Der Wasserfall am Talschluss lädt zum Pritscheln oder Steinmandl-Bauen ein - oder zum Rasten.
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Der Wasserfall am Talschluss lädt zum Pritscheln oder Steinmandl-Bauen ein - oder zum Rasten.

Oberlandtouren

Einfache Wanderung zum Wasserfall in die Jachenau

  • Kathrin Brack
    VonKathrin Brack
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Wegen der Corona-Krise wird in den Ferien vermehrt Urlaub daheim gemacht. Deshalb bieten wir in der Serie „Oberlandtouren“ Ausflugstipps zu Fuß oder per Rad – auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Heute: Eine leichte Wanderung mit viel Wasser - für Klein und Groß.

Jachenau – Es ist herrlich beruhigend, dieses sanfte Rauschen. Es beginnt, sobald man den Steg über die Kleine Laine hinter dem Jachenauer „Schützenhaus“ hinter sich gelassen hat. Und begleitet Wanderer immer wieder durch den dichten Wald und vorbei an sattgrünen Wiesen auf dem Steig entlang der Großen Laine bis zum Talschluss. Dort wartet das Ziel der gemütlichen Tour. „Wasserfall“ steht auf den Schildern am Wegesrand, weiter nichts. Dieses 30 Meter hohe Exemplar heißt auf offiziellen Karten zwar „Glasbach-Wasserfall“, braucht aber eigentlich keinen Namen. Schließlich ist er der einzige Wasserfall in der Gegend.

Erreichbar ist er auf bequem angelegten Wegen mit geringfügiger Steigung und oftmals großartiger Aussicht: Keine 200 Höhenmeter legt man bei dieser leichten Wanderung zurück, die ein Teilstück des Weges von der Jachenau zur Benediktenwand ist. Und trotzdem sieht man hier das Oberland in seiner ganzen Schönheit.

Immer dem Rauschen nach

Von der Mündungsklamm der Großen Laine verläuft der Weg beinahe eben durch den schattigen Bergwald und führt am Karwendelblick und den Brunnenmooswiesen vorbei an der Ascherwiese rechts auf eine breite Schotterstraße. Folgt man dieser, geht es erst in den Wald und dann weiter taleinwärts, bis man auf einem soliden Steg über das Geröllbett der Großen Laine zur Forststraße hinauf gelangt.

Schöne Möglichkeit zum Einkehren von Juni bis Oktober

Von dort spaziert man an der links liegenden Einmündung zur Rappinklamm vorbei weiter bis zur Lainlalm. Die liegt auf 907 Metern und serviert von Mitte Juni bis Mitte Oktober – außer dienstags, da ist Ruhetag – ausgezeichnete Kuchen und hofeigene Produkte. Wenn man direkt einen der begehrten Plätze an der Alm ergattern kann und bereit für eine Pause ist, bietet sich eine Rast an. Auch, weil man in der Nähe der Alm in der Wiese auf den alten Fundamentsteinen einer früheren Almhütte die versteinerten „Kuhtrittmuscheln“ bewundern kann. Diese Megalodonten stammen aus der Zeit der Trias vor 200 bis 230 Millionen Jahren.

Egal, ob man sich für eine sofortige Rast entscheidet oder erst auf dem Rückweg sein Glück versuchen möchte: Der richtige Weg führt rechts durchs Gatter und über die Wiese, und schnell macht sich das Ziel des Ausflugs akustisch bemerkbar. Mit einem Mal wird das sanfte Plätschern der Großen Laine vom Rauschen des Wasserfalls abgelöst. Nur noch etwa zehn Minuten sind es, bis der Wasserfall nach etwa anderthalb Stunden Gehzeit in Sicht ist.

Perfekt für Kinder und Erwachsene

Am Wasserfall kommen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen auf ihre Kosten. Während die Kleinen in den vorgelagerten Gumpen im seichten Wasser zwischen Felsen pritscheln und Steinmandl bauen, haben die Großen genügend Gelegenheit, sich auszuruhen. Oder die Natur zu bewundern, bevor es auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt der Tour geht.

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Am besten macht man die Wanderung übrigens nach ein paar Sommerregentagen, wenn die Bäche reichlich Wasser führen, aber keine Hochwassergefahr besteht. Dann staubt und schießt das Wasser kraftvoll über die Felsen, feinste Tröpfchen wehen einem schon aus sicherer Entfernung entgegen und legen sich als feiner Nebel kühl auf die Haut. Der namenlose Wasserfall ist an solchen Tagen sogar noch ein bisserl schöner anzusehen.

Der Weg zum Wasserfall führt durch Wälder und an Wiesen entlang

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