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Abschied von Willi Milz: Der beliebte Geistliche wurde zwischen den letzten Ruhestätten der Pfarrer Johannes Nar und Joseph Conrad beigesetzt.

Beschluss im Gemeinderat

Letzte Ruhe für Willi Milz im Pfarrergrab der Jachenau

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Jeder von ihnen hat auf eigene Art in der Jachenau Geschichte geschrieben. Nun soll es auf dem Jachenauer Friedhof eine gemeinsame Grabstätte für die Pfarrer Johannes Nar, Joseph Conrad und Willi Milz geben.

Jachenau– Ein trauriger Anlass fand jetzt Widerhall in der jüngsten Jachenauer Gemeinderatssitzung. Das Gremium beschloss einstimmig, dass die Gemeinde künftig die Pflege für ein „Pfarrergrab“ der Geistlichen Johannes Nar, Joseph Conrad sowie des kürzlich verstorbenen Willi Milz übernehmen soll.

Milz, der seit 2009 als Seelsorger in der Pfarrei St. Nikolaus tätig war, starb wie berichtet am 10. Februar. Testamentarisch habe der Rheinländer zwar nicht ausdrücklich festgelegt, wo er beigesetzt werden sollte, berichtete Bürgermeister Georg Riesch im Gemeinderat. Doch in Absprache mit dem Bruder des Verstorbenen, der Kirchenverwaltung und dem Dekanat sei man sich einig gewesen, dass sich Willi Milz so sehr mit der Jachenau verbunden fühlte, dass es auch sein Wunsch war, hier die letzte Ruhe zu finden. Dafür, dass es trotz schwieriger Schneebdingungen ein „würdiger Abschied“ wurde, sprach Riesch der Kirchenverwaltung seinen Dank aus.

Willi Milz wurde am 17. Februar auf dem gemeindlichen Friedhof zwischen den zwei Gräbern seiner Vorgänger aus vergangenen Jahrzehnten, den Pfarrern Joseph Conrad und Johannes Nar bestattet. An dieser Stelle aber „ist die Grabgestaltung und die Pflege schwierig, weil es sehr eng ist“, sagte Riesch. Daher schwebte ihm eine gemeinsame Pfarrer-Grabstelle vor, die von Seiten der Gemeinde gepflegt wird.

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Aktuell sei es so, dass die Gemeinde die Grabstelle von Pfarrer Conrad pflege. Um das Grab von Pfarrer Nar kümmere sich dankenswerterweise eine weitläufig mit ihm verwandte ortsansässige Familie. Die habe zuletzt 2009 die Grabstelle bis Ende 2029 verlängert.

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Auch diese Familie sei nun damit einverstanden, diesen Vertrag aufzulösen, damit die drei Pfarrer-Gräber zusammengefasst werden können. Wie dieses „Pfarrergrab“ dann gestaltet wird – zum Beispiel mit einem gemeinsamen Grabstein – wird laut Riesch noch besprochen. Der Gemeinderat war einstimmig mit diesem Vorgehen einverstanden.

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Riesch zeigte sich in der Sitzung erfreut, dass die Jachenau mit Pater Gracious auf die Schnelle wieder einen Pfarrer bekommen hat. Wie berichtet übernahm der Geistliche aus Indien am 1. März für eine halbjährige Übergangszeit die Seelsorge in St. Nikolaus, während die Stelle für eine dauerhafte Neubesetzung ausgeschrieben ist. „Er macht einen sehr netten Eindruck, spricht hervorragend Deutsch und kennt sich in unserer Gegend aus“, sagte Riesch. Ob sich Pater Gracious auch dauerhaft um die Stelle bewerben könne, wisse er selbst noch nicht. In jedem Fall sei er bereit, so lange zu bleiben wie nötig.

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