Schlimmer Einsatz: Wanderer will Schneefeld umgehen - und stürzt wenige Meter vor Hütte in den Tod

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Am Altar der Kirche St. Nikolaus: Pfarrer Gracious (re.) und Robert Walter (Dekanat Benediktbeuern).

Feierliche Amtseinführung

Pater Gracious bleibt in Jachenau: „Gott hat mich hierher geführt“

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„Grüß Gott, Herr Pfarrer“, hieß es am Sonntag in der Jachenau. Pater Gracious wurde festlich in sein Amt als Seelsorger von St. Nikolaus eingeführt und herzlich willkommen geheißen.

Jachenau– Nach der Trauer um ihren verstorbenen Pfarrer Willi Milz haben die Katholiken in der Jachenau am Sonntag einen Tag der Freude erlebt. In einem festlichen Gottesdienst in der Kirche St. Nikolaus wurde Chummar Gracious Naralakkattukunnel als neuer Seelsorger ins Amt eingeführt. Sowohl dem Geistlichen, der übers ganze Gesicht strahlte, als auch den Gläubigen, die eine überaus herzliche Atmosphäre schufen, war anzumerken: Beide Seiten sind froh, dass aus der ursprünglichen Übergangs- nun eine Dauerlösung geworden ist.

„Ich bin fest überzeugt, dass Gott mich hierher geführt hat“, sagte Pfarrer Gracious im Gottesdienst. Nach den Erfahrungen in seinen ersten Monaten in der Jachenau könne er sagen: „Hier ist meine Heimat, hier sind meine Leute, meine Freunde und Verwandten.“ Er sei in der Jachenau auf „gläubige, liebe Menschen“ getroffen, „denen die Kirche und der Glaube wichtig sind“.

Willkommensgruß: Mit Pfarrer Gracious (hinten, 7. v. re.) freuten sich (v. li.) Bürgermeister Georg Riesch, Andreas Orterer (Kirchenverwaltung), der Penzberger Stadtpfarrer Bernhard Holz (hinten, li., mit dunkler Brille), der Walchenseer Pfarrer Walter Schmidt (weißer Bart), Dekan Robert Walter (hinten, 5. v. re.) sowie (hinten, v. re.) Anton Kohlhauf vom Pfarrgemeinderat, Kirchenpfleger Georg Riesch, angereiste Mitbrüder aus der Missionsgemeinschaft vom heiligen Thomas dem Apostel und die Ministranten.

Wie berichtet war der 58-Jährige zum 1. März zunächst zum Vertretungspfarrer für einen Übergangszeit bestellt worden, nachdem Willi Milz am 10. Februar unerwartet gestorben war. Nach kurzer Zeit aber fragte die Diözese Augsburg an, ob der indische Geistliche dauerhaft bleiben wolle.

Im Gottesdienst am Sonntag verlas Dekan Robert Walter nun das bischöfliche Dekret, mit dem Naralakkattukunnel mit Wirkung zum 1. Juni zum hauptamtlichen Pfarradministrator ernannt wurde.

Zur Amtseinführung waren neben Walter Schmidt SDB, der als Pfarrer in Walchensee wirkt, sowie dem Penzberger Stadtpfarrer Bernhard Holz auch mehrere Mitbrüder von Pfarrer Gracious gekommen. Wie er gehören sie der Missionsgemeinschaft vom heiligen Thomas dem Apostel an. Sie stellten sich der Gemeinde kurz vor und erklärten, dass sie zum Beispiel im Ostallgäu, im Dekanat Donauwörth oder auch in Huglfing (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz sind. In ihrem Namen sagte Pater Sajimon, Leiter der Ordensgemeinschaft für Deutschland: „Gracious, das bedeutet ,freundlich‘. Und ja, Sie haben einen freundlichen Pfarrer bekommen.“

Für die Gemeinde hießen Kirchenpfleger Georg Riesch und Anton Kohlhauf von der Kirchenverwaltung den Seelsorger willkommen. Letzterer überreichte dem Priester beim anschließenden Stehempfang im Schützenhaus ein „wärmendes Geschenk, damit Sie die kalte Jahreszeit besser überstehen“: nämlich einen Strickjanker.

Mit einem „Grüß Gott, Herr Pfarrer“ begrüßte Bürgermeister Georg Riesch den Geistlichen. „Wir sind froh und stolz, dass wir wieder einen Pfarrer in der Jachenau haben“, sagte der Rathauschef.

20 Jahre Dorfladen Jachenau: Mehr als Brot und Butter

Dekan Walter hatte zuvor klargestellt, dass ein Pfarrer „kein Alleinkämpfer“ sei. Vielmehr sei es seine Aufgabe, alle Strömungen in der Gemeinde zu sammeln und sinnvoll zu ordnen. Zudem sei er als Tröster der Kranken und als Friedensstifter gefragt, denn: „Je kleiner ein Dorf ist, desto idyllischer sieht es aus. Es kann aber trotzdem manchmal ganz schön scheppern.“ Freilich berichtete der Dekan, der Pfarrer in Uffing am Staffelsee ist, dass er in der Jachen–au besonders nach dem Tod von Willi Milz und bei der Ankunft Naralakkattukunnels eine gute Gemeinschaft erlebt habe. „Nicht nur Touristen kommen in die Jachenau, sondern manchmal auch der Dekan mit dem Motorrad. Dann freut es mich jedes Mal, daran zu denken, was uns verbindet.“

Dekan Walter sprach auch den Kulturunterschied an und bat die Jachenauer, sich auf ihren neuen Pfarrer einzulassen. Diesbezüglich äußerten aber weder Bürgermeister Riesch noch Landrat Josef Niedermaier Bedenken. Dieser sagte beim Stehempfang in Anspielung auf Gracious’ Vorgänger Peter Rechenmacher und Willi Milz: „Erst war ein Südtiroler hier, dann ein Rheinländer, jetzt jemand aus Südindien: Die Jachenauer können das!“

Auch Pfarrer Rechenmacher galten die Gedanken der Gläubigen. Für ihn, der „gesundheitlich in keinem guten Zustand“ sei, wurde eine Fürbitte gesprochen.

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