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Neue Heimat in der Jachenau: In der „Post“ kommen ab 7. Januar 20 Flüchtlinge unter. Sie werden in ehemaligen Fremdenzimmern wohnen.

So leben die Flüchtlinge in der Jachenauer „Post“

Jachenau – Die beiden Flüchtlingsunterkünfte im Isarwinkel, die das Landratsamt nach dem Jahreswechsel belegt, könnten gegensätzlicher nicht sein. Bis zu 240 Menschen kommen in der Campinghaus-Siedlung Am Kranzer in Reichersbeuern unter (wir berichteten). Deutlich familiärer geht es da in der Jachenau zu

Hier ist der leer stehende Gasthof Post für die Ankunft von Asylbewerbern vorbereitet. Vorab durften die Bürger einen Blick in das Haus werfen. Die Flüchtlinge kommen in einfachen Pensionszimmern unter, nicht unbedingt topmodern, aber gemütlich.

Bekanntlich hat die Gemeinde den leer stehenden Gasthof erworben und hat große Pläne damit: Die Gemeindeverwaltung soll hier einziehen, die Gemeinderatssitzungen werden in dem Haus stattfinden, dazu soll es ein Bistro geben und Gästezimmer. „Aktuell wird der Eingabeplan erarbeitet“, erklärt Bürgermeister Georg Riesch. „Unser Ziel ist, dass wir 2016 mit dem ersten Bauabschnitt anfangen können.“

Die Belegung mit Flüchtlingen ist kein Hinderungsgrund. Im Erdgeschoss liegen die Räume, die fürs Rathaus vorgesehen sind am einen Ende, der Eingang für die künftigen Bewohner ist an anderen. Dazwischen hat die Gemeinde im Gang eine Mauer als Abgrenzung hochziehen lassen. Dahinter könnte also schon gewerkelt werden, ohne dass die Flüchtlinge viel davon mitbekommen.

Schon jetzt wird an der früheren Rezeption ein Raum als Kleiderkammer genutzt. Fein säuberlich sortiert liegen und hängen hier gebrauchte und gespendete T-Shirts, Pullis, Wintermäntel, Hosen und auch einige Schulranzen bereit. Hier werden auch die jetzt schon auf einem Bauernhof in der Jachenau lebenden 15 Asylbewerber fündig. „Ein großes Lob“ zollt Riesch dem Helferkreis. „Die Ehrenamtlichen organisieren alles, was gebraucht wird, und entlasten die Gemeinde stark.“

Gegenüber wurde eine Waschküche eingerichtet, in der drei Waschmaschinen und zwei Trockner stehen. Im ersten Stock reihen sich an einem langen Gang zwölf Zimmer mit je zwei Betten. In einem davon steht ein Stockbett. Ob hier wirklich wie angedacht Kinder unterkommen, weiß man nicht. Ob es Frauen, Männer oder Familien sind, die dem Landkreis und von dort aus der „Post“ zugewiesen werden, weiß man erst, wenn sie vor der Tür stehen. Außer dem „Kinderzimmer“ hat jeder Raum ein eigenes Bad mit Dusche und WC, einen Kühlschrank und einen kleinen Röhrenfernseher. Das Landratsamt hat alle Betten mit neuen Matratzen ausgestattet. Auf dem Gang waren zwei zusätzliche Brandschutztüren nötig, um das Treppenhaus abschotten zu können.

Am Ende des Gangs liegen Zimmer, die früher eine abgeschlossene Wohnung bildeten. Hier hat die Gemeinde laut Riesch eine weitere Wand eingezogen und damit einen zweiten baulichen Fluchtweg geschaffen, der zu einer neuen Fluchttreppe an der Außenwand führt. Ein kleiner Gemeinschaftsraum und eine Küche gibt es in diesem Bereich. Drei Herde mit Backofen stehen darin. „Schränke und Spüle haben wir aus der Küche der alten Gaststätte genommen“, sagt Riesch. Um einzukaufen, müssen die künftigen Bewohner bloß über die Straße zum Dorfladen gehen.

Zehn Flüchtlinge sollen nach aktueller Planung ab 7. Januar in die „Post“ ziehen, zwei Wochen später noch einmal zehn. Die Gemeinde hat damit schon jetzt ihre Aufnahmequote für das ganze Jahr 2016 erfüllt. „Das hat sich so angeboten, und ich bin froh, dass unsere Turnhalle dadurch nicht mehr als Unterkunft im Gespräch ist“, sagt Riesch. 

Andreas Steppan

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