Der erste Abschnitt des Radwegs zwischen Lenggries und der Jachenau ist seit 2019 fertig. Nun soll Richtung Leger weitergebaut werden. 
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Der erste Abschnitt des Radwegs zwischen Lenggries und der Jachenau ist seit 2019 fertig. Nun soll Richtung Leger weitergebaut werden. 

Gemeinderat 

Radwegbau Richtung Leger

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Nach jahrelanger Diskussion wurde im Herbst 2019 das erste Teilstück des Radwegs in die Jachenau eingeweiht. Nun plant die Gemeinde Lenggries die Verlängerung bis zum Ortsteil Leger.

Jachenau/Lenggries – Die Gemeinden Jachenau und Lenggries haben beim Bau des straßenbegleitenden Radwegs einen langen Atem bewiesen. Ewig und drei Tage ging nichts vorwärts, bis die beiden Kommunen das Ganze selbst in die Hand nahmen. Der Kompromiss: Lenggries und Jachenau übernahmen den Grunderwerb und die Planung, der Staat bezahlte die Baukosten. Im August 2018 erfolgte dann endlich der Spatenstich für das erste Teilstück zwischen der Einfahrt zum Rehgraben und dem Jachenauer Ortsteil Raut. Bis Herbst 2019 wurde an dem vier Kilometer langen Weg gebaut. 1,8 Millionen Euro gab der Freistaat dafür aus.

Vorentwurf im Gemeinderat vorgelegt 

Nun soll der Weiterbau in Richtung Leger erfolgen. Den entsprechenden Vorentwurf stellte Karl Ertl vom Technischen Bauamt dem Lenggrieser Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor. In einem ersten Schritt seien Vermessungsleistungen durchgeführt und alle Grundstückseigentümer darüber informiert worden, so Ertl. Derzeit müssen Radler einen weiten Umweg von Leger bis zum Anschluss an den bestehenden Radweg in Kauf nehmen, wenn sie nicht auf der Staatsstraße 2072 fahren wollen. Die neue Trasse soll direkt an der Straße entlang führen. „Der Weg soll 2,50 Meter breit werden – analog zum ersten Abschnitt“, sagte Ertl. An einigen Stellen gibt es allerdings noch Unwägbarkeiten. Beispielsweise verläuft in einem Teilbereich eine Flutmulde parallel zur Straße. Dort müsse man sich überlegen, ob man den Weg jenseits der Flutmulde entlangführe, „was einen hohen Flächenverbrauch bedeutet“, so Ertl. Alternativ könnte man Winkelsteine neben der Fahrbahn setzen und den Radweg so quasi anbauen.

Verhandlungen mit Grundstückseigentümern stehen an 

Je nach endgültiger Trassenführung müsste die Gemeinde mit etwa 25 Grundstückseigentümern verhandeln. „Gibt es keine Trasse mit weniger Beteiligten?“, fragte Markus Ertl (FWG) mit Blick auf die oft schwierigen Verhandlungen. Karl Ertl war skeptisch. Letztlich würden alle anderen Trassen an naturschutzfachlichen Belangen scheitern. „Das einfachste ist, ihn straßenbegleitend zu bauen.“ Und es sei auch die sinnvollste Lösung, ergänzte FWG-Fraktionschef Günter Haubner. „Natürlich wissen wir nicht, wie sich die Grundstückseigentümer dazu stellen, aber es ist das einzig Gangbare.“ Das sehe man schon am ersten gebauten Teilstück. „Der Radlweg ist wirklich eine Supersache“, so Haubner.

Einstimmiger Beschluss für straßenbegleitenden Vorentwurf 

Der Lenggrieser Gemeinderat beschloss einstimmig, am straßenbegleitenden Vorentwurf festzuhalten. Jetzt wird in die genaueren Planungen eingestiegen. Was mit dem dann noch fehlenden Teilabschnitt auf Jachenauer Flur ist, ist moment offen. Die Planungen ab Niggeln sind kompliziert. Nachdem Grundstücksverhandlungen offenbar nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben, prüft die Gemeinde Jachenau die Möglichkeit, auf einem Teilstück das Bachbett der Jachen ein wenig zu verlegen, um den Radweg daneben platzieren zu können. Ob dies Aussicht auf Genehmigung hat, sei aber ungewiss, hieß es in der Aprilsitzung des Jachenauer Gemeinderats.

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