Auch am beliebten Wanderparkplatz am Schützenhaus kostet das Abstellen eines Pkw künftig 5 Euro pro Tag. Die ersten zwei Stunden werden aber frei sein, damit die Kirchgänger nichts bezahlen müssen.
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Auch am beliebten Wanderparkplatz am Schützenhaus kostet das Abstellen eines Pkw künftig 5 Euro pro Tag. Die ersten zwei Stunden werden aber frei sein, damit die Kirchgänger nichts bezahlen müssen.

Neue Gebührenordnung beschlossen

Parken in der Jachenau wird erneut teurer

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die Gemeinde Jachenau erhöht zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Gebühr auf den Wanderparkplätzen. Wurden dort bis 2020 noch 2 Euro pro Tag verlangt, werden es künftig 5 Euro sein.

Jachenau – Nicht nur am Walchensee, sondern im gesamten Gemeindegebiet regelt die Jachenau die Parkgebühren neu. Auf allen Wanderparkplätzen werden pro Tag künftig 5 Euro für Pkw beziehungsweise 10 Euro für Wohnmobile fällig. Die entsprechende Gebührenordnung hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde die Parkgebühr von 2 auf 4 Euro verdoppelt – nun folgt der nächste Schritt um einen weiteren Euro. In den umliegenden Gemeinden werde genauso viel verlangt, sagt Bürgermeister Klaus Rauchenberger gegenüber dem Tölzer Kurier.

Fischer wünschen sich Jahres-Parkkarte fürs Walchensee-Südufer

Am Walchensee-Südufer hingegen werden – zusätzlich zur Maut – erstmals Parkgebühren fällig. Dort pachtet die Gemeinde die dortigen Parkplätze von den Bayerischen Staatsforsten an und betriebt sie fortan selbst.

Er sei dazu von Fischern angesprochen worden, meldete sich Gemeinderat Josef Orterer zu Wort. Sie hätten angefragt, ob für sie nicht ein Dauerparkschein angeboten werden kann – analog zum Jahresticket, das es für die Maut gibt. Auch bei ihm seien zahlreiche solche Anfragen eingegangen, antwortete Bürgermeister Klaus Rauchenberger. Er warnte aber: „Wir müssen da vorsichtig sein.“

Bürgermeister der Jachenau bezeichnet Parkgebühr als „relativ moderat“

Er erinnerte daran, dass der Zugang zum Südufer künftig auf 1000 Fahrzeuge begrenzt sein wird – sie werden per Radar an den neuen Mautstationen zu beiden Seiten beim Ein- und Ausfahren gezählt. „Wenn wir jetzt lauter Jahreskarten verkaufen, dann brauchen wir bald gar keine anderen mehr durchlassen“, sagte Rauchenberger. Problematisch sei auch, dass Inhaber von Jahreskarten Anspruch auf einen freien Stellplatz erheben könnten – was man aber nicht immer garantieren könne.

Er habe nichts gegen die Fischer, betonte Rauchenberger. Aber danach könnten auch Taucher oder andere regelmäßige Seebesucher Dauerparkkarten verlangen. Den Preis des Parktickets bezeichnete der Bürgermeister als ohnehin „relativ moderat“.

Auch Gemeinderätin Eugenie Grünwald sprach sich gegen Ausnahmeregeln aus. „Es war klar, dass es einen Aufschrei geben wird“, stellte sie fest. „Aber es hat einen Grund, warum wir es so machen. Da können wir nicht jetzt schon anfangen, das Ganze aufzuweichen.“ Das sah Georg Kohlhauf genauso.

Parken am Schützenhaus in den ersten zwei Stunden frei

Eine Diskussion gab es im Gemeinderat auch zum Parkplatz am Schützenhaus. Hier ging es um die Frage, ob und wie man Kirchgängern zwei Stunden Gratis-Parken ermöglichen kann. Von der Einführung eines kostenfreies Zwei-Stunden-Tickets hätten ihm Polizei und die Parküberwacher vom Tölzer Zweckverband abgeraten, sagte Rauchenberger. Das sei zu schwer zu kontrollieren. Sympathischer war ihm da die Variante, den Fahrzeughaltern zu erlauben, nach Parkscheibe zwei Stunden frei zu parken. Aber auch da sah der Bürgermeister Probleme: Gerade Wohnmobilisten, die sich im Fahrzeug aufhalten, könnten die Parkscheibe ja einfach alle zwei Stunden weiterdrehen.

„So etwas würde doch auffallen“, entgegnete Orterer. Wohnmobilisten seien auch nur in den seltensten Fällen Kurzzeitparker. Für die Kirchgänger, die nach Corona auch von auswärts wieder St. Nikolaus ansteuern würden, brauche es aber auf jeden Fall „eine legale Möglichkeit, kostenlos zu parken“. Was dabei schwer zu kontrollieren sei, das wollte auch Kohlhauf nicht einleuchten. Andreas Demmel und Josef Danner plädierten dafür, die Lage in der Anfangszeit zu beobachten und nachzujustieren, falls man Missbrauch feststelle. Gegen die Stimmen von Rauchenberger und Eugenie Grünwald beschloss der Gemeinderat, zwei Stunden freies Parken nach Parkscheibe zu erlauben.

Fällig werden die erhöhten Parkgebühren, sobald die bestehenden Parkautomaten umprogrammiert sind beziehungsweise die neuen Parkautomaten am Walchensee (siehe Kasten) stehen. Mit letzteren rechnet Rauchenberger nicht vor Juni.

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