Begehrte Stellplätze: Die Gemeinde Jachenau betreibt vier Wanderparkplätze. Wegen des großen Andrangs kommt diesen Sommer behelfsweise noch eine Wiese in Laich dazu, die auch gestern gut belegt war. 
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Begehrte Stellplätze: Die Gemeinde Jachenau betreibt vier Wanderparkplätze. Wegen des großen Andrangs kommt diesen Sommer behelfsweise noch eine Wiese in Laich dazu, die auch gestern gut belegt war. 

Gemeinderatssitzung 

Jachenau verdoppelt die Parkgebühr

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Aus Sicht von Bürgermeister Klaus Rauchenberger war der Schritt „ überfällig“: Der Gemeinderat hat am Dienstag beschlossen, die Gebühren auf den gemeindlichen Wanderparkplätzen zu erhöhen – genauer gesagt von zwei auf vier Euro zu verdoppeln.

Jachenau –Gerade in jüngster Zeit waren die Jachenauer Parkplätze immer wieder einem regelrechten Ansturm ausgesetzt. Nachdem es an den ersten Ausflugstagen nach den Corona-Beschränkungen teils chaotische Parkverhältnisse entlang der Staatsstraße gab, sorgte es zuletzt für Erleichterung, dass Landwirt Josef Orterer eine Wiese im Ortsteil Laich als Behelfsparkplatz zur Verfügung stellte (wir berichteten). „Wir haben gerade vereinbart, dass wir diese Wiese den Sommer über weiter nutzen können“, erklärt Bürgermeister Klaus Rauchenberger gegenüber dem Tölzer Kurier. Die örtliche Feuerwehr trug zudem durch Einweise-Einsätze zu geordneteren Verhältnissen bei – zuletzt an Pfingstsonntag und -montag. Letzterer Tag habe sogar den Ansturm von vor zwei Wochen „in den Schatten gestellt“, so Rauchenberger. Der Einsatz der Feuerwehr sei zwar „ein super Angebot“, so der Bürgermeister im Gemeinderat. Es könne aber auf Dauer nicht sein, dass hier jedes Wochenende der ehrenamtliche Dienst gefordert sei.

Ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehr keine Dauerlösung 

Die nun beschlossene Gebührenerhöhung hat laut Rauchenberger aber nichts mit den aktuellen Ereignissen zu tun. Tatsächlich war davon auch im Gemeinderat seit mindestens einem Jahr immer wieder die Rede. Die bisherige Tagespauschale von zwei Euro ist nach Rauchenbergers Meinung im Vergleich zu Parkplätzen in anderen Gemeinden „viel zu niedrig“. Er verweist darauf, dass die Gemeinde zum Beispiel in Petern vor einigen Jahren eigens eine Grünfläche gekauft und den Parkplatz neu installiert habe. Darüber hinaus gebe es Instandhaltungskosten, zu denen unter anderem das Aufstellen und der Unterhalt von Hundetoiletten zählen.

Bislang nimmt die Gemeinde jährlich rund 30 000 Euro an Gebühren auf den Parkplätzen ein: am Schützenhaus, in Niggeln gegenüber der Zimmerei Danner, in Petern sowie in Laich nahe Volvo Gerg – jetzt erweitert um die benachbarte Wiese.

Gebührenerhöhung beschlossen 

Strittig war im Gemeinderat allein der Betrag der Erhöhung. Eugenie Grünwald plädierte für eine Tagespauschale von fünf Euro – „bei dem, was wir in den letzten Tagen erlebt haben“. Das befürwortet auch Andreas Demmel, Gemeinderat und Feuerwehr-Kommandant. Bei den jüngsten Einsätzen habe er in Gesprächen erfahren, dass die Einheimischen eine Gebührenerhöhung mehrheitlich befürworten und die Gäste über den niedrigen Betrag von zwei Euro oft überrascht seien.

Das Problem der Wanderer sei eher, dass sie oft keine Zwei-Euro-Münze parat hätten. Daher plädierte Demmel für die Anschaffung von Parkautomaten, an denen man mit Scheinen und mit Karte bezahlen kann. Das erachtete auch Josef Orterer als „Standard“. Er sah die Gebührenerhöhung insgesamt „zwiegespalten“. Fünf Euro seien angemessen – „aber erst, wenn wir an den Parkplätzen auch öffentliche Toiletten haben“. Und bei vier Euro verschärfte sich das Wechselgeldproblem. „Wer keinen Zwickel hat, hat erst recht keine zwei Zwickel.“ Schon jetzt seien die angrenzenden Gaststätten „zu Wechselstuben verkommen“.

Neue Parkautomaten erst am August lieferbar 

Auch Georg Riesch jun. äußerte Bedenken. „Wenn die Parkgebühr zu hoch wird, begünstigt man vielleicht das Schwarzparken an der Straße.“ Demmel hegte stattdessen die Hoffnung, dass ein höherer Betrag den ein oder anderen motiviert, von Kochel oder Lenggries aus gleich das Radl zu nehmen, statt die Fahrräder mit dem Auto in die Jachenau zu transportieren – was wiederum Josef Danner für eine Illusion hielt.

Am Ende stimmten Grünwald, Demmel, Jost Gudelius und Klaus Stock für eine Erhöhung auf fünf Euro, Rauchenberger, Danner, Riesch, Orterer und Georg Kohlhauf – und damit die Mehrheit – wollten es bei vier Euro belassen. Die Parkautomaten sollen nun innerhalb von 14 Tagen umprogrammiert werden. Parallel will sich der Bürgermeister über Möglichkeiten einer Umrüstung auf die Akzeptanz von Karten und Scheinen erkundigen. Neue Parkautomaten seien ohnehin erst ab August lieferbar.

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