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Auf großes Interesse stießen die Ausführungen von Bürgermeister Georg Riesch (stehend) auf der Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung Jachenau

Dorferneuerung und Hochwasserschutz als größte Aufgaben

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Jachenau – Einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten und Aufgaben der Gemeinde gab Bürgermeister Georg Riesch am Sonntagvormittag in der Bürgerversammlung im „Schützenhaus“ vor etwa 120 Zuhörern. Als eines der größten Projekte skizzierte Riesch die Dorfentwicklung mit dem Umbau der „Post“ im Mittelpunkt.

Aus acht Bausteinen bestehe das Konzept fürs Dorf, erläuterte Riesch. Dafür gebe es staatliche Zuschüsse von bis zu 65 Prozent. Bereits am konkretesten sind die Planungen für den Umbau des ehemaligen Gasthofs Post. Wie berichtet sollen hier die Gemeindeverwaltung, die Gästeinfo, Fremdenzimmer sowie ein Café untergebracht werden. Nach und nach ist darüber hinaus laut Bürgermeister eine Neugestaltung des angrenzenden Kurparks, der Außenanlagen des Dorfladens und des Feuerwehrhauses vorgesehen. Die „Post“-Garagen sollen abgerissen werden. Auch ein Spielplatz, ein barrierefreier Ortsdurchgang und eine Nahwärmeversorgung fürs ganze Dorf gehören zum Gesamtkonzept der Dorfentwicklung.

Zu diesem Thema gab es auch eine der wenigen Bürgerfragen in der Versammlung. „Ist vorgesehen, dass der Gehweg wieder mit Kopfsteinpflaster gemacht wird?“, wollte Josef Rest wissen. Dieser Belag führe nämlich aktuell dazu, dass viele Fußgänger lieber auf der Straße gehen statt auf dem Bürgersteig. Der Gehweg werde bei der Dorferneuerung sicher ein Thema sein, antwortete Riesch, und das Ziel laute Barrierefreiheit. „Aber bis wir beim Gehweg angekommen sind, werden sicher noch ein paar Jahre vergehen.“

Geduld braucht auch ein weiterer Bürger, der sich zu Wort meldete. Hubert Oswald beklagte den Zustand der Staatsstraße 2072, die durch die Jachenau führt. „Sie ist ganz schön in die Jahre gekommen“, sagte er. „Weil es eine Staatsstraße ist, haben wir da wenig Einfluss. Wir können es nur immer wieder im Straßenbauamt anmerken“, sagte Riesch. Erst vor Kurzem habe er diesbezüglich wieder in der Weilheimer Behörde vorgesprochen. Dort rücke die St 2072 auf einer „Prioritätenliste“ zwar „immer weiter hinauf“. Trotzdem sei mit einer Sanierung erst in vier Jahren zu rechnen. Einziger Hoffnungsschimmer: Im Zuge des Radwegbaus zwischen Lenggries und der Jachenau könne es an einigen Stellen leichte Straßenverlegungen geben. „Das könnte Verbesserungen bringen.“

Zum Thema Radweg hatte Riesch zuvor berichtet, dass der erste Abschnitt von der Schule bis Niggeln im kommenden Herbst gebaut werden könnte. „Das ist unser Ziel.“

Oswald wies zudem auf den schlechten Zustand des „Schützenhaus“-Parkplatzes hin. Auch dieses Thema könnte im Zusammenhang mit einem anstehenden Großprojekt angegangen werden: dem Hochwasserschutz an der Großen Laine. Wie berichtet liegt dafür ein Konzept des Wasserwirtschaftsamts vor. Es sieht – beginnend beim Zusammenfluss von Kleiner und Großer Laine in der Nähe des Schützenhaus-Parkplatzes – Deiche und Mauern vor. Zwischen Point und Lain soll der Bach um drei Meter verbreitert werden. Riesch berichtete, dass dafür heuer die Feinplanung anstehe, 2017 die Genehmigungsphase und 2018 der Bau. „Von den Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro entfallen 350 000 Euro auf die Gemeinde“, so Riesch.

Für das Hochwasserschutzprojekt Große Laine könnten dann auch zwei Grundstücke wichtig werden, die die Gemeinde vergangenes Jahr für insgesamt 485 000 Euro in Point gekauft hat. „Außerdem kommen sie als Tauschgrund für den Radwegbau in Frage“, erklärte Riesch. Die Gemeinde habe sich diesen Kauf lange überlegt und schließlich beschlossen, dafür knapp 400 000 Euro aus ihren Rücklagen zu entnehmen. „Aber in Zeiten, in denen es keine Zinsen gibt, bedeutet es nichts, wenn das Geld auf dem Konto liegt. Für die Grundstücke ist es sinnvoll angelegt.“

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