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Im Jachenauer Kindergarten fängt am 1. April eine neuen Kinderpflegerin an. Das heißt aber nicht, dass alle Personalprobleme gelöst wären. 

Gemeinderat

Personalnot in Kindergärten: Neuartiger Vorschlag aus  Jachenau

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Kindergärten tun sich oft schwer, genug Personal zu finden und alle Zeiten abzudecken. Georg Riesch, Bürgermeister der Jachenau, will nun neue Wege einschlagen.

Jachenau – Die Suche nach Fachpersonal für Kindergärten gestaltet sich oft schwierig. Das musste zuletzt auch die Gemeinde Jachenau erfahren, die Verstärkung für ihre Betreuungseinrichtung benötigte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung nun vermeldete Bürgermeister Georg Riesch: „Wir sind fündig geworden.“ Doch über den akuten Engpass hinaus hat sich Riesch Gedanken gemacht, wie sich die Personallage in den Kindergärten verbessern ließe. Seine Idee: eine Art gemeinsame Mobile Reserve für mehrere gemeindliche Kitas im Isarwinkel.

Er habe den Vorschlag schon mit einigen Bürgermeister-Kollegen besprochen, sagte Riesch. „Jeder wäre begeistert und fände es gut, wenn wir das hinkriegen“, so der Jachenauer Rathauschef. In den Kindergärten gebe es immer wieder Lücken im Personalplan, die es kurzfristig auszugleichen gelte. Krankheitsfälle, Schwangerschaften von Mitarbeiterinnen, oder Teilzeit-Puzzle, die nicht ganz zusammenpassen: In solchen Fällen sei es häufig schwierig, eine Vertretung oder ergänzende Kraft zu finden.

Jachenauer Bürgermeister schlägt Mobile Reserve für Kindergärten vor

In der Jachenau ist es laut Riesch aktuell zum Beispiel so, dass die Gemeinde zwar eine Kinderpflegerin gefunden hat, die am 1. April anfängt. Doch noch immer bleibt eine 20-Prozent-Stelle frei, also für einen Tag pro Woche, eventuell auch für zwei, wenn eine andere Mitarbeiterin von vier auf drei Tage reduziert. Doch da die passende Bewerberin zu finden, die genau in diesem Umfang arbeiten möchte, ist kompliziert. Auch in solchen Fällen könnte eine „Springerin“ nach Rieschs Vorstellung eingesetzt werden.

Gemeinderat Korbinian Oswald fragte nach, ob auch Urlaubsvertretungen denkbar seien. Riesch fände das jedenfalls gut. „Denn jetzt können die Mitarbeiterinnen praktisch nur Urlaub machen, wenn es im Kindergarten Schließtage gibt. Wenn sich Ersatz organisieren ließe, dann könnten sie bei Bedarf auch an anderen Tagen einen freien Tag haben.“

Für Beschäftigung einer „Springerin“ sollen mehrere Kommunen zusammenarbeiten

Nach seiner Ansicht wäre eine Tätigkeit als Mobile Reserve für die Arbeitnehmerin ebenfalls interessant. „Sie würde sehr viel sehen und kennenlernen, wie es in verschiedenen Einrichtungen läuft.“

Insgesamt stehe der Gedanke aber noch am Anfang, schränkte der Bürgermeister ein. „Einige Punkte sind noch abzuklären.“ Zum Beispiel: Welche Gemeinde stellt die Mobile Reserve an? Wie werden die Kosten aufgeteilt – und die staatlichen Zuschüsse, die es dafür gibt?

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Davon abgesehen sieht Riesch aber auch den Staat in der Pflicht. Die Ausbildung zur Kinderpflegerin müsse attraktiver werden, die Bezahlung besser, die Dauer von fünf Jahren kürzer.

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Dass Kita-Träger in die Bredouille kommen können, wenn sie auf dem leergefegten Arbeitsmarkt keine Fachkräfte bekommen, zeigt ebenfalls das Beispiel der Jachenau. Wie Riesch berichtete, habe es längere Gespräche mit der Kindergartenaufsicht gegeben. Denn wegen Nicht-Erfüllung des Personalschlüssel drohte die Gemeinde staatliche Fördergelder zu verlieren. Für die zwei Gruppen seien zwei Kinderpflegerinnen vorgeschrieben, so Riesch.

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Doch die Aufsichtsbehörde akzeptiere die Arbeit mit nur einer Fachkraft für eine Übergangszeit – auch weil es sich um einen offenen Kindergarten handle, in dem die zwei Gruppen nicht voneinander getrennt seien.

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