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„Im Dorf, mit’m Dorf, fürs Dorf“ ist das Motto der neuen „Schützenhaus“-Pächterin Martina Riesch (Mitte, mit Blumenstrauß) und ihres Küchenchefs Fabian Liebe (mit Schürze). Zu ihrer Begrüßung versammelten sich (v. li.): Rudi Tiefenbrunner (Schützengesellschaft), Andreas Orterer (Trachtenverein), Ingrid Wasensteiner (Mitarbeiterin), Karl Kiefersauer (SSC Jachenau), Annalena Lippert (Mitarbeiterin), August Maerz (Klosterbrauerei Reutberg), Sepp Orterer (Vertreter der Schützenhausvereine), Annalena Sanktjohanser (Mitarbeiterin), Ehemann Georg Riesch, Anna Kiefersauer (Tourismusverein), Sophie Bechteler (Mitarbeiterin), Tochter Laura Riesch, Vron i Bechteler (Mitarbeiterin), Großvater Martin Freiberger, Tochter Lea Riesch und Jakob Kohlhauf (Trachtenverein). 

Gastronomie

Neue Wirtin, neuer Koch: Zwei Jachenauer für den Schützenwirt

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Ein Jachenauer Gespann übernimmt das „Schützenhaus“: Die Gaststätte, die seit im September geschlossen war, soll -nach Möglichkeit - demnächst wieder öffnen.

Jachenau – Ein Jachenauer Gespann übernimmt das „Schützenhaus“: Die Gaststätte, die seit einem Brand im September geschlossen war, soll demnächst wieder öffnen: mit Martina Riesch als neuer Pächterin und Fabian Liebe als Küchenchef.

Schon das Gruppenfoto mit 18 Personen, die sich kürzlich zur Vorstellung der Pächterin eingefunden hatten, zeigt die breite Unterstützung, die Martina Riesch für ihre neue Aufgabe erfährt. Der Teamgedanke ist der 34-Jährigen sehr wichtig. „Und ich weiß auch sehr zu schätzen, dass die Jachenauer schon viel für Hochzeiten und Geburtstage reserviert haben, obwohl wir noch keinen Tag offen hatten“, sagt sie. Das gebe ihr ein gutes Gefühl.

Neue Wirtin im Schützenhaus: Opa weckte Leidenschaft für Gastronomie

Rückendeckung bekommt Martina Riesch auch von ihrer Familie. Von ihrem Großvater Martin Freiberger habe sie die Leidenschaft für die Gastronomie geerbt, sagt sie. Der führte lange den Lenggrieser „Wastlerwirt“, die Enkelin verbrachte als Kind viel Zeit bei ihm. Die Wirtschaft sei – neben dem Elternhaus in der Jachenau – ihre „zweite Heimat“ gewesen, sagt sie.

Mit Freude habe sie später als Erwachsene immer nebenbei im Service in der Gastronomie gearbeitet, bis sie sich 2011 mit Hilfe ihres Mannes Georg Riesch (38) erstmals ihren großen Traum vom eigenen Lokal erfüllte: Das Paar übernahm eine Kleingaststätte, das Jachenauer Liftstüberl, und führte es seither neun Jahre lang jeweils im Winter.

Neuer Koch im Schützenhaus verbrachte acht Jahre in Neuseeland

Bevor sie sich nun zum nächsten Schritt, der Übernahme des „Jachenauer Schützenhauses“, entschloss, habe ihr aber noch etwas Wichtiges gefehlt: ein guter Küchenchef. Da war es eine glückliche Fügung, dass über Freunde der Kontakt zu Fabian Liebe (37) zustande kam. Der in Tölz aufgewachsene Koch hatte zuletzt acht Jahre in Neuseeland verbracht und dort als Küchenchef auf einem Weingut gearbeitet. Nach seiner Rückkehr arbeitete er in den „Lahnerstubn“ in Lenggries und zog in die Jachenau. Dorthin hatte mittlerweile seine Schwester eingeheiratet.

Hinter Martina Riesch stehen auch ihr Ehemann, von Beruf Heizungsbauer, der sich im „Schützenwirt“ um viele technische Belange kümmern wird, sowie die Töchter Laura (16) und Lea (13).

Speisekarte im Schützenhaus: Schwerpunkt auf regionalen Zutaten

Bei der Speisekarte setzen Riesch und Liebe auf das Prinzip „Weniger ist mehr“ – und vor allem auf regionale Zutaten. Dazu gehören etwa Milch aus der Pidinger Molkerei, Fleisch von hiesigen Höfen, vor Ort vom Metzger verarbeitet, und Jachenauer Wild. „Wir arbeiten mit der Offmühle in Sindelsdorf, der Nudelwerkstatt in Wackersberg, der Murnauer Kaffeerösterei und dem Jachenauer Dorfladen zusammen“, sagt Martina Riesch. Zu all dem passt ihr Leitspruch; „Im Dorf, mit’m Dorf und fürs Dorf.“

Der einzige Unsicherheitsfaktor ist angesichts der Corona-Krise aktuell freilich, ob der anvisierte Eröffnungstermin am 3. April einzuhalten ist. „Wir hoffen und beten, dass es klappt“, sagt Martina Riesch. Genaueres lasse sich im Moment aber nicht sagen.

Schützenhaus-Verpächter glücklich: „Wirtin, die zu uns passt“

Verpächter der Wirtschaft ist die Gemeinschaft von Schützengesellschaft, Skiclub, Trachtenverein und Tourismusverein. „Wir sind wirklich froh, dass wir nach dem Brandschaden wieder zuversichtlich in die Zukunft schauen können und eine Pächterin haben, die zu uns und dem Haus passt“, sagt Sepp Orterer als Sprecher der Vereine.

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Das „Schützenhaus“ sei eine Ausflugsgaststätte, und die Gäste erwarteten dort „etwas Bodenständiges, Authentisches“. Genau das erfüllen aus seiner Sicht Martina Riesch und Fabian Liebe. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir Betreiber aus der Jachenau gefunden haben.“

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Die Vereine hoffen nun, dass der jetzt abgeschlossene Pachtvertrag auch wieder von Dauer ist. Nachdem Florian und Michaela Durach das Lokal 2016 abgegeben hatten, blieben die Nachfolger nur je rund zwei Jahre. Mit den letzten Wirten, Emerson und Hans Pohl, sei man ohne Groll auseinandergegangen, sagt Orterer. Ihnen dankt er, dass sie nach dem Brand viele Aufgaben abgewickelt haben, und wünscht ihnen für ihre neue Wirkungsstätte alles Gute. Die Pohls übernehmen wie berichtet die „Post“ in Benediktbeuern. „Ich werde dort der erste Gast sein“, sagt Sepp Orterer.

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