Je mehr die Gäste fahren, desto günstiger wird es also für die Gastgeber-Gemeinde pro Strecke. Das Archiv-Foto zeigt den Bergsteigerbus in die Eng.
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Je mehr die Gäste fahren, desto günstiger wird es also für die Gastgeber-Gemeinde pro Strecke. Das Archiv-Foto zeigt den Bergsteigerbus in die Eng.

Jachenauer Bürgermeister kritisiert neues Abrechnungssystem

RVO-Freifahrten für Gäste kommen die Gemeinde teurer

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Inhaber der Jachenauer Gästekarte können gratis Bus fahren. Die Kosten bezahlt dann die Gemeinde an den RVO. Dieses Prozedere wird für die Gemeinde nun deutlich teurer als bisher. Darüber ärgert man sich in der Gemeinde.

Jachenau - Laut Bürgermeister Klaus Rauchenberger bieten auch die Gemeinden Benediktbeuern, Bad Heilbrunn, Bad Tölz und Kochel im Rahmen der Basis- beziehungsweise Königscard die Freifahrten für ihre Gäste an. Wie viel der RVO dafür erstattet bekommt, das habe bislang jede Kommune separat ausverhandelt, sagte Rauchenberger im Gemeinderat. Nun aber habe das Innenministerium darauf hingewiesen, dass der RVO für die gleiche Leistung mit unterschiedlichen Kommunen nicht abweichende Tarife vereinbaren dürfe. Staffeln dürfe der RVO die Preise lediglich nach der Menge der genutzten Fahrstrecken. Je mehr die Gäste fahren, desto günstiger wird es also für die Gastgeber-Gemeinde pro Strecke.

„Ein sauberer Batzen Geld“

In diesem System aber kommt die Jachenau laut Rauchenberger jetzt ungünstig weg. Zahlte sie bisher 2,67 Euro pro Fahrstrecke, werde stattdessen nun eine Tagespauschale von 5,13 Euro pro Fahrgast fällig. Vor der Corona-Krise wurden laut Rauchenberger zuletzt 1339 Fahrten von Jachenauer Gästen registriert. Das ergab für die Gemeinde Kosten von 3575 Euro im Jahr. Künftig aber müsse die Gemeinde mit einer jährlichen Kostensteigerung von 1731 Euro rechnen. „Ich bin darüber überhaupt nicht glücklich, für uns ist das ein sauberer Batzen Geld“, sagte Rauchenberger.

„Müssen wir das einfach so schlucken?“, fragte dazu Gemeinderat Josef Orterer nach, und dachte bereits über eine Umlage der Mehrkosten auf den Kurbeitrag nach. Jost Gudelius verwies darauf, dass das Angebot für Urlauber immerhin ein Anreiz sei, das Auto stehen zu lassen und den Bus zu nehmen. „Aufgeben würde ich es deshalb nicht.“ Auf Vorschlag des 2. Bürgermeisters Josef Danner einigte sich das Gremium schließlich darauf, die tatsächliche Kostenentwicklung erst einmal ein Jahr zu beobachten und erst danach weitere Entscheidungen zu treffen.  

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