Außerdem ist die Installation einer Schranke vorgesehen, die bei Überfüllung des Gebiets geschlossen werden könnte. Für die Umsetzung braucht der Forstbetrieb eine bau-, eine naturschutz- und eine waldrechtliche Genehmigung. Eine Verwirklichung noch in diesem Jahr, wie sie sich Riesch wünscht, ist laut Plochmann aber nicht mehr möglich.

Über das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag wird der künftige Gemeinderat abstimmen müssen, der sich im Mai konstituiert. Riesch wird dann nicht mehr dabei sein. Er selbst kommentierte das so: „Ich hoffe, dass es an meiner Person liegt, und sich ab nächstem Monat etwas ändert.“

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