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Rasende Radler: Jachenau und Wackersberg möchten ihnen mit Schildern Einhalt gebieten. 

Jachenau plant Beschilderung

Mountainbiker sauer: Reden statt verbieten

Jachenau - Die Jachenau möchte durch Schilder Mountainbiker von manchen Wegen fernhalten. Das stößt Bergradlern sauer auf. Sie setzen eher auf den Dialog.

Es ist ein schon lange bekanntes Problem in vielen Gemeinden der Region, das nun an den sonnigen Wochenenden wieder an Schärfe gewinnen wird: Die Nutzung von Wegen und Steigen durch Mountainbiker. Negative Erfahrungen mit allzu sportlichen Radlern veranlassten den Gemeinderat in der Jachenau nun dazu, ein Beschilderungskonzept zu planen. Ziel: Mountainbikerüber fürs Radeln ungeeignete Steige informieren.

Die Interessenvertretung der Mountainbiker DIMB zeigt sich von dem Vorstoß der Gemeinde Jachenau irritiert, hatte sie doch erst aus dem Tölzer Kurier von den Beschilderungsplänen erfahren. „Dabei haben wir bei einem Treffen mit Bürgermeister Georg Riesch im letzten Jahr noch unsere Hilfe bei der Ausarbeitung von Konzepten angeboten“, wundert sich Tobias Krause, Sprecher der Gruppe „Bayerische Voralpen“ der Mountainbiker-Vertretung. Riesch wie auch die Gemeinde hätten seitdem jedoch nichts mehr von sich hören lassen, auch nach dem Gemeindebeschluss zur Beschilderung wurden die Mountainbiker nicht mehr kontaktiert. Darum wendet sich die DIMB nun mit einer schriftlichen Stellungnahme an die Gemeinde.

In dieser weisen die Radler darauf hin, dass die grundsätzliche Ausschließung von Radfahrern aus der Nutzung von Wegen und Steigen rechtlich unmöglich sei. Krause stört sich vor allem an der Gegenüberstellung von Wanderern und Mountainbikern: „Man denkt hier immer schwarz-weiß. Die Wanderer auf der einen Seite und die Mountainbiker auf der anderen. Dabei sind viele mittlerweile flexibel: einmal gehen sie wandern, das nächste Mal sind sie dann mit dem Mountainbike unterwegs.“ Der Jachenauer Plan gehe auf solche Entwicklungen gar nicht ein, im Gegenteil: laut DIMB ist er „in hohem Maße dazu geeignet, Konflikte unter den Naturnutzern erst zu schaffen und zu verstärken“. Man müsse aufhören, den Radlern den schwarzen Peter zuzuschieben. Zwar gebe es unter den Mountainbikern wie überall schwarze Schafe, neuesten Untersuchungen zufolge sei der Radsport jedoch „eine der umweltfreundlichsten Sportarten“.

Dass es bei der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Interessenverbänden auch anders gehen kann, zeigt Krause am Beispiel der Gemeinde Kreuth. Unter Einbindung der Mountainbikevertretung wurde hier ein Schildkonzept entwickelt, dass nicht an Verbote erinnern, sondern zur gegenseitigen Rücksichtnahme anregen soll. Mit der Zeit sollen die Schilder im einheitlichen Design regionsübergreifend eingerichtet werden, um einen hohen Wiedererkennungswert zu erreichen. Alleingänge der Gemeinde Jachenau, die einem einheitlichen Auftreten nicht entsprächen, sehen die Mountainbiker daher als „problematisch“ an.

Trotz der bisher mangelnden Kommunikation seitens der Gemeinde Jachenau zeigt sich Krause weiter offen für Gespräche: „Unlösbare Probleme gibt es hier nicht. Man muss nur miteinander reden.“ So könne man zum Beispiel ein Gesamtkonzept erarbeiten, welches sowohl Wanderern als auch Mountainbikern spannende Routen und genügend Freiheit bietet. „Man muss sich bei einer Beschilderung genau überlegen, wen man wohin schickt.“ Markus Henseler

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