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Der Jachenauer Kindergarten braucht Verstärkung. Nun wird eine Vollzeitstelle ausgeschrieben.  

Kindertagesstätte

Verstärkung dringend gesucht

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Jachenau – Weil das Personal knapp ist, kann der Jachenauer Kindergarten aktuell keine neuen Mädchen und Buben aufnehmen.

Die Suche nach geeigneten Fachkräften bereitet vielen Kindertagesstätten Kopfzerbrechen. Besonders akut ist das Problem in der Jachenau. Hier wird der Personalschlüssel so knapp erfüllt, dass zurzeit keine weiteren Kinder aufgenommen werden können. Zwei Familien mussten schon abgewiesen werden, obwohl theoretisch Plätze frei wären. Nun hat sich der Gemeinderat intensiv mit dem Problem befasst.

Vier Mitarbeiterinnen sind aktuell im „Haus für Kinder“ St. Nikolaus in Wieden beschäftigt. Zuletzt war eine Kinderpflegerin selbst Mutter geworden, eine andere fand eine Anstellung näher an ihrem Wohnort. „Es ist ihr nicht zu verdenken, wenn sie für eine Halbtagsstelle nicht den Weg in die Jachenau auf sich nimmt, wenn sie stattdessen mit dem Radl zur Arbeit fahren kann“, sagte Kindergartenleiterin Marlies Danner, die als Gast zur Gemeinderatssitzung geladen war. Genau das ist auch der Punkt, weswegen die Personallücke nicht so einfach zu schließen ist. Der weite Weg schreckt offenbar manchen Bewerber ab – auch wenn die Strecke etwa von Lenggries aus gar nicht so unüberwindlich ist. Dennoch: Die Konkurrenz ist groß, viele Kitas buhlen um Personal. „Der Markt ist leergefegt“, stellte Danner fest. Da brachte die Ausschreibung einer Halbtagsstelle in der Jachenau bislang keine Resonanz. Damit sich der Weg lohnt, stimmte der Gemeinderat geschlossen zu, eine Vollzeitstelle anzubieten.

Arbeit ist genug da, daran ließ Danner keinen Zweifel. Die nächsten Jahrgänge im Blick, „schaut es so aus, als würden wir auch in den kommenden Jahren voll belegt werden“, so Danner. Die Kinder der in der Jachenau lebenden Flüchtlinge seien da noch gar nicht mit eingerechnet. Und man müsse sich darauf einstellen, dass die Eltern eine Ausweitung der Betreuungszeiten am Morgen und am Nachmittag wünschen, wie es andernorts längst üblich sei.

Ein weiterer Gesichtspunkt: „Die Anforderungen sind gewachsen“, sagte Danner. Unter anderem Beobachtungsbögen oder Elterngespräche seien zeitaufwändig. „Und all das ist Pflicht, sonst bekommt man keine Zuschüsse mehr.“ Sobald eine Mitarbeiterin krank sei, könne die Besetzung arg knapp werden, schilderte die Kindergartenleiterin. „Und Fortbildungen sind ja auch wichtig und gewünscht.“ Im Notfall behelfe man sich derzeit mit einem Netzwerk von Müttern, die im Notfall einspringen. „Aber auf Dauer ist das keine Lösung.“

39 Mädchen und Buben werden aktuell im Jachenauer Kindergarten betreut. Dafür reicht das jetzige Personal gerade so aus – aber auch nur aufgrund des ungewöhnlichen Umstands, dass zurzeit kein einziges Kind unter drei Jahren eingeschrieben ist. Dabei bietet St. Nikolaus prinzipiell auch zwölf Krippenplätze an. Insgesamt könnten – falls eine Kinderpflegerin oder ein Kinderpfleger gefunden wird – 43 Kinder aufgenommen werden. Erst vor Kurzem wurde die Zahl der Plätze erweitert. Das, so Danner, ging mit einem neuen Konzept einher, nämlich der „offenen Gruppenarbeit“. Das heißt, die Kinder sind nicht einer festen Gruppe zugeordnet, sondern nehmen – immer wieder neu zusammengewürfelt und vom Alter her durchmischt – an Projekten und Aktivitäten teil.

Danners Hoffnung ruht nun auf einem starken Jahrgang der Kinderpflegeschule Miesbach, wo im Sommer zwei Klassen, also insgesamt 60 Absolventinnen fertig würden. Falls keine Mitarbeiterin gefunden werde, könnten die Folgen für viele Familien schmerzhaft werden: eine Kürzung der Öffnungszeiten oder Wartelisten zur Aufnahme in Kindergarten und Krippe.

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