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Wenn’s mal wieder eng wird am Walchensee: Die Suche nach Lösungen für das Parkproblem ist schwierig. 

Walchensee-Südufer

Bei Parküberwachung sollen alle mithelfen

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Anzeigen leicht gemacht: Formulare, auf denen jeder Bürger die Daten von Parksündern eintragen kann, sollen die Überwachung von Verstößen am Walchensee-Südufer auf eine breitere Basis stellen.

Jachenau– Parkende Autos, die Rettungswege blockieren, Nachtparker sowie verbotene Lagerfeuer: Das sind die Hauptprobleme, die der sommerliche Besucheransturm am Walchensee-Südufer mit sich bringt. Einen großen Schritt weiterhelfen soll wie berichtet ein Gesamtkonzept für das ganze Gebiet, das die Gemeinden Jachenau, Kochel am See und Wallgau in Auftrag geben wollen und für das der Freistaat die Finanzierung zugesagt hat. Bis das fertig ist, kann es aber noch dauern. Damit in der Zwischenzeit kein Stillstand herrscht, haben zuletzt zwei Gesprächsrunden stattgefunden, berichtete der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch jetzt in der Gemeinderatssitzung.

Das konkreteste Ergebnis: Auf Vorschlag des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit wurden nun Formulare entworfen, die es für jeden Bürger erleichtern, Parkverstöße zur Anzeige zu bringen. „Auf dem Blatt kann man das Kennzeichen, die Fahrzeugart und die Marke eintragen und aufschreiben, wo das Fahrzeug wann stand“, erklärte Riesch. Werde dieses Formular beim Zweckverband oder der Gemeinde abgegeben, werde es behandelt wie eine Anzeige, und der Falschparker bekomme ein Bußgeld. Nach Rieschs Vorstellung könnten das Ausfüllen Gemeindemitarbeiter und alle Freiwilligen übernehmen – aber auch und vor allem Forstbedienstete. „Die Staatsforsten müssen sich hier besser einbringen“, forderte der Bürgermeister. „Allerdings wehrt sich der Forstbetrieb und sagt, das wäre nicht seine Aufgabe.“ Das will Riesch so nicht hinnehmen. „Wir werden uns in der Sache an die bayerischen Staatsforsten und das Forstministerium wenden.“ Rückendeckung bekam Riesch von seinem Stellvertreter Klaus Rauchenberger: „Die Staatsforsten machen große Gewinne. Wenn sie dann sagen, sie wären unterbesetzt, müssen sie eben Leute einstellen.“

Darüber hinaus hatten die Besprechungen mit Zweckverband, Polizei und Landratsamt aber kaum Ergebnisse. Eine Erhöhung der Bußgelder etwa komme nicht in Frage, so Riesch. „Die Gebühren sind bundesweit festgeschrieben.“ So bleibt es bei 15 Euro bei Falschparken – beziehungsweise 25, wenn das Auto nach einer Stunde immer noch an derselben Stelle steht und – nachgewiesen am Stand der Reifenventile – in der Zwischenzeit nicht bewegt wurde. Dass die Polizei einen Sonder-Einsatzzug bestellt, sei ebenfalls schwierig. „Das muss drei bis vier Wochen vorher angefordert werden. Aber wenn es dann an dem Wochenende regnet, steht der Zug da und hat nichts zu tun, während er woanders gebraucht würde.“

Eine Absage erteilte Riesch Ideen, die Forststraße am Südufer an bestimmten Tagen zu sperren oder nach einer bestimmten Anzahl von Fahrzeugen die Schranke herunterzulassen. „Das müsste man über Radio und Fernsehen bekannt machen und auf Schildern bis Starnberg vorwarnen. Und was tut ein Münchner, der mit seinen drei Kindern im Auto sitzt und ihnen versprochen hat, an den Walchensee zu fahren? Der muss dann in Wolfratshausen umdrehen.“ Solche Einschränkungen will Riesch vermeiden.

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