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Radweg Lenggries-Jachenau: Zum Spatenstich kommt sogar Ilse Aigner

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Von: Andreas Steppan

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Viele packen mit an: Uwe Fritsch (Chef Staatliches Bauamt), Florian Beck und Christoph Willibald (Firma Willibald), Landrat Josef Niedermaier, Ministerin Ilse Aigner, die Bürgermeister Werner Weindl und Georg Riesch, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Planer Wolfgang Heubeck beim Spatenstich für den Radweg Lenggries-Jachenau. © arp

Nach Jahrzehnten der Diskussionen und Planungen sind die Gemeinden Jachenau und Lenggries dem Ziel ganz nah: Jetzt wird der Radweg zwischen den Gemeinden gebaut. Zum ersten Spatenstich am Freitag kam sogar Bauministerin Ilse Aigner.

Jachenau – Für den Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch war es mehr als nur ein Spatenstich: Als „Meilenstein“ bezeichnete er am Freitagnachmittag die Feierstunde, mit der vor dem Café Dannerer symbolisch der Auftakt zum Bau des Radwegs Lenggries-Jachenau begangen wurde. Auch sein Lenggrieser Amtskollege Werner Weindl stellte heraus, dass beide Gemeinden „jahrzehntelang auf diesen Tag hingearbeitet“ hätten: „Wir haben uns schon oft gefragt, ob wir das noch erleben – nicht nur dienstlich, auch biologisch.“

Die überregionale Bedeutung des Ereignisses zeigte der Besuch der bayerischen Bauministerin Ilse Aigner (CSU). Mit einer Länge von zwölf Kilometern – der erste Bauabschnitt vom Rehgraben bis Jachenau-Raut umfasst vier Kilometer – handle es sich um „ein großes Projekt“. Und der Freistaat steuere mit 1,8 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt „eine gewaltige Summe“ bei. Wie berichtet hatten sich die Gemeinden und der Freistaat auf diesen Kompromiss geeinigt: Lenggries und Jachenau übernehmen den Grunderwerb und die Planung, der Staat bezahlt die Baukosten. „Hätten wir, wie es einmal vorgesehen war, 30 bis 40 Prozent selbst zahlen müssen, dann hätten wir ganz schön alt ausgesehen“, stellte Riesch fest. Auch Weindl sprach von einer „guten Lösung“. Seine Gemeinde habe nun 130.000 Euro ausgeben müssen. Beide Bürgermeister hoben hervor, dass erst die Bereitschaft der Grundbesitzer die Umsetzung ermöglicht habe.

Der Radweg sei bedeutsam für die „touristische Infrastruktur“, aber auch „fürs Alltagsradeln“, sagte Aigner. Als langjährige Wahlkreis-Abgeordnete im Bundestag kenne sie die Gegend sehr gut und wisse, „dass es gerade bei Ausflugsverkehr eine Herausforderung werden kann, hier mit dem Fahrrad von A nach B zu kommen“.

Dank des Radwegs könnten sich „unsere Kinder und Enkel, aber auch die älteren Leute wieder sicher mit dem Rad durchs Tal bewegen“, bestätigte Riesch. Gerade im Bereich des ersten Bauabschnitts hätten Radler bislang „überhaupt keine Alternativen, abseits der Staatsstraße weiterzukommen“ – und die sei „eng“, und es werde „nicht gerade mit niedrigen Geschwindigkeiten gefahren“, ergänzte Weindl. Darüber hinaus bezeichnete der Lenggrieser den Fahrradweg als „großes Signal an die Bevölkerung“, da eine Verbindung von Isarwinkel ins Walchenseegebiet und ins Werdenfelser Land geschaffen werde.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin nutzte den Termin zu einem Seitenhieb gegen das – mittlerweile gestoppte – Volksbegehren zur Eindämmung des Flächenverbrauchs. Flächenverbrauch gebe es nicht nur für neue Gewerbegebiete, sondern eben auch beim Radwegebau. Ginge es nach dem Volksbegehren, „dürfte die Jachenau in den nächsten Jahren gar nichts mehr bauen“, sagte Aigner und befand: „Es wäre schade, wenn so ein Projekt deshalb scheitern würde.“

Riesch wiederum ergriff die Gunst der Stunde, um dafür zu werben, dass der Freistaat auch für den nächsten Bauabschnitt bis Niggeln, durch den Schule, Kindergarten und Sportplatz angebunden werden, die Mittel freigibt, sodass kommendes Jahr gebaut werden kann. (Lesen Sie dazu auch: Jachenauer Vision: Ein Radweg über dem Wasser). „Und es wäre recht, wenn Sie einen Topf finden, um die Asphaltdecke der Staatsstraße in die Jachenau zu erneuern.“

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