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Wikinger in der Sachenbacher Bucht: Das war in den Jahren 2008 und 2010 schon einmal ein gewohnter Anblick. 

Dreharbeiten

Für Kinospot: Wikinger kehren zurück an den Walchensee

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Die Wikinger kehren zurück zum Walchensee. Eine Stuttgarter Filmagentur dreht einen Kinospot in Sachenbach, um Image von Selbsthilfegruppen zu verbessern. Und ein Bichler ist einer der drei Hauptdarsteller.

Jachenau– Die Wikinger kehren zurück an den Walchensee: Genau an dem Ort, wo 2008 und 2010 die Abenteuer von „Wickie“ gedreht wurden, baut ein großes Filmteam am Samstag wieder die Kameras auf. Statt Regisseur Michael „Bully“ Herbig, der die Arbeiten zu „Wickie und die starken Männer“ anleitete, kommt nun aber eine Stuttgarter Werbefilm-Agentur in die Sachenbacher Bucht.

Für die „Silbersalz Film GmbH“ ist der Ortsteil von Jachenau die perfekte Kulisse. Pressesprecher Josua Stäbler sagt: „Der Walchensee ist eingebettet wie ein Fjord in Skandinavien. Da gibt’s in Deutschland nichts Vergleichbares. Wälder, Berge, Kiesstrand: Wir haben dort alles, was wir brauchen.“

Mit den Panorama-Zutaten soll ein Kinospot mit Wikingern zum Thema Selbsthilfegruppen gebastelt werden. Wie das zusammenpasst? „Wir bieten unseren Kunden Problemlösungen an“, sagt Stäbler. Das Problem des aktuellen Kunden, der Selbsthilfekontaktstelle Stuttgart (KISS), ist das schlechte Image von Selbsthilfegruppen. Der Schritt, sich einer anzuschließen, fällt vielen Menschen enorm schwer. „Weil es so ein sensibles Thema ist, haben wir uns bewusst für die humoristisch-cineastische Ebene entschieden“, sagt Stäbler.

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Wolfgang Czeczor, Schauspieler aus Bichl, spielt einen Wikinger-Druiden. 

Der Imagefilm, von dem es wohl eine 30- und eine 60-Sekunden-Version geben wird, soll also nicht den klassischen Stuhlkreis zeigen. Auf Hollywood-Drama statt auf Seminarraum-Atmosphäre setzen die Macher aus Stuttgart. Die Handlung des Spots mit dem Titel „Das letzte Ritual“: Es ist der letzte Tag des nordischen Sommers. Wikinger laufen mit Fackeln Richtung See. Bevor der letzte Sonnenstrahl erlischt, muss ein großes Holzopfer auf dem See entzündet werden – sonst droht nach historischem Aberglauben ewiger Winter. Häuptling Olaf schreitet voran, doch sein brennender Pfeil verfehlt das Ziel. Immer und immer wieder. Die Sonne versinkt. Ewige Dunkelheit. Die Pointe: Der Häuptling findet sich in einem Sitzkreis wieder und sagt: „Ich bin Olaf.“ Dann fliegt die Schrift ein: „Lass dir helfen, bevor es zu spät ist.“ Auch die Stärksten und Tapfersten müssen ihr Ego mal zurückstellen und sich Hilfe holen: So lautet die Botschaft, sagt „Silbersalz“-Sprecher Stäbler.

Hochdramatisch und gleichzeitig lustig soll der Spot daherkommen. Verantwortlich dafür ist auch Wolfgang Czeczor, der in Bichl wohnt und den Druiden und Wahrsager Ragnar darstellen wird. Den Schauspieler sieht man immer wieder mal auf Theaterbühnen der Region, er wirkte aber bereits bei wesentlich größeren Produktionen mit. In Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ (2014) spielte er einen Mönch – an der Seite von Stars wie Ralph Fiennes oder Willem Dafoe. Außerdem hatte Czeczor mehrere Tatort-Auftritte. 

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