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Zwei Rückkehrer und zwei Neuzugänge leisteten vor Bürgermeister Klaus Rauchenberger (li.) ihren Amtseid (stehend, v. li.): Josef Danner, Josef Orterer, Andreas Demmel und Georg Riesch jun..

Konstituierende Sitzung

Josef Danner ist Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Jachenau

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Wahl zum Zweiten Bürgermeister der Jachenau fiel nicht ganz so aus, wie es sich der neue Rathauschef Klaus Rauchenberger vorgestellt hatte.

Jachenau – In der konstituierenden Gemeinderatssitzung im „Schützenhaus“ hat der neuer Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger am Dienstagabend feierlich seinen Amtseid geleistet. Nur wenige Minuten später erlebte er auch schon die erste Überraschung: Zu seinem Stellvertreter wurde mit 5:4 Stimmen Gemeinderats-Rückkehrer Josef Danner gewählt.

Rauchenberger hatte Georg Kohlhauf für den Posten des Zweiten Bürgermeisters vorgeschlagen. Ihn bestimmte das Gremium anschließend einstimmig zum Dritten Bürgermeister.

Josef Danner erlebt ein gelungenes Comeback in den Gemeinderat Jachenau 

Für Danner ist es ein gelungenes Comeback: Dem Gemeinderat hatte der Neffe des ehemaligen Bürgermeisters Kaspar Danner in der vergangenen Amtsperiode nicht angehört. Nach seiner ersten Amtszeit von 2008 bis 2014 hatte er nicht mehr kandidiert. Die Fahnen der Jachenau hielt er allerdings als Freie-Wähler-Kreisrat hoch. Heuer nun trat er auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) – statt wie früher für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) – erneut an. Auf Anhieb erhielt er mit 745 Stimmen das beste Ergebnis aller UWG-Kandidaten. In der Sitzung am Dienstag nun schlug ihn Jost Gudelius im Namen der UWG-Fraktion als Zweiten Bürgermeister vor.

Treue zu Grundgesetz und bayerischer Verfassung gelobte Bürgermeister Klaus Rauchenberger vor Gemeinderats-„Alterspräsidentin“ Eugenie Grünwald.

Ein gutes Wahlergebnis – mit 792 Stimmen das beste aller Kandidaten – sowie sieben Jahre Gemeinderats-Erfahrung hatte auch Georg Kohlhauf (FWG) im Rücken. Im Jachenauer Gemeinderat haben FWG und UWG je vier Sitze, auch Rauchenberger gehört der FWG an. Wäre also streng nach Fraktionsgrenzen abgestimmt worden, hätte Kohlhauf die Mehrheit erhalten. Es hat aber auch eine gewisse Tradition, dass Erster und Zweiter Bürgermeister aus den unterschiedlichen Gruppierungen kommen.

Überraschende Wahl bringt Besetzung der Ausschüsse durcheinander

Rauchenberger hatte denn auch sichtlich kein Problem damit, sich auf die Zusammenarbeit mit Danner einzustimmen – auch wenn die Wahl nicht ganz zu seinen vorab ausgearbeiteten Plänen zur Besetzung der Ausschüsse und der Ressorts passte. Als Zweiter Bürgermeister gehört Josef Danner nun dem Haushalts- und Finanzausschuss an, in dem mit Eugenie Grünwald und Josef Orterer zwei weitere UWG-Gemeinderäte und mit Klaus Stock nur ein FWG-Vertreter sitzen. Gleichzeitig wollte Rauchenberger im Bauausschuss nicht auf Danners Expertise als Zimmerer verzichten. So wurde die Mitgliederzahl per Änderung der Geschäftsordnung von vier auf fünf erhöht. Neben Danner gehören dem Bauausschuss Georg Kohlhauf, Georg Riesch jun. und Andreas Demmel (alle FWG) sowie Jost Gudelius (UWG) an.

In der Jachenau fällt zudem jedem Gemeinderat ein Themenbereich zu, um das er sich speziell kümmert. Hier hat Danner nun das Ressort Finanzen inne.

Klaus Rauchenberger traut jetzt Paare in der Jachenau

Außer Danner zog mit Josef Orterer noch ein Rückkehrer in den Gemeinderat ein. Beide wurden – „doppelt hält besser“, sagte Orterer – zusammen mit den Neuzugängen Georg Riesch jun. und Andreas Demmel in der Sitzung noch einmal vereidigt.

Außerdem beschäftigte sich das Gremium mit Formalitäten der Geschäftsordnung. Auf Vorschlag von Klaus Stock wurde festgelegt, dass die Sitzungen, die um 19.30 Uhr beginnen, spätestens um 22 Uhr zu Ende sein sollen. „Manchmal ging es bis weit in die Nacht“, sagte Stock. „Dann lässt die Konzentration nach. Wenn Punkte nicht ausdiskutiert werden können, sollten wir sie lieber verschieben.“ Das Sitzungsgeld erhöhte das Gremium von 10 auf 20 Euro – womit man weiter unter den in den meisten anderen Gemeinden üblichen 30 Euro liege, wie Eugenie Grünwald sagte.

Bekannt gegeben werden die Sitzungstermine jetzt nur noch auf zwei Anschlagtafeln, nämlich vor dem Rathaus und am Gemeindehaus in Friedeln. Die Tafel am Feuerwehrhaus fällt weg.

Trauungen in der Jachenau führt als Standesbeamter ab sofort Klaus Rauchenberger durch.

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