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Mit Hilfe des kleinen Kästchens, das am Glockenriemen befestigt wird, lässt sich der Standort jeder Kuh bestimmen. Ausgetüftelt hat das System Matthias Engel.

Der „Almwächter“

Sie läutet nicht, sie funkt: Erfinder sucht Alm, um elektronische Kuhglocke zu testen

Matthias Engel aus der Jachenau hat eine elektronische Kuhglocke erfunden. Sie ist bereit für die ersten Tests. Jetzt sucht er für den Sommer eine Alm zum Ausprobieren.

Lenggries/Jachenau Weite Touren muss das Almpersonal oft machen, um das ihm anvertraute Vieh im weitläufigen Gelände nicht aus den Augen zu verlieren. Matthias Engel, IT-Fachmann und seit zehn Jahren in der Jachenau ansässig, hat sich dazu was einfallen lassen: Er hat eine „elektronische Kuhglocke“ konstruiert.

Bei der Almbauernversammlung in Lenggries wurde die Neuerung jetzt vorgestellt. Mit  Hilfe der elektronischen Glocke lässt sich der Aufenthaltsort eines Tieres ziemlich punktgenau nachvollziehen. Besonders vorteilhaft sei dies etwa bei Einzelgänger-Tieren sowie verunglückten oder kranken Tieren, wie Engel aus seiner Hüter-Zeit auf der Bichleralm aus eigener Erfahrung weiß. „Und man kann Zeit für andere Arbeiten gewinnen.“

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Engels Erfindung sieht natürlich nicht wie eine klassische Glocke aus. Vielmehr Das handelt es sich um ein kleines Kästchen mit integrierter Antenne und Solarzelle. Dieses wird am Glockenriemen befestigt. Die Positionsbestimmung erfolgt über GPS. 

Um dann via Handy oder Tablet die Bewegungsmeldungen abfragen zu können, braucht es einen an der Almhütte angebrachten 6-Watt-Empfänger. Und der wiederum benötigt Strom. Wichtig sei ihm bei seiner Erfindung gewesen, dass für die Datenübermittlung kein Drittanbieter eingeschaltet werden müsse, die Akku-Laufzeit für den gesamten Almsommer reiche und die Funk-Reichweite ausreichend sei, erklärte Engel.

Und was kostet dieser neue „Almwächter“, der die althergebrachten Kuhglocken keinesfalls ersetzen soll? Entsprechend dem derzeitigen Aufwand käme das Funkkastl laut Engel auf „unter 150 Euro“ und der Empfänger auf 700 Euro. Bei größerer Nachfrage würde das Ganze natürlich billiger.

Für diesen Sommer sucht Engel jedenfalls eine große Alm mit viel Vieh und einem Laptop-geübten Hirten, um sein Gerät, das bei guten Bedingungen 15 Kilometer Reichweite haben soll, ausgiebig testen zu können.

Rosi Bauer

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