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Vor etwa 70 Interessierten berichtete Rathauschef Georg Riesch im „Schützenhaus“ a us der Jachenauer Gemeindepolitik. 

Beschwerde in der Bürgerversammlung

Staatsstraße 2072 „ist völlig hinüber“

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Der schlechte Zustand der Staatsstraße 2072 ist ein Dauerthema – und war auch der Inhalt der einzigen Wortmeldung in der Jachenauer Bürgerversammlung am Sonntag. Franz Oswald erinnerte an einen schweren Unfall, der sich vergangenen Juli in der Höfener Kurve ereignet hatte.

Jachenau– Eine Motorradfahrerin hatte die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, war gestürzt und hatte sich schwer verletzt. Nach Oswalds Darstellung hing der Unfall mit dem schlechten Zustand der Straße zusammen.

„Die Frau war nicht zu schnell, sondern sie ist in ein Loch gefahren“, sagte er. Die Kurve sei extrem gefährlich. „Wir haben Glück, dass nicht noch viel mehr passiert ist.“ Deswegen mahnte der Bürger nicht nur die Sanierung der Straße an, sondern regte an, dass bis dahin große rot-weiße Baken aufgestellt werden, die auf Gefahrenstellen aufmerksam machen – „so wie in Österreich“.

Zum selben Thema meldete sich Altbürgermeister Kaspar Danner zu Wort. „Die Straße ist ungefähr 60 Jahre alt und völlig hinüber. Außerdem ist sie einen halben Meter zu schmal. Wenn sich dort ein Bus und ein Lkw begegnen, müssen sie schon sehr aufpassen.“

Zuständig für eine Straßensanierung ist das Staatliche Bauamt in Weilheim. Dort weise die Gemeinde seit Jahren darauf hin, „dass die Straße dringend gerichtet werden muss“, erklärte Bürgermeister Georg Riesch. In der Behörde sei die Staatsstraße zwar bereits in der Prioritätenliste nach oben gerückt – „ins Zehn-Jahres-Raster“, so Riesch. Doch das Bauamt verweise darauf, dass es Straßen mit höherer Verkehrsdichte gebe, die noch dringender saniert werden müssten.

Landrat Josef Niedermaier, der als Gast anwesend war, sagte, er befahre die Strecke öfters mit dem Rennrad und kenne daher den schlechten Zustand. Er versprach, das Thema auf die Tagesordnung der Verkehrskommission zu setzen, in der Landratsamt und Polizei vertreten sind.

Zuvor hatte Riesch den etwa 70 Besuchern im „Schützenhaus“ einen Überblick über die aktuellen Themen der Gemeindepolitik gegeben. Zu den größten Aufgaben zähle aktuell der Umbau der „Post“. Noch diese Woche werde eine neue Gaube aufgesetzt, die wegen des vorgeschriebenen zweiten Rettungswegs nötig sei. „Dann kommt der Kran weg.“ Als nächstes werde der Eingangsbereich zur künftigen Gemeindeverwaltung auf der Nordseite gebaut. Dieser Bauabschnitt werde voraussichtlich im Herbst oder Winter fertig sein, das ganze Gebäude inklusive Bistro, Fremdenzimmer und Ferienwohnungen im kommenden Jahr. „Wir fangen mit der Suche nach Pächtern an“, so Riesch. „Interessenten können sich bewerben.“

Gleichzeitig laufen laut Riesch Überlegungen, wie die Gemeinde eine weitere Immobilie nutzen sollte, die sie erworben hat: das Raiffeisengebäude. „Erste Priorität wäre, dass man das Feuerwehrhaus reinbringt“, so der Bürgermeister. „Wir müssen jetzt schauen, ob und wie es reinpasst.“

Und die Gemeinde steht vor weiteren großen Aufgaben: Hochwasserschutz an Laine und Jachen etwa, der Radwegbau von Lenggries in die Jachenau oder das Baugebiet Friedelweide. Hier arbeite bereits ein Gewerbebetrieb, und eine Familie sei eingezogen. „Und die nächsten stehen in den Startlöchern.“ Ein Bauplatz für ein Wohnhaus und zwei für Gewerbe seien noch frei. „Es gibt Anfragen, aber wer Interesse hat, kann sich noch bewerben.“

Von dringendem Handlungsbedarf berichtete Riesch aus dem Bereich Wasserversorgung. Im gemeindlichen Leitungsnetz seien Wasserverluste in Höhe von 34 Prozent festgestellt worden. Riesch appellierte an alle Hausbesitzer zu überprüfen, ob an ihren Hausanschlüssen Wasser austritt.

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