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Staunen nicht schlecht über den höllischen Gast Luziferius (Hans Ullmann, re.): Anderl Schandl (Nepomuk Stutz) und Sylvia Aschenloher (Goldtalerin).

Jachenauer Theatergruppe

Höllisch vergnügter Abend

Einen höllisch vergnügten Abend wünschte Günter Haubner am Ostersonntag-Abend dem Premieren-Publikum der Jachenauer Theatergruppe.

Jachenau – Dieser Wunsch des Regisseurs vor Beginn der Aufführung blieb nicht einfach so dahingesagt, sondern er erfüllte sich auf ganzer Linie. Denn das heuer von den Jachenauer Theaterern auserwählte Stück ist eine zündende Mischung aus frischen, frechen, deftigen und mitunter frivol-anzüglichen Dialogen, die es in sich haben und doch nicht aus der Spur geraten. Der Titel des Schwanks: „Deifi Sparifankerl“. Geschrieben hat den Dreiakter Ralph Wallner, der sich als Theaterautor für bayerische Bühnenstücke bereits einen Namen gemacht hat.

Die Handlung spielt in der ärmlichen Stube der Geißen-Bäuerin Senta, die zusammen mit ihrem Bruder Bertl mühsam ihren Lebensunterhalt erwirtschaftet. Entgegen dieser Kulisse, die den Zuschauer eigentlich unvermeidlich in frühere Zeiten zurückführt, lässt der Text mit seinen Schlag auf Schlag auftreffenden Spitzen in unerwartet neuzeitlicher Ausdrucksweise aufhorchen. Der Einstieg in das Geschehen zeigt ein Schattenbild von Luziferius Sparifankerl, der von oberster Instanz, nämlich von seiner Großmutter, einen wichtigen und eiligen Auftrag erteilt bekommt: Um deren Jahres-Soll an vereinnahmten Menschenseelen zu erfüllen, muss Luzi zur Erde hinaufsteigen und dort den wankelmütigen Bertl zu einer Lumperei anstiften. Und weil er dort mit Hörnern, Pferdefuß und „Teufelspratzen“ natürlich auffallen würde, muss er diese diabolischen Merkmale ablegen und Menschengestalt annehmen.

Trotzdem finden die Leute im Umfeld von Senta und Bertl den Fremden merkwürdig: die etwas ungewöhnliche Kleidung und überdies der ihm anhaftende bestialische Schwefelgestank machen ihn nicht gerade anziehend. Gewissen Anklang findet der Lucki, wie er sich auf Erden nennt, schließlich aber bei der „kontaktfreudigen“ Goldtalerin – „sex, drugs and rock’n roll“ kommentiert der Sparifankerl seine Vorfreude auf eine heiße Liebesnacht. Alles sieht zunächst danach aus, als wären sowohl sein großmütterlicher Auftrag als auch seine leiblichen Genüsse bereits gebongt.

Bei den Zuschauern konnte keine Müdigkeit aufkommen, denn die wahrlich gepfefferten Sprüche der luziferischen Geschichte sorgten für Lachsalven am laufenden Band. Nebenbei war es aber auch erstaunlich anzusehen, wie sich Türen selbstständig nur auf Fingerzeig des bayerischen Diabolos öffnen und sogar ein Stuhl ohne (sichtbares) Zutun meterweit von der Stelle rückt. Doch Luckis höllisch-unterirdische Kräfte haben eben auch ihre Schwachstellen.

Hans Ullmann als hantiger und trotzdem menschelnd-symphatischer Luzifer sowie Sylvia Aschenloher und Maria Danner als scharfzüngige und in Liebesdingen nicht unerfahrene Frauenzimmer spielten gewitzt die prägenden Rollen dieser Handlung. Zum gut aufeinander abgestimmten Ensemble gehörten außerdem Michaela Schwaiger, Monika Steinbacher, Peter Gilg, Georg Sachenbacher und Anderl Schandl. Mit großem Schlussapplaus bedankte sich das Publikum für einen Abend voller höllisch-heißem Spaß.

Die letzte der insgesamt drei Aufführungen im Jachenauer Schützenhaus beginnt am Samstag, 22. April, um 20 Uhr. An der Abendkasse gibt es noch Restkarten.

Rosi Bauer

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