„Freundliche“ Botschaft: Dieser Ausflügler erzürnte wohl aufgrund seines gewählten Parkplatzes einen Unbekannten. Links auf der Motorhaube ist übrigens ein Klumpen Erde.
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Freundliche Botschaft: Dieser Ausflügler erzürnte wohl aufgrund seines gewählten Parkplatzes einen Unbekannten.

Wildes Parken im Isarwinkel

Auf Ausflügler-Andrang folgt Frust in Jachenau: „Sonst sch... ich dir auf die Motorhaube“

  • Melina Staar
    VonMelina Staar
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Wieder einmal war es ein sonniger Sonntag, der zahlreiche Ausflügler ins Oberland lockte. Und wieder gab es Ärger: Diesmal vor allem in Wackersberg und Jachenau.

Wackersberg/Jachenau – Lange Zeit hat Peter Kellner zugesehen, nach dem vergangenen Wochenende aber platzte ihm der Kragen: „Ich möchte einfach mal auf die Probleme und den ganzen Dreck aufmerksam machen“, sagt der Wackersberger. Seit geraumer Zeit beobachtet er die zahlreichen Ausflügler, die in der Gemeinde unterwegs sind. „Viele halten sich einfach nicht an Gesetze und Verordnungen.“

Immer wieder sammeln er und andere Wackersberger die Hinterlassenschaften der Wochenenden auf: Neben Müll vor allem die Hinterlassenschaften von Hunden aber auch Menschen. „Aber ich mag jetzt nimmer.“ Er kann nicht verstehen, warum es so schwer ist, sich an Regeln zu halten. „Unsere Natur ist so schön. Es geht mir auch darum, dass sie auch für unsere Kinder noch erhalten bleibt.“ Neben dem Verschmutzen ist es das wilde Parken, das dem Wackersberger immer wieder sauer aufstößt. „Am Sonntag sind die Autos rechts und links der Straße gestanden oder gleich in den Wiesen drin.“

Ausflügler im Oberland: „Der pure Wahnsinn“

Gerade das Parken war am Sonntag auch in der Jachenau wieder problematisch. „Der pure Wahnsinn“, sagt Bürgermeister Klaus Rauchenberger. „Da wurde auf Privatgrund und in Wiesen geparkt.“ Einige Anlieger, die vergangene Woche sehr erbost gewesen seien, hatten ihre Wiesen abgezäunt, „aber dadurch hat sich das Parken nur verlagert“. Das Problem am Parken in den Wiesen sei, dass der Untergrund noch nass ist und die Autos deshalb Spuren hinterlassen. „Unseren Ersatzparkplatz können wir auch noch nicht aufmachen, weil dort noch Schnee liegt und der Untergrund zu weich ist.“ Er könne nur hoffen, dass die Wiese bald abtrockne.

Dass die Emotionen auch hochkochen können, bekam ein Besucher aus München am eigenen Leib mit. Auf seinem Auto, das er nahe dem Ortsteil Berg an einer schmalen Straße direkt vor Parkbänken abgestellt hatte, hinterließ jemand eine Botschaft. Mit dem Finger auf die staubige Motorhaube stand dort geschrieben: „Wenn du no oamoiso bled parkst, scheiß i da aufd Modahaum!!!“

Ansturm aufs Oberland: Bürgermeister spricht von „Völkerwanderung“

Losgegangen mit der „Völkerwanderung“, wie Rauchenberger sagt, sei es bereits frühmorgens. „Das war wie an einem wunderschönen Badetag im Sommer.“ Genau wegen solcher Anstürme schon früh im Jahr blickt Peter Kellner jetzt schon besorgt in Richtung Ostern und Pfingsten. „Es muss jetzt einfach etwas passieren, sonst geht die ganze Natur kaputt.“

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