+
Am Ufer der Jachen: Hündin Jessie schüttelt ihr Fell nach einem Bad im Fluss trocken.

Gemeinderat

Land in Sicht: Gemeinde Jachenau siegt im Rechtsstreit

  • schließen

Die Gemeinde Jachenau hat ein wichtiges Ziel erreicht. Rund 30 Hektar an Anlandungsflächen entlang der Jachen werden nicht dem Freistaat zugesprochen, sondern den jeweiligen Anrainern, also den Grundbesitzern entlang des Flusses. Das gab Bürgermeister Georg Riesch in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt.

Jachenau – Es geht dabei um die Flächen, die entstanden sind, weil die Jachen in den vergangenen 100 Jahren ihren Verlauf verändert hat: Einige Flächen verlandeten im Lauf der Zeit. Wie Riesch berichtete, setzte sich die Gemeinde „in einem langwierigen Prozess seit drei bis vier Jahren“ dafür ein, dass dieser Grund nicht automatisch an die Bayerischen Staatsforsten fällt, sondern an die Bauern, denen die angrenzenden Wiesen gehören.

Von der Regelung, die jetzt von den Staatsforsten und dem Ministerium abgesegnet worden sei, profitiere auch die Gemeinde selbst: „Auch der Sportplatz ist eine solche Fläche“, sagt Riesch. „Sie fällt nun der Gemeinde zu. Bis jetzt hatten wir den Sportplatz von den Staatsforsten angepachtet.“ Zwischenzeitlich sah es nach Schilderung des Bürgermeisters dabei gar nicht gut für das Ansinnen der Kommune aus. „Es hieß, dass die Jachen wegen der Wasserableitungen in den Walchensee als künstliches Gewässer einzustufen wäre“, sagt Riesch. In diesem Fall wären die Anlandungsflächen nach dem Wasserhaushaltsgesetz beim Gewässerbesitzer, dem Freistaat, geblieben. „Wir hätten in einem Gutachten beweisen müssen, dass die Jachen ein natürliches Gewässer ist.“

Doch letztlich habe eine andere Argumentation die Wende gebracht. „Wir konnten nachweisen, dass der Hauptteil der Anlandungen vor 1963 entstanden ist.“ Als Beleg dafür dienten die Bäume und der sonstige Bewuchs, der auf den fraglichen Flächen zu finden ist – alles deutlich älter als 50 Jahre.

Das Datum 1963 ist laut Riesch deshalb von Bedeutung, weil sich damals das Wasserhaushaltsgesetz änderte. Nach der bis dahin geltenden Regelung fielen Anlandungsflächen generell an die Eigentümer der anliegenden Grundstücke – und dieses Prinzip sei nun zur Anwendung gekommen.

Eigentum ist freilich nicht nur mit Rechten, sondern auch mit Pflichten verbunden. Wie Riesch anmerkte, sei noch zu klären, wie bei den Anlandungsflächen Themen wie Altlasten oder Uferverbauungen geregelt werden. „Das sind Punkte, die man jetzt Zeit hat zu klären“, so der Bürgermeister. Ein zufriedenes Fazit zog Gemeinderat Georg Kohlhauf: Wir haben erreicht, was wir wollten.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das wird schön am Wochenende: Unsere Veranstaltungstipps
Das wird schön am Wochenende: Unsere Veranstaltungstipps
Unser Leserfoto des Tages aus dem Karwendel
Unser Leserfoto des Tages aus dem Karwendel
Auto überschlägt sich auf der B11
Sie waren im Mietwagen unterwegs - und erlitten am Freitagabend in Kochel einen schweren Unfall, bei dem sich ihr Pkw überschlug: Ein Mann und seine Beifahrerin wurden …
Auto überschlägt sich auf der B11
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend

Kommentare