Ziemlich ruhig geht es heuer am Walchensee-Südufer zu. Liegt es an den neuen Parkgebühren?
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Ziemlich ruhig geht es heuer am Walchensee-Südufer zu. Liegt es an den neuen Parkgebühren?

Heraus kommt „relativ wenig“

Walchensee: Bürgermeister diskutiert mit Gastronomen über Parkgebühr

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Hohe Wellen hat am Walchensee die Diskussion um die neuen Parkautomaten geschlagen. Ein Gespräch sollte jetzt die Wogen glätten. Herausgekommen sind aber nur wenig greifbare Ergebnisse.

Jachenau – Nachdem sich Wirte darüber beklagt hatten, dass die jüngst eingeführte Parkgebühr am Südufer von 5 Euro am Tag zu Umsatzeinbußen führe, hat die Gemeinde nun das Gespräch gesucht. Bei einem Treffen zwischen Bürgermeister Klaus Rauchenberger und den betroffenen Unternehmern in dieser Woche gab es aber nur wenige greifbare Ergebnisse. Auf Anfrage des Tölzer Kurier berichtet Rauchenberger, was aus seiner Sicht bei der Gesprächsrunde herauskam: nämlich „relativ wenig“, wie er sagt. Einige Punkte nennt er aber doch. „Wir müssen besser kommunizieren, dass die Parktickets im gesamten Gemeindegebiet gelten“, so der Bürgermeister. Das heißt zum Beispiel: „Wer morgens auf die Benediktenwand geht und in Petern parkt, nachmittags in den Walchensee springt und abends den Tag in einer Gaststätte ausklingen lässt und am Schützenhaus oder in Niggeln parkt, der kann dafür überall dasselbe Parkticket verwenden.“ Das stehe so in der gemeindlichen Gebührenordnung, sei aber nicht allgemein bekannt, meint Rauchenberger.

Aufkleber sollen verdeutlichen, welche Automaten zum Gemeindegebiet gehören

Weil einem Großteil der Besucher verständlicherweise nicht bewusst sei, welche Parkautomaten genau zum Gemeindegebiet der Jachenau gehören, wolle man das nun anhand von Aufklebern verdeutlichen.

Was den Wunsch nach einheitlichen Parkgebühren in der gesamten Region um den Walchensee betrifft, habe die Gemeinde „leider keinen Einfluss“, sagt Rauchenberger. Aber immerhin: In Lenggries, Wallgau, Krün, Mittenwald und der Jachenau gelte der gleiche Tarif. Nur in Kochel am See werden pro Tag 6 Euro fürs Parken fällig – plus 2 Euro Kurbeitrag.

Kurzzeitticket soll diskutiert werden

Im Gemeinderat zur Diskussion stellen will Rauchenberger den Vorschlag, ein Kurzzeitticket einzuführen. Der Bürgermeister erinnert jedoch daran, dass in dem Gremium zuletzt die Meinung vorherrschte, dass man die Parkgebühren nach so kurzer Zeit nicht schon wieder über den Haufen werfen möchte. Man habe von Anfang an gesagt, dass das Parksystem erst nach einer Saison auf den Prüfstand komme.

Ihm sei vorgeworfen worden, die neuen Parkgebühren seien an bis zu 90 Prozent Umsatzrückgang bei den Gastronomen schuld, sagt Rauchenberger. Diesen Schuh will er sich weiterhin nicht anziehen. Er bleibt dabei: Dass am Walchensee heuer weniger Betrieb herrscht, das liege am „grottenschlechten“ Sommer. Weil es nie dauerhaft heiß war, sei das Wasser im See kalt geblieben. Und wegen des vielen Regens sei der Wasserpegel hoch, sodass es an einigen beliebten Badeplätzen, etwa am „Spitz“, kaum noch Liegeflächen gebe. Auch in den Wochen, bevor die Parkautomaten am 16. Juli aufgestellt wurden, sei deswegen nicht viel los gegewesen.

Jachenauer dürfen gratis parken

Nach Ansicht des Bürgermeisters könnten Bürger und Betriebe sogar froh sein, dass die Gemeinde die Bewirtschaftung der Parkplätze übernommen hat. Grundeigentümer am Südufer sind bekanntlich die Staatsforsten. Hätte die Gemeinde die Parkplätze nicht gepachtet, dann, so Rauchenberger, wäre es sicherlich nicht schwer gewesen, einen privaten Betreiber zu finden. Der hätte dann vermutlich eine noch höhere Gebühr verlangt, wie man auf Privatparkplätzen am anderen Walchenseeufer sehe. Der Forstbetrieb habe sogar einen Tagessatz von 10 Euro vorgeschlagen.

Die Kommune hingegen ermögliche es, dass Jachenauer Gemeindebürger mit einem Parkausweis, den sie im Rathaus erhalten, gratis parken dürfen. Das gelte auch für Inhaber der Gästekarte, die in Jachenauer Beherbergungsbetrieben logieren.

Die Maut aber – sie kostet noch mal 5  Euro – habe es schon immer gegeben, also lange vor Einführung der zusätzlichen Parkgebühren. Und wer nur abends schnell in den See springen wolle, brauche sie gar nicht zu bezahlen, weil die Forst-Mitarbeiter, die sie kassieren, um 17 Uhr Feierabend hätten.

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