Die Jachenauer Kirchturmuhr soll bald wieder die richtige Zeit anzeigen.
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Die Jachenauer Kirchturmuhr soll bald wieder die richtige Zeit anzeigen.

Aus dem Gemeinderat D

Jachenauer Kirchenuhr wird erneuert - davor muss Fledermausdreck aber weg

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Die Jachenauer Kirchturmuhr wird erneuert. Davor muss jedoch gründlich saubergemacht werden. Denn Fledermäuse haben im Turm reichlich Exkremente hinterlassen.

Jachenau – Der Jachenauer Kirchturmuhr schlägt die Stunde: Nachdem sie in die Jahre gekommen ist, bekommt sie demnächst ein neues Uhrwerk sowie eine digitale Steuerung. Die dazu nötige Ausgabe von rund 3500 Euro hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet. Dabei kam allerdings auch eine unerwartete Komplikation zur Sprache – und die hängt mit der Kleinen Hufeisennase zusammen. Zunächst einmal erläuterte Bürgermeister Klaus Rauchenberger in der Sitzung, warum die Gemeinde überhaupt für die Instandhaltung der Kirchenuhr zuständig ist. „Das kommt noch aus früheren Zeiten, als die Gemeinde eine öffentliche Zeitanzeige bereitstellen musste.“ In den vergangenen Jahren aber habe die Uhr „immer größere Macken“ entwickelt, die sich mittlerweile durch kleine Reparaturen nicht mehr beheben ließen. Deswegen habe die Gemeinde eine Spezialfirma aus Biberach kommen lassen. „Es gibt ganz wenige Firmen, die sich überhaupt mit Kirchenuhren auskennen“, sagte Rauchenberger.

Davor muss im Turm noch sauber gemacht werden

Diese Firma habe nun vorgeschlagen, zwar das alte Ziffernblatt an der Kirche zu belassen, aber den Uhrantrieb auszutauschen und in der Sakristei eine Digitalsteuerung einzubauen. Dagegen hatte niemand im Gemeinderat etwas einzuwenden. Georg Riesch, der sich auch als Kirchenpfleger engagiert, fragte aber nach, wann genau die Arbeiten an der Uhr vorgesehen seien – es gebe da nämlich ein Problem. Der Jachenauer Kirchturm bietet bekanntlich Fledermäusen eine Heimstatt. Die Population einer vom Aussterben bedrohten Art, der Kleinen Hufeisennase, hat sich hier in den vergangenen Jahren auf aus Naturschutzsicht erfreuliche Weise entwickelt. Das bedeutet aber auch: Im Kirchturm haben sich reichlich Exkremente der Tiere angesammelt, wie Riesch berichtete. Für einen Monteur, der zum Arbeiten hinaufgehen müsste, wäre das „nicht zumutbar“, meinte er. „Nicht, dass der noch sterbenskrank davon wird.“

Vor Erneuerung der Uhr muss Turmreinigung erfolgen

Deswegen wolle man möglichst vorher noch die überfällige Turmreinigung in Angriff nehmen. „Aber das geht im Moment nicht.“ Eine Anfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt habe ergeben: Die Fledermäuse haben um diese Jahreszeit gerade Junge. Die streng geschützte Art dürfe in ihrer Brutphase nicht gestört werden. Aus dem Amt habe es aber auch ein positives Signal gegeben: Eine mögliche Beteiligung an den Reinigungskosten sei in Aussicht gestellt worden. Rauchenberger versprach, sich nach dem konkreten Liefertermin für das Uhrwerk zu erkundigen. Nach Stand der Dinge könnte das in etwa vier Wochen sein. „In der Zeit könnten wir es zusammenbringen“, meinte Riesch. Und wenn nicht, lasse sich die Montage bestimmt auch verschieben, meinte Rauchenberger. „Schlimmstenfalls funktioniert die Uhr noch ein paar Wochen nicht.“

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