Mountainbiker: Gemeinde Jachenau weist Kritik zurück

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Jachenau - Scharf zurückgewiesen hat Bürgermeister Georg Riesch die Kritik der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB). Die meldete sich wie berichtet zu Wort, nachdem die Gemeinde angekündigt hatte, eine Reihe von Steigen als für Mountainbiker ungeeignet auszuweisen.

In der jüngsten Jachenauer Gemeinderatssitzung bezeichnete Riesch den Brief der DIMB nun als „jenseits von Gut und Böse“. Auch der Rest des Gemeinderats zeigte sich von den Einwänden der DIMB unbeeindruckt und beschloss einstimmig, bei seinem Plan zu bleiben. 

Den hatte Riesch zuvor noch einmal erläutert und begründet. „Wir wollen nicht bestimmte Wege für Mountainbiker sperren, sondern wir wollen mit Schildern darauf hinweisen, dass diese Wege für sie nicht geeignet sind.“ Generell seien die Bergradler in der Gemeinde willkommen, ja sogar ein wichtiger Tourismusfaktor. „Wir sind ja sogar dabei, einen Radweg zu bauen“, betonte Riesch. Allerdings gelte es, auch den Wanderern einen ungestörten und ungefährdeten Naturgenuss zu ermöglichen.

 Deswegen wolle man in der nächsten Zeit untersuchen, vor welchen Wegen man Mountainbiker besser warnen sollte. Die DIMB hatte in ihrem Brief angeführt, dass es rechtlich nicht möglich sei, Radfahrern die Benutzung von Wegen grundsätzlich zu verbieten. „Es handelt sich ja auch nur um einen Hinweis“, wie Jost Gudelius jun. dieses Argument zurück. „Auch der DAV gibt Hinweise, dass bestimmte Steige für Ungeübte ungeeignet sind. Das ist keine Diskriminierung.“ 

Auch Riesch sah die Gemeinde mit ihrem Vorhaben juristisch auf der sicheren Seite. Es sei sogar gesetzlich geregelt, dass treppenartige Steige mit weniger als 80 Zentimetern Breite nicht zu befahren seien. Der Bürgermeister verwies außerdem auf die Hinweise des allgemein „sehr Mountainbike-freundlichen“ Deutschen Alpenvereins (DAV). Der fordere in seinen zehn Regeln für faires und sicheres Mountainbiken dazu auf, nur geeignete Wege zu nutzen, zitierte Riesch. „Außerdem sollen lokale Regelungen und Sperrungen respektiert werden.“ 

Ein weiterer Punkt im DAV-Katalog laute: „Fußgänger haben Vorrang.“ Von Wanderern stark frequentierte Wege seien zu meiden. Riesch führte nicht zuletzt die Haftungsfrage ins Feld. „Wenn wir als Gemeinde einen Steig herrichten, haften wir auch. Denn wenn was passiert, dann wird immer ein Schuldiger gesucht.“ Deswegen habe die Kommune geradezu die Pflicht, mit Tafeln darauf hinzuweisen, welche Wege sie für ungeeignet halte.

 „Fahrlässig und verantwortungslos“ sei es dagegen, Tourenführer herauszugeben, die steile, schmale Wege empfehlen. „Es wäre gut, an die Herausgeber heranzukommen“, sagte 2. Bürgermeister Nikolaus Rauchenberger. „Denn wenn sich jemand vorab so eine Tour herausgesucht hat, dann fährt er sie auch, egal, welche Schilder da stehen.“ Das sei dann aber „die Eigenverantwortung dessen, der bisserl Hirn hat“, so Eugenie Grünwald. Dem Vorwurf der DIMB, die Gemeinde habe ihr Vorgehen nicht mit ihr abgestimmt, sagte Riesch: „Wir hatten ein gutes Gespräch. Aber wir müssen uns auch nichts diktieren lassen, was von einer Minderheit gefordert wird. Nicht alle Mountainbiker stehen hinter der Initiative.“

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