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Beim Infoabend warnten Markus Neumann (li.) und Rainer Körner vor den gesundheitlichen Gefahren durch immer mehr Strahlen belastungen. 

Jachenau reagiert sensibel auf neuen Mobilfunkstandard

Jachenau Wie viel Maschine braucht der Mensch? Im Tal funktioniert das Mobiltelefon, das Internet ebenso, und zur weiteren Verbesserung treibt die Gemeinde den Glasfaserausbau voran, wie Bürgermeister Georg Riesch als Gast der Veranstaltung versicherte. Braucht die Jachenau trotzdem die neue Mobilfunkgeneration 5G, damit etwa noch größere Datenmengen heruntergeladen werden können und autonomes Autofahren möglich wird? Dazu gab es in der Jachenau eine gut besuchte Informationsveranstaltung, bei der sich der Baubiologe Markus Neumann aus Wackersberg und der Jachenauer Heilpraktiker Rainer Körner sehr kritisch mit 5G auseinandersetzten.

Im vergangenen Jahr hat der Staat die Lizenzen für die neuen Frequenzen für einen Milliardenbetrag an die Mobilfunkanbieter versteigert, nun werde von der Branche im Sinne ihrer Wachstumsideologie starker Druck aufgebaut für das neue 5G, betonte Rainer Körner. „Doch wir brauchen das überhaupt nicht.“ Markus Neumann erklärte den Zuhörern anhand seiner Apparaturen und Statistiken, wie problematisch die Strahlenbelastung für den menschlichen Körper sei: „Der Mensch ist eine perfekte Antenne, die mit der Strahlung in Resonanz geht, dabei entsteht in den Zellen ein Chaos.“

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Viele Menschen seien elektrosensibel, erklärte Neumann, und Kinder seien in ihrer gesunden Entwicklung noch sehr viel stärker gefährdet, weil sich ihr Nervensystem noch in der Ausbildung befinde. Er zitierte unabhängige seriöse Studien, die auf eine Vielzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen hindeuten: von der Verklumpung der roten Blutkörperchen und Schlafstörungen bis zu Schädigungen des Erbgutes, Depressionen, Hirntumoren und Alzheimer. Studien, die eine Gefährdung ausschließen, seien „allesamt von der Branche gekauft“, beklagte Neumann. Für das neue 5G würden Fakten geschaffen, obwohl „die gesundheitlichen Risiken völlig unzureichend erforscht sind“.

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Von allen Vorläufern unterscheidet sich das 5G laut Neumann durch seine geringe Reichweite, was ein sehr dichtes Antennen-Netz im Abstand von 50 bis 100 Meter erforderlich mache. Eine Gemeinde könne sich gegen die Einführung von 5G zur Wehr setzen, ergänzte Rainer Körner und verwies auf das Beispiel der Stadt Brüssel und der Gemeinde Bad Wiessee. Aber auch die Jachenau drängt sich offenbar überhaupt nicht um das neue Netz: „Wir sind gut aufgestellt, sehen keinen Handlungsbedarf und beteiligen uns auch nicht aktiv an einer Standortsuche für Masten“, betonte Bürgermeister Georg Riesch, der übrigens verriet, dass er selbst „ganz gut ohne Handy auskommt“. Riesch machte aber auch deutlich: „Diejenigen, die mich wegen Funklöchern ansprechen, sind mehr als jene, die mir ihre Sorgen hinsichtlich der Strahlenbelastungen mitteilen.“ Rainer Körner nannte Beispiele, wie man diese Belastung reduzieren kann: „Nicht mit dem Handy direkt am Ohr telefonieren, sondern mit Freisprechanlage oder einem Airtube-Headset, möglichst nicht im fahrenden Auto telefonieren und das WLAN nur bei Nutzung einschalten – und kein Handy in Kinderhände!“ Ein Zuhörer regte an, dass man „die Kinder selbst für das Problem sensibilisieren sollte“. Daraufhin erklärten sich Körner und Neumann spontan zu einem Auftritt in der Jachenauer Schule bereit.  (rbe)

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