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Neue Heimat in der alten „Post“: Seit Mittwoch läuft der Umzug des Jachenauer Rathauses in die umgebauten Räumlichkeiten – ab sofort der Arbeitsplatz von Bürgermeister Georg Riesch (li.) und Verwaltungsmitarbeiterin Rosmarie Fischer (re.). 

Gemeindeverwaltung wird in ehemaliger Gaststätte untergebracht 

Jachenauer Rathaus zieht um

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Die Jachenauer Gemeindeverwaltung hat ab Dienstag eine neue Adresse: Statt Dorf 51 1/2 heißt es nun Dorf 7 1/3. Beim Rathaus-Umzug in die „Post“ wird seit vergangenen Mittwoch kräftig angepackt.

Jachenau– Den Tresor ins neue Domizil zu bringen, das war wahrscheinlich die aufwendigste Aktion. Fünf Mann mussten anpacken, um das fast mannshohe Teil anzuheben und auf den Traktor zu hieven, mit dem Bürgermeister Georg Riesch es dann persönlich die paar Kilometer über die Staatsstraße 2072 fuhr: von alten Jachenauer Rathaus zum neuen.

Die Epoche, in der die Jachenauer Gemeindeverwaltung ihren Sitz im ehemaligen Forsthaus unter der Adresse Dorf 51 ½ hatte, ist nach rund 40 Jahren endgültig vorbei: Rathaus und Tourist-Information ziehen dieser Tage in die umgebaute „Post“ um. Am Dienstag, 15. Mai, ist dort zum ersten Mal für Bürger und Urlauber geöffnet.

Mit diesem Tag wird also der erste Teil des ehemaligen Gasthauses seiner neuen Bestimmung zugeführt. Damit führt ein langer Weg auf die Zielgerade. 2011 hatte die Gemeinde den früheren Gasthof gekauft, der bis dahin schon zwei Jahre leer gestanden hatte. 2015 wurde der Plan bekannt gegeben, die „Post“ auf der Nordseite im Erdgeschoß zum neuen Verwaltungssitz umzubauen, die Südseite zu einem Bistro. Nach einer Zwischennutzung als Asylbewerberunterkunft begannen Anfang 2017 die Umbauarbeiten.

Vergangenen Mittwoch ging es nun nach Büroschluss der Gemeindeverwaltung mit dem Umzug los. Seine Möbel hat das kleine Rathaus-Team in die „Post“ mitgenommen. Die Einrichtung war erst vor wenigen Jahren neu angeschafft worden – und fügt sich nun erstaunlich gut in die neuen Arbeitszimmer.

In der Jachenau nimmt man die Forderung nach dem „gläsernen Rathaus“ recht wörtlich: Vom Gang aus sind die Zimmer durch die durchsichtigen Raumabtrennungen einsehbar. Ein Bürgermeisterbüro, ein Büro des Geschäftsleiters Michael Alt sowie einen Raum mit Theke für die Gästeinformation gibt es, in dem Mitarbeiterin Rosmarie Fischer und die neue Leiterin der Gästeinformation Sonja Eichbichler ihre Schreibtische haben. Dazu kommen Archiv, eine kleine Teeküche und natürlich ein Sitzungssaal für den Gemeinderat. Der war früher einmal ein Nebenzimmer der „Post“. Die dortige geschnitzte Holzvertäfelung wurde beibehalten. „Es soll sich auch die Geschichte des Hauses wiederfinden“, sagt Bürgermeister Georg Riesch.

Wer das neue Rathaus betritt, kommt als erstes in einen kleinen Vorraum, der rund um die Uhr zugänglich ist. Dort befinden sich ein Geldautomat sowie ein Infoterminal. Per Touchscreen gelangen Interessierte zu allem, was insbesondere für Besucher wichtig ist. „Vom Wanderwegenetz über die Gästezimmer bis hin zum Veranstaltungskalender kann man alles abrufen“, erklärt Riesch.

Hinter dem Vorraum befindet sich ein Foyer, das zu den Rathaus-Geschäftszeiten geöffnet ist. Auch hier ist eine Wand original-holzvertäfelt. Dort soll laut Riesch eine kleine Sitz- und Leseecke eingerichtet werden, wo Prospekte und die Tageszeitung ausliegen. Auf der anderen Seite des Foyers bekommen die örtlichen Vereine die Möglichkeit, sich mit wechselnden Ausstellungen zu präsentieren. Zudem wird in dem Raum ein weiteres Infoterminal aufgehängt, das ebenfalls von den Vereinen gepflegt wird.

„Wir haben beschlossen, diese Anschaffung aus der Van-de-Loo-Stiftung zu finanzieren“, erklärt der Bürgermeister. Der Info-Bildschirm kostet 4700 Euro. Wie berichtet, hatte der Münchner Galerist Otto van de Loo verfügt, dass der Gemeinde ein Geldgeschenk von 50 000 Euro zugeht. In diesem Jahr wird ein Teil davon fürs Vereinsleben sowie die Pflege von Tradition und Brauchtum verwendet.

Im anderen Gebäudeteil laufen aktuell noch die letzten Arbeiten zur Fertigstellung des Cafés, das den Namen „7 1/3“ bekommen soll – nach der Hausnummer des Gebäudes. In den oberen Stockwerken wird laut Riesch derzeit schon „letzter Schliff“ an den Gästezimmern angelegt. Wenn Café und Hotel fertig sind und sich der Betrieb im Rathaus eingespielt hat, soll es eine gemeinsame Eröffnungsfeier geben.

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