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Die Jachenau ist ein beliebtes Urlaubsziel.

Gemeinderat

Jachenau denkt an elektronische Gästekarte

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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In Sachen Gäste-Meldeschein läuft in der Jachenau noch alles ganz analog. Doch diese Zeiten könnten bald vorbei sein.

Jachenau – Im digitalen Zeitalter mutet die Art, wie Vermieter in der Jachenau, aber auch in anderen Orten im Landkreis, der Gemeinde ihre Gäste melden, fast altertümlich an. Es läuft über grüne Papier-Meldescheine, die in der Tourist-Info abgegeben werden. Dort müssen die Mitarbeiterinnen die Daten in den Computer einpflegen. „Der eine gibt die Scheine wöchentlich ab, der andere monatlich – und einigen müssen wir am Jahresende hinterhertelefonieren“, schilderte Bürgermeister Georg Riesch in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

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Diese Zeiten könnten bald vorbei sein. Denn nun beschäftigte sich der Gemeinderat mit den Möglichkeiten zur Einführung einer elektronischen Gästekarte.

Die ginge damit einher, dass die Gastgeber die Daten der Urlauber am eigenen Rechner eingeben und diese Informationen dann automatisch und papierlos an die Tourist-Info übermittelt werden. In diesem Zuge würden die Vermieter die Gästekarten aktivieren, die bei ihnen nummeriert vorrätig sind.

Wie Riesch weiter referierte, würde auch die Abrechnung mit dem RVO bei den Gratis-Busfahrten, die Urlauber erhalten, deutlich erleichtert. „Der Busfahrer muss dann nur die Chipkarte in sein Lesegerät einschieben.“ Strichlisten oder ähnliche Verfahren seien dann nicht mehr nötig. Mit der elektronischen Gästekarte werde die Abrechnung „präziser“, so Riesch.

Gerade jetzt, da die Urlauber den gesamten RVO-Bereich zwischen Allgäu und Chiemsee kostenlos nutzen dürfen, würden so auch mögliche Irritationen von Busfahrern wegfallen, wenn ihnen die ihnen wenig vertraute Jachenauer Gästekarte vorgehalten wird.

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Zu entscheiden sei noch, welche Art von Gästekarte man einführt. Riesch stellte dem Gemeinderat zwei Varianten vor: Einmal die „Basiskarte“, die den Gast nichts koste und mit der die Jachenau auf Gemeindeebene dieselben Vergünstigungen anbieten könne wie bisher, sprich: in erster Linie freien Eintritt zu örtlichen Veranstaltungen wie Heimatabenden im „Schützenhaus“ und die Rückerstattung eines Teils der Mautgebühren am Walchensee-Südufer. „Ob dann auch der Forstbetrieb Lesegeräte bräuchte, das müsste man dann noch im Detail besprechen“, so Riesch.

Eine andere Möglichkeit wäre, auf die bestehende „Königscard“ aufzuspringen. Damit würden die Urlauber von zahlreichen Vergünstigungen in allen beteiligten Kommunen profitieren – von den Königsschlössern bis hin zu Attraktionen im Raum Garmisch-Partenkirchen und Murnau. Deren Anbieter würden über ein Umlagesystem für die Preisnachlässe entschädigt, die sie gewähren. Dafür müssten aber auch die Gäste in den entsprechenden Topf einzahlen und für die „Königscard“ vier bis fünf Euro pro Person und Nacht bezahlen.

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Ein Ziel, so Riesch, bleibe freilich die Einführung einer einheitliche Gästekarte für den gesamten Landkreis. Daran werde auch gearbeitet – aber eben auch schon seit zehn Jahren darüber diskutiert. Die Königscard sei zuletzt von Seiten der Tölzer land Tourismus als eine Möglichkeit vorgestellt worden. Die Gemeinde Lenggries, die vor einigen Jahren vorpreschte und ihre eigene Gästekarte einführte, werde dadurch aber wohl auch in Zukunft eine „Insellösung“ bleiben.

Wie man weiterverfährt, das will Riesch in absehbarer Zeit bei einer Vermieterversammlung diskutieren, zu der Fachleute eingeladen werden. Auf die Gemeinde würden in jedem Fall Anschaffungskosten in Höhe von 3000 bis 5000 Euro für die Karten zukommen.

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