Über die Rappinschlucht brachte die Bergwacht den verirrten Wanderer in sicheres Gelände.
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Über die Rappinschlucht brachte die Bergwacht den verirrten Wanderer in sicheres Gelände.

Bergwacht-Einsatz in der Nacht

Im Fels-Gelände vom Nebel überrascht: Junger Wanderer ruft um Hilfe - zwei Jäger sind seine Rettung

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Beim Wandern im Bereich Jachenau/Hirschhörndl/Rappinalm wurde ein Wanderer (21) am Freitagabend vom Nebel überrascht. Die Bergwacht rettete ihn aus unwegsamem Gelände.

Jachenau/Kochel am See – Auf einer Bergtour von der Jachenau in Richtung Hirschhörndl hat ein 21-jähriger Wanderer am Freitagabend die Orientierung verloren und ist in unwegsames Gelände geraten. Die Bergwachten Kochel und Lenggries starteten unter schwierigen Bedingungen eine nächtliche Such- und Rettungsaktion.

Wie Willi Härtle, Einsatzleiter auf Seiten der Lenggrieser Bergwacht, berichtet, war der junge Mann aus Germering auf seiner Tour vom Nebel überrascht worden und so von seiner Route abgekommen. Er fand sich schließlich auf der Nordseite des Hirschhörndl mit ihren steilen, felsigen Abbrüchen wieder und wusste nicht weiter. Handyempfang hatte der junge Mann keinen. So versuchte er, durch laute Hilferufe auf sich aufmerksam zu machen. Sein Glück im Unglück: Zufällig hielten sich gerade zwei Jäger im Bereich der Rappinalm auf, hörten die Hilferufe und setzten einen Notruf ab.

Suche nach Wanderer im Bereich von Rappinschlucht und Hirschhörndl

Daraufhin nahm die Bergwacht Kochel die Suche im Bereich der Rappinalm auf und alarmierte gegen 21.20 Uhr zusätzlich die Bergwacht Lenggries zur Unterstützung. Diese startete laut Härtle die Suche mit einem Team vom Eingang zur Rappinschlucht aus. Ein zweites Team machte sich auf den Weg zum Hirschhörndlkopf, um von oben her die Nordabbrüche abzusuchen.

Zu einem Einsatz in der Dunkelheit rückte die Bergwacht am Freitagabend aus.

Relativ schnell aber hatte die Einsatzmannschaft in der Rappinschlucht den Vermissten geortet und Rufkontakt hergestellt. „Dashalb stieg unser zweites Team ebenfalls in die Rappinschlucht ein“, berichtet der Einsatzleiter.

„Aufgrund des schwierigen Geländes wurde zusätzlich noch ein nachtflugfähiger Bergrettungshubschrauber angefordert“, so Härtle. Weil der Helikopter allerdings eine Anflugzeit von über einer Stunde hatte, entschloss sich die Bergwacht, zu dem Vermissten aufzusteigen. „Wegen des steilen und brüchigen Absturzgeländes musste der Aufstieg aufwendig mit Seilen abgesichert werden“, erklärt Härtle. „Als die Mannschaft den Unverletzten fast erreicht hatte, wurden wir von der Leitstelle informiert, dass sich der Anflug des Rettungshubschraubers um eine weitere Stunde verzögert.“ Deswegen sei die Entscheidung für eine bodengebundene Rettung gefallen.

Bergwacht bringt verirrten Wanderer an Fixseilen in Sicherheit

Die Bergwacht habe Fixseile aufgebaut, über die der 21-Jährige gesichert in die Klamm gebracht wurde. Von dort aus waren dann die Einsatzfahrzeuge rasch zu erreichen, die den Germeringer zur Bergrettungswache in Lenggries brachten. Von dort trat der junge Mann die Heimfahrt mit dem Taxi an. Nachdem die Bergretter ihre Ausrüstung aufgeräumt hatten, waren sie laut Härtle gegen 3 Uhr zu Hause.

Am Sylvenstein hatte kürzlich die Suche nach einem zehnjährigen Buben etwa 150 Einsatzkräfte in Atem gehalten.

Zur Rettung eines Pferdes, das in einem Weiderost feststecket, rückte dieser Tage die Lenggrieser Feuerwehr aus.

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