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Ortstermin an der Mautstraße in Einsiedl: Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann (3. v. li.) erläutert die Parkplatz-Pläne der Staatsforsten. Interessierte Zuhörer sind (v. li.) Bürgermeister Thomas Holz (Kochel), Vizebürgermeister Josef Danner sowie Bürgermeister Klaus Rauchenberger (beide Jachenau), Staatssekretär Gerhard Eck sowie Georg Fischhaber und Andreas Roß (beide Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen). 

Ortstermin mit Staatssekretär Gerhard Eck

Entlastung fürs Walchensee-Südufer

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Für Radl- und Autofahrer soll am Walchensee mehr Platz geschaffen werden. Das ist einer der Schwerpunkte eines Ortstermins mit Staatssekretär Gerhard Eck, der sich am Dienstagnachmittag die neuralgischen Punkte zeigen ließ.

Jachenau/Walchensee – Bei der Rundfahrt der Politiker mit Vertretern von Behörden und Polizei gab es jede Menge Gesprächsbedarf. Da ging es zunächst um die Pläne für einen Radweg von Urfeld nach Walchensee (wir haben berichtet). In Einsiedl und Niedernach nahm sich der Staatssekretär anschließend der Sorgen der für das Walchensee-Südufer zuständigen Gemeinde Jachenau an.

An der dortigen Mautstraße haben die Bayerischen Staatsforsten große Pläne, die zur Entlastung des Ausflugsverkehrs beitragen sollen. Hier geht es vor allem um zusätzliche Parkflächen, wie Rudolf Plochmann vom Forstbetrieb Bad Tölz deutlich machte. So will der Forst in Einsiedl kurz hinter dem Mauthäuschen einen Ausweichparkplatz anlegen. Dazu soll ein bestehender Rückeweg ausgebaut werde. Auf dem fraglichen Waldstück haben nach Plochmanns Einschätzung eines Tages rund 100 Autos Platz. „Der Antrag ist eingereicht“, sagte der Forstbetriebsleiter. Baubeginn könne frühestens im Oktober sein, weil noch eine naturschutzfachliche Stellungnahme abgewartet werden müsse. Plochmann hofft, „dass bis zur Badesaison 2021 alles fertig ist“. Der neue Ausweichparkplatz ermögliche auch eine Ausfahrt, falls das Südufer wegen Überlastung nicht angefahren werden könne. „Dann kommen die Autos leichter zurück auf die Bundesstraße 11 und können weiterfahren.“

Einen zusätzlichen Parkplatz plant die Gemeinde Kochel in Walchensee. Wie berichtet soll für diese lediglich für den Sommer 2020 geplante Interims-Lösung eine fast 10 000 Quadratmeter große Fläche von den Staatsforsten gepachtet werden. Dort haben schätzungsweise 300 Autos Platz. „Das lässt sich rasch realisieren“, sagte Staatssekretär Eck. Der Ausweichparkplatz trage dazu bei, das infolge der Coronakrise vermehrte Nahverkehrsaufkommen in der Erholungslandschaft aufzufangen.

Große Pläne

Am Walchensee-Südufer haben die Staatsforsten weitere große Pläne. Wie ebenfalls bereits berichtet sollen die beiden Mauthäuschen verlegt werden, an denen der Forst die fällige Gebühr bei den Auto- und Motorradfahrern kassiert. Während die Kasse in Einsiedl nur ein kurzes Stück in Richtung See rückt, wird das Gegenstück gleich um mehrere Kilometer verlegt. Das Mauthäuschen „wandert“ vom jetzigen Standort im Ortsteil Mühle zum früheren Nachtparkplatz an der Jachen. Die neue Kasse wird auch hier in der Straßenmitte platziert, um den Bezahlvorgang zu erleichtern. Der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger und sein Stellvertreter Josef Danner begrüßen die Pläne. Sie sollen das Südufer letztlich auch vor einer „Verstopfung“ schützen. Mit der Ausgabe der Durchfahrts- und Parkscheine sei künftig gewährleistet, dass es zu keinem Verkehrskollaps mehr komme, wie man ihn schon mehrfach erlebt habe. „Sie müssen sich das wie ein großes Parkhaus in der Stadt vorstellen“, sagt Staatssekretär Eck. „Wenn alle Plätze belegt sind, kommt keiner mehr rein.“ Erst wenn einer aus dem Parkhaus rausfährt, gebe es wieder grünes Licht.

„Wir sind auf einem guten Weg“, so die übereinstimmende Meinung der Teilnehmer des Ortstermins. Das Walchensee-Konzept werde konsequent umgesetzt, heißt es. Über das eine oder andere Detail müsse man im kommenden Herbst oder Winter noch sprechen. Insbesondere gehe es um die Höhe der Parkgebühr. Die müsse rund um den Walchensee einheitlich sein, so die Forderung der Politiker. Sonst gebe es neuen Ärger.

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