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Die Jachenau und ihre Pfarrkirche St. Nikolaus werden ab März das neue Wirkungsfeld von Pater Chummar Gracious Naralakkattukunnel.

Er flog am Montag ein

Nach Tod von Willi Milz: Pfarrer aus Indien hilft in der Jachenau aus

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An diesen Namen werden sich die Katholiken in der Jachenau für die kommenden Monate gewöhnen müssen: Bis August übernimmt Pater Chummar Gracious Naralakkattukunnel die Seelsorge im Sonnental.

Jachenau – Nach dem überraschenden Tod von Pfarrer Willi Milz machten sich einige Katholiken in der Jachenau Sorgen, ob die Pfarrstelle von St. Nikolaus erneut besetzt würde. Wie Dekan Robert Walter mitteilt, wird dies auf alle Fälle passieren. „Die Stelle wird ab 1. August ausgeschrieben“, erklärt er auf Anfrage des Tölzer Kurier. Bis dahin werde Pater Chummar Gracious Naralakkattukunnel MST aus Indien als Pfarradministrator aushilfsweise die Seelsorge im Sonnental übernehmen. Er sollte am Montagabend am Flughafen München landen.

Pater Chummar stammt aus Kerala im Südwesten Indiens und gehört der Missionsgesellschaft vom heiligen Thomas dem Apostel (Missionary Socierty of St. Thomas the Apostle, MST) an. Er hatte laut dem Dekan bereits viele Jahre eine Pfarrstelle in Augsburg inne, spricht also fließend Deutsch und ist mit der bayerischen Lebensweise bestens vertraut. Mittlerweile ist er im Ruhestand und lebte zuletzt wieder in Kerala. „Er hat aber den Wunsch geäußert, wieder nach Deutschland zurückzukehren“, so Walter. Der Geistliche werde nun übergangsweise von 1. März bis 1. August in der Jachenau wirken. Walter: „Ich gehe davon aus, dass er schon am kommenden Sonntag in St. Nikolaus Gottesdienst feiert.“

Seit der beliebte Pfarrer Willi Milz am 10. Februar, wenige Wochen vor seinem 67. Geburtstag, überraschend verstorben war, hatte Robert Walter, Dekan des Dekanats Benediktbeuern, die Pfarrei als Temporalienverwalter übernommen. Das bedeutet, dass er formal übergangsweise die Amtsgeschäfte in der Pfarrei leitete. Am Montagabend etwa führte er die konstituierende Sitzung der Kirchenverwaltung durch, die Pfarrer Milz nach der Wahl wegen der Schneeverhältnisse aufgeschoben hatte.

Die Gottesdienste in der Jachenau zu übernehmen, war Walter allerdings wegen der räumlichen Entfernung nicht möglich. Walter selbst ist als Pfarrer in Uffing ansässig. Er ist daher dankbar, dass ihm der Benediktbeurer Pfarrer Pater Heiner Heim dabei half, Vertretungen zu organisieren. Mittwochs feierte nun Pater Walter Schmid aus Walchensee Gottesdienst in der Jachenau, sonntags übernahmen dies Pater Heiner Heim oder andere Salesianerpatres aus Benediktbeuern.

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Insgesamt musste der gewohnte Jachenauer Rhythmus mit einem täglichen Gottesdienst allerdings reduziert werden, so Walter. In welchem Umfang ab März Gottesdienste stattfinden, müsse mit dem indischen Pater nach dessen Ankunft besprochen werden.

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Dass sich Pater Heiner Heim aktuell stark für die Jachenau engagierte, sei kein Hinweis darauf, dass die Pfarrei St. Nikolaus den Nachbarn in Benediktbeuern zugeschlagen werde, betont Walter. Dies sei zwar einmal in der Planung des Bistums Augsburg, zu dem die Jachenau gehört, für das Jahr 2025 vorgesehen gewesen. „Aber man hat gesehen, dass die Strecke sehr weit ist, deswegen wurde das ausgesetzt.“

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Nun sei zu hoffen, dass sich „gute Pfarrer bewerben“, umSt. Nikolaus ab August zu übernehmen. Der Dekan könnte sich vorstellen, dass erfahrene Pfarrer beziehungsweise Ruhestandsgeistliche Interesse an der Stelle haben. Pfarrer Milz hatte die Pfarrei am 1. September 2007 übernommen, im Alter von damals 55 Jahren.

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