Bestens beschildert und kartiert: Die Jachenau ist stolz auf ihr umfangreiches Wanderwege-Netz und sieht vorerst keinen Grund, sich einem gemeindeübergreifenden Konzept anzuschließen. Foto: Titelseite Wanderkarte Gemeinde Jachenau

Gemeinderat

Einheitliches Wanderwege-Netz: Jachenau macht nicht mit

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160 Kilometer Wanderwege verlaufen durch die Jachenau. Die kleine Gemeinde ist daher ein wichtiger Baustein im geplanten einheitlichen Wanderwege-Netz für den südlichen Landkreis. Sie möchte sich aber zumindest vorerst nicht an dem großen Projekt beteiligen.

Jachenau– Ein Wanderwege-Netz, das den ganzen südlichen Landkreis umfasst und das einheitlich beschildert ist: Zu diesem Projekt, das von der Lenggrieser Tourist-Info ausgeht, haben sich bereits mehrere Gemeinden bekannt und ihre finanzielle Beteiligung zugesichert (wir berichteten). Anders in der Jachenau: Hier hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen, zumindest vorerst nicht mitzumachen.

Vor allem mit der Kostenverteilung haben die Jachenauer ein Problem. „Das kommt mir nicht ganz schlüssig vor“, sagte Gemeinderat Jost Gudelius. Die angenommene Schieflage fasste Peter Krauß so zusammen: „Wir haben die meisten Kilometer an Wanderwegen, aber die wenigsten Einwohner.“

Tatsächlich verlaufen durch das flächenmäßig große Gemeindegebiet der Jachenau 160 Kilometer an Wanderwegen. Das wird zwar von den 400 Kilometern in Lenggries noch übertroffen, beschert der Jachenau aber immerhin Platz zwei, knapp vor Kochel am See (150 Kilometer) und weit vor Bad Tölz (90 Kilometer) und Wackersberg (80 Kilometer). Von der Einwohnerzahl her aber ist die Jachenau die kleinste Gemeinde im Landkreis. 861 Bürger wurden hier zum Stichtag 31. Dezember 2016 erfasst – ungleich weniger als in den anderen „Wandergemeinden“ Lenggries (10 000), Kochel (4106), Wackersberg (3516) oder gar Bad Tölz (18 527).

Die Gemeinderäte waren deswegen der Ansicht, dass die Jachenau überproportional belastet werde. An der ersten Projektphase, für die insgesamt 200 000 Euro veranschlagt sind, müsste sich die Jachenau laut Bürgermeister Georg Riesch mit rund 15 000 Euro beteiligen. Diese Phase umfasst die Aufnahme aller Wege per GPS sowie ihre Digitalisierung, so dass sie im Internet abrufbar sind. Für die Verhältnisse der Jachenau seien die 15 000 Euro „viel Geld“, sagte Riesch. „Auf die Einwohner umgerechnet ist das ein Batzen Geld“, fand auch Rudi Tiefenbrunner. Zumal die Nutzer der Wanderwege ja nicht in erster Linie die Jachenauer selbst seien, wie Gudelius ergänzte. Die Gemeinde halte hier eine Infrastruktur bereit, die allen zugute komme.

Aus Rieschs Sicht sind noch weitere Punkte abzuklären, etwa die finanzielle Beteiligung des Alpenvereins. „Von unseren 160 Kilometern sind es nur 70 Kilometer, die nicht vom Alpenverein betreut werden.“ Tiefenbrunner fragte sich zudem, wie mit privat genutzten, aber auch als öffentliche Wanderwege ausgewiesenen Forststraßen verfahren werde.

Selbst sahen die Jachenauer zudem keinen akuten Handlungsbedarf. „Wir haben eine gute Wanderkarte, alles ist einheitlich beschildert“, so Tiefenbrunner. Das ganze Netz an gut gepflegten Wegen sei sogar „ein Aushängeschild für die Jachenau“, ergänzte Riesch. All das lasse sich die Gemeinde ohnehin schon einiges kosten. Aktuell stehe etwa die Ausrüstung aller Brücken und Stege mit einem rutschfesten Untergrund an. Auch in die Beschilderung habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren viel investiert. Im Gemeinderat herrschte daher wenig Neigung, die Wegweiser auszutauschen.

Riesch ließ aber auch erkennen, dass er ein gemeinschaftliches Vorgehen beim Thema Wanderwege „grundsätzlich gut“ finde. „Es wäre schade, wenn das Ganze sterben würde.“ Man lasse sich aber zu keiner Entscheidung drängen. Derzeit gebe es noch offene Fragen. „Vielleicht können wir auch später nachziehen.“ Andreas Steppan

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