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Die Große Laine fließt durch den Jachenauer Ortsteil Dorf (Foto) und danach zwischen Rechen und Setzplatz hindurch sowie an Point und Erbhof vorbei.

Hochwasserschutz 

Große Sorgen an der Großen Laine

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Zum Schutz der Jachenauer Ortsteile Dorf Rechen, Setzplatz, Erbhof und Point plant das Wasserwirtschaftsamt Maßnahmen entlang der Großen Laine. Noch 2018 könnte Baubeginn sein. Bei einem betroffenen Anwohner stößt das Vorhaben aber auf wenig Gegenliebe.

Jachenau– Die Diskussionen und Planungen laufen schon seit einigen Jahren – demnächst soll es in die Umsetzungsphase gehen. Noch heuer könnte Baubeginn für die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Großen Laine sein. Das berichtete Bürgermeister Georg Riesch kürzlich in der Jachenauer Bürgerversammlung. Zumindest bei einem der Anwohner, die durch die Maßnahme eigentlich geschützt werden sollen, stößt das Vorhaben allerdings auf Ablehnung.

Zur Erinnerung: Mittlerweile zwei Jahre ist es her, dass die Planungen des Wasserwirtschaftsamts im Gemeinderat vorgestellt wurden. Sie sehen sechs Bauabschnitte entlang des Bachs vor: einen Deich oberhalb des „Schützenhauses“, eine Bruchsteinmauer im Ortsteil Dorf, etwas weiter, im Gelände Richtung Rechen/Setzplatz einen Deich, eine Geländeaufschüttung und eine Steinsatzerhöhung als Abgrenzung zu den Ortsteilen Rechen und Setzplatz; und schließlich, auf dem Stück von Setzplatz bis zur Einmündung der Großen Laine in die Jachen, eine Aufweitung des Bachbetts um drei Meter. „An diesen Plänen hat sich seither nichts Wesentliches geändert“, erklärt Dora Schulze, für den Landkreis zuständige Abteilungsleiterin im Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim, auf Anfrage des Tölzer Kurier.

Ausgehend von der damals vorgestellten Vorplanung hat die Behörde im Dezember eine komplette Planung fertig gestellt. „Diese liegt jetzt bei der Regierung von Oberbayern zur baufachlichen Prüfung.“ Die Regierung kontrolliert noch einmal, ob die Maßnahme umsetzbar und förderfähig ist. Die Kostenschätzung liegt bei 1,6 Millionen Euro, wovon die Gemeinde selbst 350.000 Euro zu schultern hätte.

Wenn die Regierung grünes Licht für die Finanzierung gegeben habe, werde das WWA die Planung nochmal in der Gemeinde vorstellen und öffentlich auslegen, so Schulze. Wann tatsächlich Baubeginn ist, dazu möchte sie sich noch nicht festlegen. Das hänge auch davon ab, ob etwa nach Einwendungen umgeplant werden müsse oder ob gegen das Vorhaben geklagt werde.

Einer, der vermutlich Einwände vortragen wird, ist Anwohner Johann Ortlieb. Er befürchtet, dass die geplanten Deiche zur Folge haben, dass das im Ortsteil Setzplatz zurückgehaltene Wasser im weiteren Verlauf übers Gelände in Richtung seines Anwesens im Ortsteil Erbhof abfließt.

„Wenn es nach mir ginge, müsste man da gar nichts machen“, sagt der Jachenauer. Die Anwesen, die geschützt werden sollen, hätten in der Vergangenheit noch nie Probleme mit einer Überflutung der Großen Laine gehabt – nur mit dem von unten heraufdrückenden Grundwasser. Es habe auch keiner von ihnen einen Antrag auf die Hochwasserschutzbauten gestellt, wie Ortlieb in Erfahrung gebracht haben will. Zu seinem eigenen Schutz würde ihm eine kleine Maßnahme ausreichen, sagt er: „Man müsste auf einer Länge von 70 bis 100 Metern die Gemeindestraße, die bei mir vorbeigeht, um 30 bis 35 Zentimeter absenken“, fordert er, und das schon seit Jahren. Die – allerdings schon vor Jahrzehnten – ausgebaute Straße staue das Wasser nämlich bei seinem Anwesen auf.

„Nach unseren Berechnungen entstehen keinem Anwohner durch unsere Maßnahme Nachteile“, sagt dazu Dora Schulze. Habe ein Betroffener dennoch Befürchtungen, sei es „völlig legitim, dass er sich zu Wort meldet“, ergänzt sie. Im bevorstehenden wasserrechtlichen Verfahren habe Ortlieb Gelegenheit, seine Einwände einzureichen. Ein bisher an den Planungen nicht beteiligter Fachmann werde das dann überprüfen, sagt Schulze. „Wir werden alle Sorgen der Bürger ernst nehmen.“

Schulze stellt allerdings klar: Die Maßnahme muss sein. Der Freistaat sei verpflichtet, Anwesen zu schützen, wenn sie bei einem 100-jährlichen Hochwasser gefährdet wären. „Wenn wir eine Gefahr erkennen, müssen wir handeln.“ Das WWA arbeite dafür mit Berechnungsmodellen. Manchmal sei es so, dass sie kalkulierten Szenarien in der Praxis noch nicht aufgetreten seien, weshalb Bürger an der Notwendigkeit des Hochwasserschutzes zweifelten. „Aber wir können ja nicht warten, bis die Häuser unter Wasser stehen.“

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