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Der alte Grenzstein in der Nähe des Weilers Fleckhaus steht an einem geschichtsträchtigen Platz neben dem neuen Radweg in die Jachenau: Hier verläuft die Grenze zwischen zwei Diözesen und zwei Gemeinden.
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Der alte Grenzstein in der Nähe des Weilers Fleckhaus steht an einem geschichtsträchtigen Platz neben dem neuen Radweg in die Jachenau: Hier verläuft die Grenze zwischen zwei Diözesen und zwei Gemeinden.

Geschichte

Historischer Platz in der Jachenau: Alter Grenzstein am neuen Radweg

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Ein großer Stein mit geheimnisvollen Schriftzeichen hat am neuen Radweg in der Jachenau seinen Platz eingenommen. Er zeugt von einem historischen Klosterstreit.

Jachenau – Der erste Bauabschnitt des Radwegs in die Jachenau vom Rehgraben bis zum Ortsteil Raut wird schon seit Monaten von den Radlern dankbar angenommen. Die Autofahrer werten die Entlastung des Verkehrs auf der engen Staatsstraße 2072 als positiv. Als letzte Maßnahme wurde nun der Radweg eingemessen. Und als allerletzten Schritt hat das Vermessungs-Team um Vermessungsoberrat Peter Fischer mit einem Pflock die Stelle markiert, wo der alte Grenzstein von 1584 wieder seinen angestammten Platz auf der Grenze einnehmen soll.

„Das ist ein geschichtsträchtiger Platz“, berichtet der Jachenauer Hobby-Historiker Jost Gudelius sen. An oder in Nähe dieser Stelle hat am 3. Oktober 1457 Kaspar Winzerer I. als Pfleger von Tölz und als „Compromißrichter“ im Streit zwischen den Klöstern Schäftlarn und Benediktbeuern folgendes entschieden: dass „von dem strittigen Grunde der Teil vom Gatterl oder Brückl unter dem Rain hinab bis an das Wasser der Jachen ewiglich dem Gotteshaus Benediktbeuern gehören, und was oberhalb des Rains sei gen den Häusern hinauf zu den Letten, das solle dem Gotteshaus Schäftlarn ohne alle Irrung wie bisher verbleiben.“

So hat es Karl Meichelbeck in seinem Chronicon Benedictoburanum um 1732 aufgeschrieben. Dazu muss man laut Gudelius wissen, dass die Gehöfte-Gruppe Letten am Eingang in die Jachenau am 11. Mai 1313 von Herzog Rudolf dem Kloster Schäftlarn geschenkt worden war. An dieser Stelle liegt folglich auch die Grenze zwischen den Diözesen München-Freising und Augsburg, zwischen dem ehemaligen Landgericht Tölz und dem Klostergericht Benediktbeuern und letztlich zwischen Lenggries und Jachenau – eine bedeutsame innerbayerische Grenze, so Gudelius.

Dieser Bedeutung gemäß haben in den vergangenen Tagen Jost Gudelius sen. und jun., letzterer selbst Vermessungsingenieur, den Stein von 1584, den Vater Gudelius nach jahrelanger Suche am Karfreitag 2007 gefunden hatte, an der vorgegebenen Stelle neben dem Radweg wieder gesetzt, und zwar „in der Hoffnung, dass er die nächsten 100 Jahre seine Ruhe hat“.

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