Traumhafte Bedingungen fanden Langläufer in der Jachenau. Entsprechend viel war auf der Loipe los.
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Traumhafte Bedingungen fanden Langläufer in der Jachenau. Entsprechend viel war auf der Loipe los.

Loipe war Mitte Januar bis Anfang März gespurt

Langlaufsaison in der Jachenau: Kurz, aber heftig

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Ein Ausnahme-Winter liegt hinter dem Loipen-Paradies Jachenau. Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier zieht Bürgermeister Klaus Rauchenberger Bilanz.

Jachenau – Ein Ausnahmewinter liegt hinter dem Langlauf-Paradies Jachenau. Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier zieht Bürgermeister Klaus Rauchenberger eine Bilanz der Loipensaison – und erklärt, warum das Langlaufen trotz der Winter-Rückkehr im März in der Jachenau nicht mehr in vollem Umfang möglich war.

Herr Rauchenberger, wie fällt ihr Resümee der Jachenauer Langlaufsaison aus?

Die Saison war kurz, aber intensiv. Losgegangen ist es ja erst Mitte Januar, nach den Ferien. In der kurzen Zeit, in der wir ausreichend Schnee hatten und es kalt genug war, hatten wir eine Top-Loipe, der Ansturm war enorm. Es gab aber keine Unfälle oder Verletzten, am Loipenspurgerät ist auch nichts kaputt gegangen. Es sind bei der Gemeinde heuer auch kaum Beschwerden eingegangen. In anderen Jahren waren bei zehn E-Mails an die Gemeinde immer einer dabei, der sich beschwert. Das war dieses Jahr nicht so. Schade, dass wir die Saison nicht noch um zwei bis drei Wochen verlängern konnten.

Warum eigentlich nicht? Im März gab es doch noch einmal richtig winterliches Wetter.

Es hat zwar mal fast 40 Zentimeter geschneit, aber wenn die Sonne zwei, drei Stunden draufgeschienen hat, war die Schneedecke auch wieder ziemlich weg. Die meisten Wiesen waren im März insgesamt schon aper, also schneefrei. Mit dem Spurgerät und seinen Querrillen, die in den Boden drücken, wären wir schnell auf den Grasbewuchs gekommen, das wäre zu gefährlich. Das sind ja auch landwirtschaftliche Flächen, da muss halt irgendwann Schluss sein. Nur zwischen Leger und Tannern hat der Betreiber vom Loipenstüberl noch privat gespurt.

Wie Sie schon sagten: Der Ansturm der Langläufer war an einigen Wochenenden riesig. War das manchmal auch zu viel?

Ja, an zwei oder drei Wochenenden war es wirklich der Wahnsinn. Aber letztlich verteilen sich die Leute auf der Loipe auch wieder. Allein schon die Langlaufskier sorgen ja dafür, dass die Leute Abstand halten. Die Parkplätze waren natürlich knapp. Aber insgesamt ist alles sehr gesittet abgelaufen. Die Leute waren sehr anständig und haben sich an die Regeln gehalten. Die waren einfach froh, dass sie Sport treiben konnten.

Haben Sie schon eine finanzielle Saisonbilanz für die Gemeinde gezogen?

Noch nicht ganz. Aber man kann schon sagen, dass wir heuer einen kleinen Überschuss erzielt haben. Rechnet man aber den vergangenen Winter mit, als wir praktisch nur Ausgaben hatten und 14.000 Euro Verlust gemacht haben, zahlen wir trotz der Einnahmen aus der Loipengebühr immer noch drauf. Grundsätzlich wäre natürlich schon unser Interesse, dass es sich trägt, denn der Aufwand ist enorm. Alles eingerechnet bezahlen wir 27.000 Euro pro Jahr. Das neue Spurgerät muss abbezahlt werden, allein die Versicherung kostet fast 3000 Euro. Und ich war selbst überrascht, dass das Gerät bei Vollauslastung 250 bis 300 Liter Diesel pro Tag verbraucht. Wenn Neuschnee ist, ist es sehr kraftraubend für die Maschine, bis der Schnee zusammengewalzt und gefräst ist. Fürs Loipenspuren beschäftigen wir außerdem 450-Euro-Kräfte.

Es ist also für die Gemeinde kein gutes Geschäft, und auch die Gastronomie konnte heuer nur sehr eingeschränkt von den Langläufern profitieren. Was war dann die Motivation, heuer überhaupt die Loipen zu präparieren?

Wir haben von Anfang an klipp und klar gesagt: Wenn wir dürfen, dann spuren wir die Loipen. Die Leute wollen sich einfach an der frischen Luft bewegen. Und wenn wir die Loipe nicht spuren, dann sind viele Langläufer überall querfeldein unterwegs, und es ist nirgends mehr Ruhe, auch fürs Wild. Wenn schön gespurt ist, bleiben alle auf der Loipe, und es läuft in geordneten Bahnen.

Und jetzt geht es für die Jachenau nahtlos über in die Wandersaison. . .

Ja, die Leute gehen jetzt schon in Scharen auf den Berg. Was da vergangenes Wochenende wieder los war! Leider können wir unseren Ausweichparkplatz, den wir letztes Jahr geschaffen haben, noch nicht in Betrieb nehmen, da liegt teils noch Schnee drauf.

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