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Ist nach einem Brand bis auf Weiteres geschlossen: Das Jachenauer Schützenhaus. 

Mitten in Wandersaison geschlossen 

Nach Brand in der Küche: Wann kann das „Schützenhaus“ Jachenau wieder öffnen?

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Der Schlag kam wie aus heiterem Himmel – und der Zeitpunkt war äußerst unglücklich. Nach dem Brand im „Schützenhaus“ Jachenau plagen den Wirt Existenzängste.

Jachenau – Der Schlag kam wie aus heiterem Himmel – und der Zeitpunkt hätte unglücklicher kaum sein können: Durch einen Brand in der Küche ist das Jachenauer „Schützenhaus“ genau in der geschäftlich so wichtigen Wandersaison geschlossen. Auch über 14 Tage nach dem Feuer ist noch nicht absehbar, wann die Wirtschaft und der Schießstand wieder den Betrieb aufnehmen können. Wirt Hans Pohl plagen Existenzängste.

Wie berichtet hatten die Wirtsleute Hans und Emerson Pohl am frühen Morgen des Montags, 23. September, gegen 4.30 Uhr den Brand bemerkt: Der Brandmelder hatte Alarm geschlagen. Dabei war Hans Pohl am Abend zuvor gerade noch erschöpft, aber mit einem guten Gefühl zu Bett gegangen. Er und sein Partner hatten das Lokal vor etwa einem Jahr übernommen. Nun lag ein erfolgreiches Wochenende hinter ihnen. „Beim Herbstsingen am Samstag hat alles reibungslos funktioniert, und am Sonntag war schönes Wetter, und die Leute haben uns die Bude eingerannt“, sagt der Wirt. „Am Abend bin ich mit den Mitarbeitern zusammengesessen und habe gesagt: Jetzt läuft alles so, wie es sein sollte.“

Im „Schützenhaus“ Jachenau ist Küche nach Brand zerstört

Auch unmittelbar nach dem Schreck in der folgenden Nacht war Pohl noch nicht klar, welche Folgen der Brand haben würde. Das Feuer war von selbst erloschen, es sah alles nicht so schlimm aus. „Ich dachte, wir müssen jetzt einen Tag putzen, und am Dienstag kann es weitergehen.“ Das war ein Irrtum. „Die Küche ist zerstört, das ganze Haus ist voller Ruß und Qualm“, schildert Pohl. Eine Spezialfirma kalkuliere mit 1000 Arbeitsstunden allein für die Säuberung.

Noch aber konnten diese Arbeiten nicht einmal beginnen. Seit dem Brand vor über zwei Wochen sind Pohls Tage mit Telefonaten und Terminen mit der Versicherung ausgefüllt. Erst wenn in dieser Hinsicht alles geklärt ist, können die Reinigungstrupps loslegen, und Ersatzanschaffungen – außer der Küche zum Beispiel auch eine Kasse oder eine Musikanlage – geordert werden.

Nach Brand im „Schützenhaus“ Jachenau konnten noch nicht einmal die Reinigungsarbeiten beginnen 

Zudem waren dieser Tage Chemiker vor Ort, um mögliche Schadstoffkontaminationen zu eruieren – wichtig in einem öffentlich genutzten Gebäude. Josef Orterer, Schützenmeister und Sprecher der Ortsvereine, denen das „Schützenhaus“ gehört, hofft, dass die Experten wenigstens für die unbedenkliche Nutzung des Schießstandes im Obergeschoß möglichst bald grünes Licht geben. „Unsere Schießsaison beginnt am 25. Oktober“, sagt er. „Meine Hoffnung wäre, dass das Kranzlschießen dann im ,Schützenhaus‘ stattfinden kann, aber sicher sagen kann man es nicht.“

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Bereits am Dienstag hätte am Schießstand das Dorfschießen beginnen sollen. Es wurde – mitsamt Vereinsball und Preisverteilung – auf unbestimmte Zeit verschoben. „Die Schließung um diese Jahreszeit schmerzt sehr“, sagt Orterer. „Denn die Jahrtage und Vereinsversammlungen konzentrieren sich genau auf den Herbst.“ Die Gebirgsschützenkompanie habe ihren Jahrtag bereits ins Gasthaus Jachenau verlegt, auch der Skiclub müsse mit seiner Jahresversammlung ausweichen.

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Bei Wirt Hans Pohl stehen zudem reihenweise Wanderer vor verschlossener Tür. Ganze Busse muss er ebenso zurückweisen wie seine Stammgäste. Bereits gebuchte Hochzeiten und Geburtstagsfeiern sagte er notgedrungen ab. Und wenn Anfragen für Weihnachtsfeiern eingehen, kann der Wirt nicht fest zusagen. Es ist aktuell einfach nicht abzuschätzen, wann er wieder den Betrieb aufnehmen kann. Um über die tendenziell schwächeren Monate Januar und Februar zu kommen, sei ein starkes Geschäft in der Vorweihnachtszeit aber besonders wichtig. Welche wirtschaftlichen Folgeschäden es über die eigentliche Betriebsunterbrechung hinaus geben wird, das bereitet dem Wirt viel Kopfzerbrechen. „Ich weiß im Moment nicht, was ich denken soll. Es geht hier um unsere Existenz. Pacht, Löhne, Krankenversicherung und mehr müssen wir weiterzahlen – und die Reserven sind irgendwann aufgebraucht.“

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Abgeschlossen ist der Fall bis jetzt lediglich für die Polizei. Als Brandursache „gehen wir von einem technischen Defekt aus“, erklärt der Tölzer Inspektionsleiter Florian Benedikt auf Nachfrage des Tölzer Kurier.

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