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Engstelle im Dorfzentrum : Um diese zu entschärfen, wünscht sich ein Bürger Tempo 30.

Tempo 30 für Jachenau-Dorf beantragt

Parker und Raser: In der Dorfmitte wird’s eng

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Speziell am Wochenende rollt jede Menge Verkehr durch die Jachenau – so viel und vor allem so schnell, dass die Sicherheit leidet: So begründete jetzt ein Jachenauer Bürger seinen Antrag, im Ortsbereich von Dorf ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern einzuführen.

Jachenau – Der Gemeinderat zeigte sich in seiner jüngsten Sitzung offen für das Anliegen, will das Thema aber im Gesamtzusammenhang der Dorfentwicklung weiterverfolgen.

Bürgermeister Georg Riesch verlas im Gemeinderat einen Brief des Antragstellers. Der Einwohner des Dorfs schildert, wie in den vergangenen Jahren der „Druck der Erholungsuchenden“ zugenommen habe und sich die Staatsstraße 2072 zu einer „Hauptverkehrsader“ in Richtung Walchensee und Berge entwickelt habe. Auf dem Weg zum Freizeitvergnügen haben es offenbar viele Autofahrer eilig – zumindest ist laut dem Bürger zu beobachten, dass auch innerhalb der geschlossenen Ortschaft gerast wird. „Es kommt immer öfter zu Beinahe-Unfällen.“ Die Einführung eines Tempolimits auf 30 „würde dazu beitragen, die Situation zu entschärfen“, findet der Bürger. Vor allem werde es „leichter und sicherer, die Straße zu überqueren“. Außerdem erhofft er sich eine Lärmreduzierung.

Riesch bezeichnete das Anliegen als berechtigt und „guten Anstoß“. Der Bürgermeister: „Jeder kennt die Situation am Samstag und Sonntag – auch wie zugeparkt es dann ist. Der Gehsteig wird dann als Parkplatz benutzt.“ Ins selbe Horn stieß Gemeinderat Peter Krauß, der als Inhaber des Dorfladens die Verkehrssituation täglich aus nächster Nähe miterlebt. Wegen der geparkten Autos müssten Passanten, besonders mit Kinderwagen oder Rollstuhl, oft auf die Straße ausweichen. Überhaupt habe Dorf als Jachenauer Ortskern eine Vielzahl von Funktionen, sei es im Vereinsleben oder bei Jahrtagen. Und wenn demnächst die Gemeindeverwaltung in die „Post“ ziehe, herrsche dort noch mehr Verkehr.

Riesch gab aber auch zu bedenken: „Eine Begrenzung hilft wenig, wenn sie nicht überwacht wird.“ 2. Bürgermeister Klaus Rauchenberger stimmte zu: „Wenn, dann musst du auch blitzen.“ Grundsätzlich aber sei er „gegen eine Totregulierung“. Es handle sich um einen Ortsbereich und somit gelte ohnehin ein Tempolimit von 50. „Normal müsste es das tun.“

Im Gesamtkontext wollte Riesch das Thema betrachten. Bekanntlich hat sich die Jachenau vorgenommen den Ortsteil Dorf als Gemeindemittelpunkt zu stärken und ist mit dem Projekt auch ins staatliche Städtebauförderprogramm aufgenommen worden. Eines der Themen auf der Agenda ist dabei, die Durchlässigkeit für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Dass es im Dorf mit seiner S-Kurve ganz schön eng werden kann und auch der Gehweg sehr schmal ist: Diese Probleme sind erkannt. „Wir werden uns für die Straßenplanung auch mit Experten zusammensetzen müssen“, sagte Riesch. „Wir brauchen keine Experten, wir brauchen Parkplätze“, entgegnete Rauchenberger. Der Bürgermeister stimmte zu, dass es wichtig sei, die Parkplatz-Situation zu „entzerren“ und Parkplätze aus dem Dorf hinaus zu bekommen. Ein erster Ansatz dazu sei, dass der Raiffeisen-Parkplatz als Alternative immer besser angenommen werde.

In jedem Fall sei ein „Gesamtkonzept“ nötig. „Mit Tempo 30 allein ist es nicht getan.“ Er versprach: „Wir werden an einer vernünftigen Lösung arbeiten. Der Antrag verschwindet nicht in der Schublade.“

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