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Der neue Jachenauer Radweg neben der Staatsstraße  2072 ist bereits asphaltiert. Das Teilstück soll Ende Oktober für den Verkehr freigegeben werden.

Bauabschnitt fast fertig

Radweg: Fortsetzung ungewiss

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Der Radweg soll die Lücke zwischen Jachenau und Lenggries schließen. Jetzt ist der erste Bauabschnitt fast fertig - aber wann es weitergeht, steht in den Sternen.

Jachenau – Es ist ein Projekt, auf das die Gemeinden Lenggries und Jachenau viele Jahre hingearbeitet haben und das seit dem Spatenstich vor einem Jahr konkrete Gestalt annimmt. Aktuell gibt es zum Radwegbau zwischen den beiden Gemeinden gute und weniger gute Nachrichten. Positiv: Das erste Teilstück soll Ende Oktober für den Verkehr freigegeben werden. Probleme gibt es dagegen weiterhin bei der Planung des zweiten Teilstücks. Der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch ist sich mittlerweile nicht mehr sicher, ob es überhaupt gebaut werden kann.

Bei der Erstellung des Radwegs sind die Aufgaben wie berichtet klar verteilt: Die Gemeinden planen, der Freistaat baut. Dies tut er seit einiger Zeit auf dem ersten, vier Kilometer langen Teilstück vom Rehgraben bis Jachenau-Raut und ist dabei schon weit gekommen. Nach Auskunft von Martin Herda, für den Landkreis zuständiger Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Weilheim, sind für diesen Monat sowie Anfang bis Mitte Oktober die letzten Asphaltierungsarbeiten geplant. „Sofern die Witterung uns keinen Strich durch die Rechnung macht“, sagt Herda, „können wir den Radweg Ende Oktober fertigstellen und für den Verkehr freigeben.“ Auf einigen asphaltierten Teilstücken sind sogar schon immer wieder Radfahrer zu sehen. Zum jetzigen Zeitpunkt rät Bürgermeister Riesch allerdings noch von der Benutzung des Radwegs ab. Solange die Bankette noch nicht fertig seien, bestehe Unfallgefahr, für die nicht gehaftet werden könne.

Während Teil eins des Projekts sich dem glücklichen Abschluss nähert, hakt es beim nächsten Bauabschnitt schon seit Monaten. Bei den Grundstücksverhandlungen für das anschließende Teilstück bis Niggeln ist noch immer kein Fortschritt zu verzeichnen, wie Riesch auf Anfrage einräumen muss. Er sei in dieser Frage mittlerweile mit seinem Latein am Ende.

In der Prüfung sei deswegen weiterhin eine alternative Planung: nämlich der Bau auf einer Auskragung an der Jachen, sodass der Radweg auf einem vom Ufer aus vorspringenden Streifen über dem Bach verläuft. „Ich erwarte demnächst die Aussage der zuständigen Behörden, ob diese Variante überhaupt weiterverfolgt werden sollte“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Unklar ist demzufolge, ob der Freistatt die deutlich höheren Kosten dieser Art des Bauens tragen würde. Auch die möglichen Auswirkungen auf Überschwemmungsgebiete, das Ausmaß des Eingriffs in die Natur und gegebenenfalls zu leistende Ausgleichsmaßnahmen sind noch zu durchdenken.

Auch wenn der Radweg über dem Wasser ganz offensichtlich nicht seine Lieblingsvariante ist und die Umsetzung ungewiss: Noch Alternativen zu finden, sei im jetzigen Stadium „sehr schwierig“, sagt Riesch, betont aber auch: „Ich bin der letzte, der resigniert.“ Denn speziell das fragliche Teilstück sei als Anbindung zu Schule und Sportplatz für die Sicherheit der Bürger, speziell der Kinder, besonders wichtig. „Vielleicht haben ja andere noch bessere Ideen – zum Beispiel mein Nachfolger“, meint der Rathauschef, der wie berichtet angekündigt hat, bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr anzutreten.

Der Landkreis hat erst im Juli über Möglichkeiten gesprochen, die Strukturen für Radeln im Alltag zu verbessern. Hierfür könnte es sogar Fördermittel geben. An vielen Stellen ist der Bau neuer Radwege hingegen schwierig. Gerade die Verhandlungen mit Grundeigentümer stellen sichals nicht immer einfach heraus.

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