Neue Kleidung für die Ranger: Landrat Josef Niedermaier (li.) überreichte die Westen an die Naturbetreuer im Beisein von (ab 2. v. li.) Stefan Klaffenbacher (Bürgermeister Lenggries), Klaus Rauchenberger (Bürgermeister Jachenau), Florian Streibl (Landtagsabgeordneter) und dem Thorsten Glauber (bayerischer Umweltminister).
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Neue Kleidung für die Ranger: Landrat Josef Niedermaier (li.) überreichte die Westen an die Naturbetreuer im Beisein von (ab 2. v. li.) Stefan Klaffenbacher (Bürgermeister Lenggries), Klaus Rauchenberger (Bürgermeister Jachenau), Florian Streibl (Landtagsabgeordneter) und dem Thorsten Glauber (bayerischer Umweltminister).

Umweltminister Glauber stellt Modellprojekt Besucherlenkung vor – Neue Gebietsbetreuer für fünf Landkreise

Bad Tölz-Wolfratshausen: Spielregeln für die Erholung in der Natur

  • Melina Staar
    VonMelina Staar
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Der Termin sei mehr als notwendig gewesen, darin waren sich die Beteiligten einig. Mehrere Politiker aus dem Landkreis empfingen am Montag den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) zum Ortstermin an der Mautstraße zwischen Vorderriß und Wallgau. Dort wurde das Modellprojekt „Besucherlenkung Alpen“ gestartet.

Jachenau - Hintergrund des Treffens war die hohe Anzahl an Erholungssuchenden, die den bayerischen Alpenraum besuchen. „Wir sind an der Grenze der Belastbarkeit“, kommentierte der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger. Sein Lenggrieser Kollege Stefan Klaffenbacher pflichtete ihm bei: „Wir müssen den Leuten klar machen, dass sie raus müssen aus den Landschaftsschutzgebieten.“

Die Probleme hätten nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, betonte Landrat Josef Niedermaier. Nur hätten sie sich eben verschärft, als die Grenzen geschlossen waren und das Reisen kaum möglich war. „Die Herausforderung der Besucherlenkung hat sich gesteigert“, so Niedermaier. Es sei wichtig, dies nun auf die Reihe zu bringen. Denn der Tourismus sei bedeutsam, ebenso wie gegenseitiges Verständnis. Daher habe man die Kampagne „Naturschutz beginnt mit Dir“ gestartet. Die Ranger und Gebietsbetreuer würden eine essenzielle Arbeit ausführen. „Aufklärung, Schulung, richtiger Umgang“ seien die Eckpunkte.

„Kluge Kommunikation und klare Ansprache notwendig“

Es sei eine Herausforderung, sagte Minister Thorsten Glauber. „Der Trend geht zum Outdoor-Tourismus.“ Er habe Verständnis, dass es die Menschen in die „Bilderbuchkulisse“ verschlage, sagte er. Um aber alles unter Kontrolle zu bekommen, sei eine „kluge Kommunikation und klare Ansprache“ notwendig. Die Arbeit der Ranger und Gebietsbetreuer sei daher sehr wichtig, denn „sie bewegen sich im Spannungsfeld“. Sie müssten den Menschen klar machen, dass sie die Natur so hinterlassen, wie sie sie vorgefunden haben.

Im Rahmen des Modellprojekts soll zunächst in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen für insgesamt knapp eine Million Euro jeweils eine neue Gebietsbetreuerstelle geschaffen werden. Gefördert wird das Ganze durch den Naturschutzfonds. Außerdem sollen bestehende und erprobte Instrumente der Besucherlenkung gesammelt und bewertet werden. Bayernweit gebe es bereits verschiedene Ansätze für die Besucherlenkung – beispielsweise über eine App, die mitteilt, wenn es zu voll wird, oder übers Radio. Auch Drohnen könnten zum Einsatz kommen, um gezielt Menschen ausfindig zu machen, die sich an Orten befinden, wo sie nicht hin sollen.

Das Modellprojekt soll die Vernetzung von Naturbetreuern und Besucherlenkungsinitiativen forcieren. Naturbetreuer sollen zudem von gezielten Weiterbildungen profitieren. Als letzten Punkt wird die Zusammenarbeit mit Verbänden und Outdoor-Anbietern intensiviert. Glauber: „Ein ,No Limits‘ geht nicht. Es gibt ein Betretungsrecht für alle, aber es muss Spielregeln geben.“

Neuer Internetauftritt

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