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Ein bisschen Jachenau mitten in Sachsen - und das nicht nur zur Weihnachtszeit

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Ein Stück Jachenau im Crimmitschauer Wohnzimmer: Die Krippe und die Figuren stammen vom Jachenauer Holzbildhauer Josef Scheifl.
Ein Stück Jachenau im Crimmitschauer Wohnzimmer: Die Krippe und die Figuren stammen vom Jachenauer Holzbildhauer Josef Scheifl. © Kretzschmar

„Liebe auf den ersten Blick“ - das verbindet das Ehepaar Kretzschmar aus Crimmitschau mit der Jachenau. Vin jedem Urlaub bringen sie ein Stückchen Sonnental mit nach Hause.

Jachenau/Crimmitschau – Stephan Kretzschmar und seine Frau Ursula leben im sächsischen Crimmitschau. Beide lieben die Jachenau. Mindestens einmal im Jahr verbringen sie dort ihren Urlaub – und das seit über 25 Jahren. Ein kleines Stück Jachenau hat das Ehepaar aber auch zu Hause in Sachsen. Die Krippe und die zugehörigen Figuren hat der Jachenauer Holzbildhauer Josef Scheifl gefertigt. „Als erstes haben wir die heilige Familie gekauft“, sagt der 72-Jährige. Jahr für Jahr brachten Kretzschmars ein weiteres Stück mit nach Hause. Ochs und Esel füllen nun den Stall, dazu gibt es Hirten, Schafe, zwei Engelchen und die heiligen drei Könige.

Nur das Kamel fehlt noch in der Szenerie

Nur das Kamel, das den Weisen aus dem Morgenland oft zur Seite gestellt wird, fehlt. Irgendwie mag das für Stephan Kretzschmar nicht so recht in die alpenländische Krippe passen. Außerdem sei das Tier ja nun doch recht groß im Vergleich zu den anderen Figuren. „Aber vielleicht entscheiden wir uns doch noch mal für ein junges, kleines Kamel, das nimmt dann nicht so viel Platz weg“, sagt er.

Zwei Heilige stehen noch ganz oben auf der Wunschliste

Weiter oben auf der Wunschliste stehen aber noch zwei Heilige: Nikolaus und der Flößerheilige Nepomuk. Ein Heiliger ziert bereits den Hintergrund der Krippenszenerie. Dort steht nämlich St. Florian, der ebenfalls bei einem der Besuche in der Jachenau erstanden wurde. „Ich finde, der passt dort ganz gut hin“, sagt Kretzschmar.

Stephan und Ursula Kretzschmar aus Crimmitschau.
Stephan und Ursula Kretzschmar aus Crimmitschau. © privat

Ins Sonnental hat es das Paar eher durch Zufall verschlagen. Nach der Wende machten die beiden Anfang der 1990er-Jahre erst einmal Urlaub in Ruhpolding, später in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land. Aber der etwas erdrückende Ausblick auf die rauen Felswände sei nicht so ihres gewesen, schildert Kretzschmar. „Wir waren auf der Suche nach etwas Lieblicherem.“

Seit über 25 Jahren verbringen die beiden ihren Urlaub auf demselben Hof

Zu Hause fiel dem 72-Jährigen Geschäft ein Buch mit dem Titel „Preiswert übernachten in Bayern“ in die Hände. Beim Durchblättern stieß er auf die Jachenau. Es sei eine Gemeinde mit 800 Einwohnern, verteilt auf 15 Kilometer, las er dort. „Da habe ich gedacht: Da muss es ruhig sein.“ Er forderte Prospekte an und suchte eine Unterkunft in Sachenbach aus. Doch dort war nichts frei. „Also haben wir weitergesucht.“ Schließlich stieß das Paar auf den Krinnerhof im Ortsteil Berg. 1993 verbrachten die beiden dort ihren ersten Urlaub. „Es hat uns so gut gefallen, dass wir im nächsten Jahr gleich zweimal hingefahren sind.“ Seitdem verbringen Kretzschmars jedes Jahr mindestens zehn Tage auf dem Hof.

Mittlerweile fährt auch schon einer der Enkel mit in die Jachenau

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, beschreibt Stephan Kretzschmar seine Beziehung zum Sonnental. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Jachenau wunderbare Motive für den passionierten Fotografen und begeisterten Hobby-Maler bietet.

Er und seine Frau wandern gerne. Die ganz steilen Touren müssten es nicht sein, lieber die gemütlichen, sagt Kretzschmar, der bis zum Renteneintritt als Bereichsleiter für die Stromversorgung bei den Stadtwerken gearbeitet hat. Mittlerweile gehören auch die nächsten beiden Generationen schon zu den Gästen auf dem Krinnerhof. Begleitet wird das Paar nämlich immer wieder von ihrer Tochter und einem der beiden Enkelkinder.

Der bairische Dialekt? Kein Problem

Die bairisch-sächsische Verständigung funktioniere übrigens gut, sagt Kretzschmar. Die Einheimischen würden sich auch immer sehr bemühen, nicht zu sehr in Dialekt zu verfallen. „Ansonsten frag’ ich meine Frau. Die versteht das besser“, sagt der 72-Jährige und lacht.

Jetzt, in der Weihnachtszeit, steht die Krippe im Wohnzimmer der Kretzschmars. Bis Ostern wird sie dort bleiben. Dann zieht sie in den Wohnzimmerschrank um – bleibt aber „gut sichtbar hinter Glas“. Im Sommer steht dann der nächste Aufenthalt auf dem Krinnerhof auf dem Programm. Mal schauen, welche Jachenauer Schnitzkunst Stephan Kretzschmar dann mit nach Hause bringt.  .

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