+
Auf der Suche nach innovativen Design-Ideen in der Gastronomie stieß Autorin Johanna Warham (61) auch auf das „Ludwig’s“ in Wackersberg-Strass.

Neuerscheinung

Jachenauerin präsentiert Buch über Gastro-Design aus aller Welt

  • schließen

Johanna Warham stellt im Buch „Gasträume“ Gestaltungsideen in der Gastronomie vor – unter anderem aus Wackersberg.

Jachenau/Wackersberg– Was hat das Restaurant Ludwig’s am Strasserhof mit einem knallig-gelben Teehaus im Süden Chinas, einem Gourmet-Tempel in einem altehrwürdigen Lissaboner Palast und dem ersten digitalen Restaurant Berlins gemeinsam? Alle diese Betriebe haben Eingang gefunden in das jüngst erschienene Buch „Gasträume“, das innovative Designideen im Gastronomiebereich vorstellt. Autorin ist die Jachenauerin Johanna Warham.

„Bisher hatte ich in meinem Leben – beruflich wie privat – viel mit gutem Essen zu tun. Jetzt habe ich einmal die Perspektive gewechselt“, sagt die Autorin. Tatsächlich widmete sich die 61-Jährige über weite Teile ihres Berufslebens dem Thema Lebensmittel: Sie leitete von der Jachenau aus die Redaktion des Fachmagazins „Servisa“ für die Foodbranche. Nach 30 Jahren wollte sich Johanna Warham soeben „am Ruhestand versuchen“, wie sie sagt, als ein neues Projekt auf sie zukam. Der Deutsche Fachverlag in Frankfurt, zu dem sie aus ihrer Chefredakteurstätigkeit Kontakt hatte, plante ein Buch über Gastro-Design und fragte die Jachenauerin, ob sie die Aufgabe übernehmen würde.

Sie wollte und machte sich weltweit auf die Suche nach innovativen, nachahmenswerten Gestaltungsideen – über ihr berufliches Netzwerk, per Internet, über Architekten und auf Reisen. Das Ergebnis ist ein edler Hochglanz-Bildband, der 31 Objekte vorstellt: vom Edelrestaurant in Dubai bis zur Fast-Food-Kette in Kapstadt, vom Paulaner-Bräuhaus in Singapur bis zur Gymnasiums-Mensa in Frankreich.

Besonderheiten hat Warham dabei viele entdeckt und manche Trends ausgemacht. Beispiel Digitalisierung: In der „SAP Data Kitchen“ in Berlin können die Gäste ihr Menü vorab per App bestellen und bezahlen. Es steht dann zur gewünschten Zeit in einer Box in der sogenannten „Food Wall“ bereit. Zwischenmenschliche Kontakte erleichtern sollen dagegen die „Community Tables“. In einer Zeit, in der Single-Wohnungen bereits ohne Küche geplant werden, können Alleinstehende an eigens dafür konzipierten großen Tischen Platz nehmen – Gesellschaft bei der Nahrungsaufnahme inklusive. Überhaupt werden nach Warhams Beobachtung immer mehr Lebensbereiche in die Gastronomie verlegt. Sie stellt Lokale vor, die als „Co-Working-Areas“ oder „öffentliche Wohnzimmer“ dienen. Warhams besonderes Interesse zogen Betriebe auf sich, die durchgängig und authentisch eine „Geschichte erzählen“. Da ist etwa das „Saltz“ in Zürich, das in seiner Gestaltung mannigfach die Schweizer Bergwelt widerspiegelt: Da sind die Gebirgsketten-Silhouette als Linie an der Wand, ein an Schnüren im Raum schwebender Granitblock und Bergsteigerseile, die sich unter der Decke spannen: „Alles ist bis ins Kleinste durchdacht“, sagt Warham.

In diese Reihe gehört auch das „Ludwig’s“ in Strass. Es sei „im Stil des Baumeisters Gabriel von Seidl“ erbaut und strahle „herrschaftliche Eleganz“ aus, schreibt Warham. Das durchgängige Thema sei hier der Name Ludwig – durch Bezüge zu Ludwig von Beethoven, Ludwig Thoma, König Ludwig II. und Kaiser Ludwig IV. bis hin zu Ludwig Perras, Vater von Eigentümer Tassilo Perras. „Ich wollte etwas Lokalkolorit aus meinem persönlichen Umfeld einbringen – und ich hatte noch nichts Vergleichbares im Buch“, erklärt die Autorin.

Nach welchen Kriterien wählte sie sonst die Objekte für ihr Buch aus? Zum einen durften die Lokale nicht älter als zwei Jahre sein. Davon abgesehen zählte nur eins: „Mein Bauchgefühl“, sagt Johanna Warham.

Eigene Kapitel hat sie Interviews mit Star-Architekt Matteo Thun oder Brauerei-Chef Jeff Maisel sowie dem Thema Toilettenvorräume gewidmet. Auch wenn das Ergebnis jedem gefallen dürfte, der Freude an schöner Einrichtung hat: Gedacht ist das Buch in erster Linie fürs Fachpublikum. Designer, Innenarchitekten, Investoren und Gastronomen können sich hier über neue Entwicklungen und Ansätze informieren und sich inspirieren lassen – Ideenklau durchaus erlaubt. Sie dürften es auch sein, die den stolzen Preis von 98 Euro in die hochwertige Publikation investieren werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aufgepasst: Auf Lenggries‘ Straßen ist es gerade spiegelglatt
Aufgepasst: Auf Lenggries‘ Straßen ist es gerade spiegelglatt
Tipps gegen Langweile: Das ist los am Freitagabend
Tipps gegen Langweile: Das ist los am Freitagabend
In Bichl öffnet sich um 18 Uhr ein weiteres Adventsfenster
In Bichl öffnet sich um 18 Uhr ein weiteres Adventsfenster
Tölzer Jazz-CD „Swinging Christmas“ wieder erhältlich
Tölzer Jazz-CD „Swinging Christmas“ wieder erhältlich

Kommentare