1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Jachenau

Jachenauer können eine Woche kostenlos Bus fahren und bekommen Gratis-Tickets

Erstellt:

Von: Andreas Steppan

Kommentare

null
Mit der Gästekarte können Jachenauer Urlauber künftig kostenlos mit dem RVO-Bus fahren. © RVO

Die Urlaubsgäste können schon kostenlos Bus fahren, jetzt sollen es auch die Einheimischen tun. Der RVO macht der Gemeinde Jachenau ein besonderes Angebot.

Jachenau – Der Vision von einem kostenlosen Öffentlichen Personen-Nahverkehr kommen zumindest die Jachenauer Bürger demnächst einen Schritt näher. Wie Bürgermeister Georg Riesch in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gab, hat der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) der Gemeinde ein paar Schmankerl angeboten. Zum einen sollen die Jachenauer eine Woche lang kostenlos Bus fahren dürfen. Zum anderen will der RVO der Gemeinde 100 kostenlose Fahrkarten zur Verfügung stellen.

Lesen Sie auch: Hundekot auf der Loipe erzürnt die Jachenauer

Hintergrund dieser Offerte: Jüngst war beschlossen worden, dass Jachenauer Urlauber – genau wie es in weiteren Gemeinden eingeführt wird – kostenlos mit dem Bus durchs ganze RVO-Gebiet fahren dürfen (wir berichteten). Dafür reicht es, wenn sie dem Busfahrer ihre Gästekarte vorzeigen. Für die Gemeinde wird dann ein bestimmter Pauschalbetrag in Rechnung gestellt.

Der Gemeinderat hatte dies mit dem Wunsch verbunden, dass Verhandlungen folgen, um auch Vergünstigungen für Einheimische herauszuholen. „Daraufhin habe ich mich mit dem RVO in Verbindung gesetzt und Gespräche geführt“, berichtete Riesch. Von Seiten des RVO sei dabei das Interesse geäußert worden, den Menschen die Attraktivität des Busverkehrs nahezubringen. Dies decke sich mit dem politischen Willen im Landkreis, die Bürger verstärkt zum Umsteigen auf den ÖPNV zu motivieren, so Riesch. Aus Sicht des RVO sei es aber auch dringend nötig, dass die Buslinien besser genutzt werden, um sie überhaupt wirtschaftlich weiterbetreiben zu können.

Lesen Sie auch: Heilbrunner Blaskapelle sucht neue Musiker

Kurzum: Das gemeinsame Ziel lautet, dass die Menschen „mit dem Bus fahren und das Auto stehen lassen“, wie Riesch sagte. Um das zu bewirken, habe der RVO ein Angebot unterbreitet, das aus drei Bausteinen besteht. „Wir können ein Kontingent an Freifahrten bekommen, das wir dann verteilen dürfen, wie wir meinen“, so Riesch. Als Prozedere dafür schwebt ihm vor, dass jeder, der Interesse habe, bei der Gemeinde anrufen könne. Dort sei die Fahrkarte dann für ihn zur Abholung hinterlegt. Für Senioren konnte sich Riesch als „Zuckerl“ vorstellen, dass ihnen die Fahrkarte sogar nach Hause gebracht wird – von einem Mitarbeiter der Gemeinde auf dem Heimweg nach Feierabend. Insgesamt aber „würde ich es nicht altersmäßig beschränken“, so der Bürgermeister. Gemeinderat Klaus Stock meinte zwar, die Gemeinde solle beim Verteilen „das Hauptaugenmerk auf Senioren und Schüler legen“, war aber auch gegen zu große Beschränkungen. „Es wäre ja schade, wenn nach einem Jahr von den 100 Fahrkarten noch 90 übrig sind.“ Man müsse eben im Einzelfall entscheiden, wer eins der Gratis-Tickets bekommt.

Zum zweiten will der RVO generell eine Woche lang das Busfahren in der Jachenau gratis anbieten. Dagegen hatte im Gemeinderat freilich auch keiner etwas einzuwenden. Als drittes regte der RVO einen Infoabend an, bei dem die Jachenauer über Tarife und Verbindungen aufgeklärt werden.

Alles zusammen passe auch gut zum Walchensee-Konzept, befand Riesch. „Wir wollen ja mehr Naherholer dazu bringen, auf den Bus umzusteigen.“ Und vielleicht würden auch viele Einheimische erkennen, „dass es günstiger sein kann, mit dem RVO nach Tölz zu fahren, als das Auto zu nehmen und dann für den Parkplatz zu zahlen“.

Gemeinderat Georg Kohlhauf sah die geplante Infoveranstaltung zudem als Chance, dass die Jachenauer gegenüber dem RVO äußern, welche Verbindungen und Taktungen ihnen besonders wichtig wären. Peter Krauß sprach ein Beispiel dafür an. „Jugendliche, die zur Berufsschule nach München wollen, müssen so früh los, dass ihnen der erste Bus aus der Jachenau nicht reicht.“ Riesch bestätigte: „Die müssen um 6.20 Uhr in Lenggries sein, damit sie den Zug erwischen.“

Lesen Sie auch: Gemeinsame Verkehrskonzepte: Oberland-Initiative blitzt ab

Auch interessant

Kommentare