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Für die Bergung des Lkws im Wald war ein Fahrzeug gekommen, an dessen zwei Winden ein Gewicht von jeweils 28 Tonnen gezogen werden konnte.

Jachenau

Nach Holzlaster-Unfall in Jachenau: Geringer Schaden in der Natur

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    Christiane Mühlbauer
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In der Jachenau ist am Freitag ein vollbeladener Holzlaster in den Klausengraben gestürzt. Der Fahrer sprang aus dem kippenden Wagen. 

Update am 8. Oktober, 14 Uhr:

Der Unfall des Lasters hat in der Natur keinen nennenswerten Schaden hinterlassen: „Es wurden nur geringe Mengen an Betriebsstoffen freigesetzt Der Kraftstoff- und der Hydrauliktank des Lkw blieben unbeschädigt und liefen nicht aus“, berichtet Marlis Peischer, Pressesprecherin des Tölzer Landratsamts, auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Ausgelaufene Betriebsstoffe, die vermutlich aus einer beschädigten Kraftstoffleitung stammten, wurden mittels Ölbarrieren und Bindemittel-Granulat im Bach gebunden. „Es bestand somit letztlich keine Gefahr für die Natur.“

Update am 5. Oktober, 12.56 Uhr:

Jachenau - Die Bergung des Holzlasters ist noch am Freitagabend geglückt. „Unser Einsatz war um 19.30 Uhr beendet“, berichtet Andreas Demmel, Kommandant der Feuerwehr Jachenau. Die Bergung sei kompliziert und langwierig gewesen, das Fahrzeug wurde doppelt abgesichert. Dafür war von der Firma aus Österreich ein großes Bergefahrzeug gekommen, an dessen zwei Winden ein Gewicht von jeweils 28 Tonnen gezogen werden konnte. „Das Fahren auf der Forststraße war kein Problem, sie ist für große Fahrzeuge ausgelegt“, sagt Demmel. 

Zusammen mit der Feuerwehr Walchensee wurde der Hang am Freitagabend noch mit Planen abgedeckt, so dass die ausgelaufenen Betriebsstoffe nicht in den regennassen Boden einsickern. „Wir sind am Samstag und Sonntag nochmal vor Ort, um das zu prüfen“, berichtet Klaus Melf, Kommandant der Feuerwehr Walchensee. Beide Feuerwehr-Kommandanten berichten, dass nicht so viel Kraftstoff ausgetreten sei wie anfangs befürchtet worden war. „Der Unfall war glimpflicher als gedacht“, sagt Demmel.

Eine gute Nachricht gibt es auch von dem verletzten Fahrer: Der 28-Jährige kommt am Montag aus dem Unfallkrankenhaus Murnau, berichtet der Geschäftsführer der österreichischen Firma auf Anfrage des Tölzer Kurier.

Bei einem Frontalcrash auf der B11 bei Walchensee kam für einen 19-Jährigen jede Hilfe zu spät.

Update am 4. Oktober, 16.24 Uhr:

Jachenau - Noch immer ist die schwierige Bergung des verunglückten Holzlasters nicht abgeschlossen. Die Einsatzkräfte der Jachenauer Feuerwehr sind zwar gerade kurz ans Gerätehaus zurückgekehrt, brechen demnächst aber laut Kommandant Andreas Demmel wieder zur Unfallstelle auf. „Wir leuchten die Einsatzstelle aus und schauen, dass keine Betriebsstoffe austreten“, sagt Demmel. Er hoffe aber, dass die Bergung des Lastwagens noch am Freitag abgeschlossen werden könne.

Die Polizei hat in der Zwischenzeit auch den entstandenen Sachschaden geschätzt. Dieser wird mit rund 80.000 Euro beziffert. 

Die ursprüngliche Meldung von 11 Uhr:

Jachenau - Es war gegen 7.30 Uhr, als die Erstmeldung einging. Wie die Polizei Bad Tölz berichtet, war der Fahrer eines österreichischen Holzlasters auf der Forststraße vom Altlacher Hochkopf auf dem Weg zurück ins Tal. Aus noch unbekannter Ursache brach auf Höhe des Klausengrabens ein Stück vom Bankett ab, und der tonnenschwere Laster begann samt Anhänger zu kippen.

Jachenau: Vollbeladener Holzlaster kippt in Graben - Fahrer springt

Die Polizei Tölz spricht von großem Glück, dass sich der Fahrer, ein 28 Jahre alter Österreicher, noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Als das Fahrzeug zu kippen begann, sprang er aus dem Fahrerhaus. Der Laster stürzte innerhalb von Sekunden zehn bis fünfzehn Meter tief in den Klausengraben. 

Mit dem Helikopter wurde der Fahrer nach Murnau gebracht. 

Laut Polizei war vor dem 28-Jährigen noch ein weiterer Holzlaster auf dem Weg ins Tal unterwegs. Dessen Fahrer hatte an besagter Stelle keine Probleme gehabt und kam seinem Kollegen sofort zu Hilfe. Nach dem Notruf eilten zahlreiche Rettungskräfte in das abgelegene Gebiet: die Wasserwacht Walchensee, die Feuerwehren aus Walchensee und Jachenau, die Polizei, die Bergwacht aus Krün, ein BRK-Rettungswagen aus Kochel sowie der Rettungshubschrauber aus Murnau.

Holzlaster in Jachenau umgekippt: Fahrer verletzt

Nach ersten Angaben hat sich der Lkw-Fahrer bei dem Sprung aus dem Fahrerhaus das Bein gebrochen. Der Rettungswagen brachte ihn ins Tal, dort wurde der Mann von der Helikopter-Besatzung nach Murnau geflogen. Die Bergwacht Krün sicherte die Ersthelfer bei der Begutachtung der Unglücksstelle.

Holzlaster stürzt in Klausengraben: Schwierige Bergungsaktion angelaufen

Mittlerweile ist die Bergung des Lkw angelaufen. Laut Polizei gestaltet sie sich sehr aufwändig und wird von der österreichischen Firma koordiniert. Vor Ort sind laut Polizei auch Vertreter des Tölzer Landratsamts, der Staatsforsten und des Wasserwirtschaftsamts Weilheim. Auch Mitglieder der Feuerwehr Jachenau sind noch vor Ort. Sie haben eine Wassersperre errichtet, damit auslaufendes Öl nicht in den See gelangt. Laut Polizei ist die ausgetretene Menge aber bislang gering. Wie lange die Bergungsaktion dauern wird, ist zur Stunde nicht absehbar.

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