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Im Jachenauer Gemeinderat sind aktuell sowohl d ie Freie Wählergemeinschaft (links am Tisch) als auch die Unabhängige Wählergemeinschaft mit je vier Mandatsträgern vertreten. Bürgermeister Georg Riesch (Mitte) gehört den „Freien“ an. Auch bei der Kommunalwahl 2020 wird es wieder mindestens diese zwei Listen geben. 

Kommunalwahl 2020

Gemeinderat Jachenau: Bürger haben weiter die  Wahl zwischen zwei Listen

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In Bayerns kleinster Gemeinde gibt es bei der Kommunalwahl zwei Listen mit Gemeinderatskandidaten. Das bleibt auch 2020 so. Die Tradition reicht zurück bis 1972.

Jachenau – Die Position des Bürgermeisters bleibt ein Ehrenamt. Und für den Gemeinderat werden die Bürger zwischen Kandidaten von mindestens zwei verschiedenen Listen auswählen können. Diese Grundsatzentscheidungen für die Kommunalwahl 2020 in der Jachenau sind getroffen. Noch unklar ist indessen, wer sich um die Nachfolge von Georg Riesch als Bürgermeister bewerben wird.

Zwei wichtige Eckdaten besprach der amtierende Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Einstimmig beschloss das Gremium, dass auch der künftige Bürgermeister ehrenamtlich tätig sein wird. Denn neben einem Rathaus-Geschäftsführer werde sich die 870-Einwohner-Gemeinde nicht auch noch die Bezahlung eines hauptamtlichen Bürgermeisters leisten können, hatte das jetzige Gemeindeoberhaupt Georg Riesch zuvor argumentiert.

Wer will Bürgermeister in der Jachenau werden? „Freiwillige vor!“

Die Stelle des Verwaltungsangestellten ist seit dem Weggang von Michael Alt allerdings seit einigen Monaten unbesetzt. Hier einen Nachfolger zu finden, habe Priorität, meinte Riesch. Ihm zufolge gehen laufend Bewerbungen ein. „Einige haben sich die Stelle schon angeschaut.“ Doch mal sei einem Bewerber der Weg bis in die Jachenau zu weit, anderen sei das Aufgabengebiet, das sowohl Kämmerei als auch Bauamts-Angelegenheiten umfasst, zu breit gewesen. Riesch bliebt dennoch zuversichtlich, die Stelle bald besetzen zu können.

Dass es einen Bürgermeisterkandidaten geben könnte, der die nötige Verwaltungsqualifikation mitbringt, um die Geschäftsleiterposition gleich mit auszufüllen, das zeichne sich dagegen nicht ab.

Bürgermeister der Jachenau hätte Einheitsliste favorisiert

Gemeinderätin Eugenie Grünwald meinte, die Aufgaben des Jachenauer Bürgermeisters seien eigentlich umfangreich genug, um eine hauptamtliche Stelle zu rechtfertigen. Mit Hilfe eines Rathaus-Geschäftsführers sei es aber durchaus ehrenamtlich zu bewältigen, schränkte Riesch ein.

Wie berichtet hatte Riesch bereits im Frühjahr angekündigt, selbst nicht mehr für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Über mögliche Nachfolger ist bislang nichts nach außen gedrungen. Zweiter Bürgermeister Klaus Rauchenberger möchte sich zur Anfrage, ob er antreten würde, nicht äußern, sagt aber: „Freiwillige nach vorn!“ Eine definitive Absage kommt von Gemeinderat Jost Gudelius jun. Der 34-Jährige hat aktuell andere berufliche Aussichten und möchte zudem auch Zeit für seine zwei kleinen Kinder haben.

„Gewinn für die Demokratie, wenn es zwei Listen gibt“

Klar ist hingegen, dass es zur Gemeinderatswahl in der Jachenau keine Einheitsliste geben wird. Riesch hätte dies befürwortet, wie er im Gemeinderat sagte. „Im Gemeinderat wird gut zusammengearbeitet, Differenzen entlang der Fraktionsgrenzen habe ich in den letzten 18 Jahren nie erlebt“, sagte er. Bei einer Einheitsliste sei zudem garantiert, dass die Bewerber mit den meisten Stimmen in das Gremium einziehen und nicht nur auf Grund des Stimmenanteils ihrer Liste. Nicht zuletzt sei es nicht leicht, für zwei Listen „eine Fülle von geeigneten Kandidaten“ zu finden.

Eine Einheitsliste aber ist nur möglich, wenn alle Beteiligten zustimmen. Und das ist nicht der Fall, wie Jost Gudelius jun. für die Unabhängige Wählergemeinschaft klarstellte. „Bei uns war der Tenor, dass wir wieder eine eigene Liste aufstellen wollen“, sagte er und ergänzt auf Nachfrage des Tölzer Kurier: „Ich sehe es als Gewinn für die Demokratie, wenn es zwei Listen gibt.“

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Dass es neben der Freien Wählergemeinschaft, der auch Bürgermeister Riesch angehört, mit der Unabhängigen Wählergemeinschaft noch eine weitere Liste gibt, hat in der Jachenau Tradition seit 1972. Damals wurde sie von SPD-Mitglied Fritz Hartl mitbegründet. „Wir waren nicht mit der Reihenfolge auf der Liste einverstanden“, erinnert sich der heute 72-Jährige. „Es standen überwiegend Landwirte und Geschäftsleute darauf. Die kleineren Bauern und Arbeitnehmer waren nicht richtig vertreten.“

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So sei noch während der Aufstellungsversammlung der Entschluss gefasst worden, eine alternative Liste auf die Beine zu stellen. In der Folge, so Hartl, hätten die „Unabhängigen“ zum Beispiel auch die erste weibliche Gemeinderatskandidatin nominiert und eher „gesellschaftliche Veränderungen“ widergespiegelt. Der Finanzbeamte Hartl kandidierte auch zweimal für das Amt des Bürgermeisters.

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Heute, so räumt Hartl ein, sei die Grenze zwischen den Listen „durchlässig“. Im aktuellen Gemeinderat sind sowohl „Freie“ als auch „Unabhängige“ mit je vier Mandatsträgern vertreten. Im Abstimmungsverhalten ist kein Unterschied erkennbar. Hartl begrüßt es trotzdem, dass es auch 2020 zwei Listen gibt. „Je größer die Palette der Kandidaten ist, desto besser finde ich das.“

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