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Die Raiffeisenbank-Geschäftsstelle in der Jachenau schließt Ende Juli. Beratungsgespräche sollen ab Herbst im neuen Rathaus im ehemaligen Gasthof Post stattfinden.

Raiffeisenbank Tölzer Land schließt drei Geschäftsstellen, berät aber mehr

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Jachenau - Die Raiffeisenbank Tölzer Land schließt ihre Geschäftsstellen in der Jachenau, Deining und Lochen. Zumindest in der Jachenau müssen die Bürger künftig aber nicht ganz auf ihre Bank verzichten: Im neuen Rathaus sollen Beratungsgespräche stattfinden. Und wer schlecht zu Fuß ist, kann sich künftig Bargeld  nach Hause liefern lassen.

Das Kundenverhalten habe sich einfach verändert, sagte Raiffeisenbank-Vorstandsvorsitzender Hansjörg Hegele gestern in einem Pressegespräch. Viele nutzen mittlerweile Online- oder Telefonbanking, den Weg in die Filiale schlagen immer weniger Menschen ein. „Geschäftsstellen wie in der Jachenau werden dauerhaft nicht zu halten sein.“

Eineinhalb Tage pro Woche war die Niederlassung bislang besetzt. Angeboten wurden reine Serviceleistungen – beispielsweise das Einzahlen von Geld oder das Abgeben einer Überweisung, erklärte Vorstandsmitglied Manfred Gasteiger. Wer ein Beratungsgespräch wollte, musste bislang nach Lenggries fahren. Und genau das wird sich nach der Schließung der Geschäftsstelle kurioserweise ändern. „Gerade jetzt in der Niedrigzinsphase ist der Beratungsbedarf unserer Kunden groß“, so Gasteiger.

Da trifft es sich gut, dass die Gemeinde Jachenau das ehemalige Gasthaus Post gekauft hat und gerade zum neuen Rathaus mit Gästeinformation umbaut. Dort wird sich die Raiffeisenbank stundenweise einmieten, um Kundenberatungen anzubieten. Auch der Geldautomat wird dorthin umziehen, sobald der Umbau des Gebäudes abgeschlossen ist. Der neue Standort sei wesentlich zentraler als der bisherige, betonte Gasteiger. Auch Bürgermeister Georg Riesch sieht darin eine Stärkung der Ortsmitte und eine „Aufwertung des neuen Behördengebäudes“. Natürlich sei es nach der Schließung des Raiffeisenlagerhauses schade, dass nun auch die Geschäftsstelle aufgegeben werde, ergänzte der Rathauschef. Er sei aber froh, „dass sich nun die Lösung mit der ,Post‘ gefunden hat“.

Die Planungen für die Umgestaltung des ehemaligen Gasthauses laufen. „Die Unterlagen liegen seit vier Wochen im Landratsamt“, sagte Bürgermeister Georg Riesch. Noch fehle aber das Brandschutzkonzept. In der kommenden Woche gebe es aber einen Termin, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Unter Umständen schon im Herbst könnten die Räume bezugsfertig sein.

Heimlieferservice für Bargeld

Bis Ende Juli wird die Geschäftsstelle in der Jachenau noch geöffnet haben. Zeitgleich schließen auch die Geschäftsstellen in Deining und Lochen. Auch diese sind nur eineinhalb Tage geöffnet. Deining hat nur derzeit erweiterte Zeiten, weil die Geschäftsstelle in Egling umgebaut wird. Die Schließung sei aber kein Trend, der sich fortsetzen werde, betonte Gasteiger. Tatsächlich werde die Raiffeisenbank eine neue in Nord und Süd aufgeteilte Regionalmarktstruktur einführen. Bislang gebe es einige Angebote – beispielsweise die Kreditberatung – nur in Bad Tölz und Lenggries, erklärte Hegele. Künftig wolle man diese Kompetenzen wieder dezentraler verteilen und auch in Egling und Dietramszell die komplette Palette anbieten. Die drei Teilzeitkräfte, die bislang in der Jachenau, in Deining und Lochen arbeiten, werden an anderer Stelle eingesetzt, so Hegele. Insgesamt beschäftigt die Raiffeisenbank Tölzer Land derzeit 110 Mitarbeiter im Bank- und 60 im Warenbereich.

Und noch etwas Neues gibt es ab August für Raiba-Kunden im Landkreis: Wer nicht mehr mobil ist und daher nicht selbst zum Geldautomaten kommt, kann dann den Bargeldheimlieferdienst anfordern. „Nach Bestellung bringt ein Bote das Geld innerhalb von 48 Stunden kostenlos zu Ihnen nach Hause“, erläuterte Gasteiger. „Das ist ein toller Service.“

Gemeinde Jachenau kauft Raiffeisenbank-Gebäude

 

Was wird eigentlich aus dem Jachenauer Gebäude, in dem die Raiffeisenbank-Geschäftsstelle bislang untergebracht ist? Auch diese Frage wurde im Pressegespräch am Donnerstagvormittag beantwortet. Die Gemeinde Jachenau hat das 1600 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude von der Raiffeisenbank gekauft. „Zu einem sehr fairen Preis“, betont Vorstandsmitglied Manfred Gasteiger. Eine genaue Zahl möchten weder er noch Bürgermeister Georg Riesch nennen. „Besitzübergang ist ja erst Ende September“, so der Rathauschef. Die Gemeinde sei jedenfalls dankbar, dass die Bank das Gebäude zuerst der Kommune und nicht direkt auf dem freien Markt angeboten habe, ergänzte Zweiter Bürgermeister Nikolaus Rauchenberger. „Uns ist damit sehr geholfen.“

Die ehemaligen Räume des Lagerhauses werden derzeit vom Getränkemarkt und dem benachbarten Autohändler genutzt. Eine Wohnung ist vermietet. Daran werde sich auch nichts ändern. „Wir haben die bestehenden Verträge mit übernommen“, sagt Riesch. Was mittelfristig auf dem Gelände entstehen soll, sei noch offen. „Aber unser Feuerwehrhaus in der Ortsmitte platzt aus allen Nähten. Ein Fahrzeug ist schon ausgelagert.“ Hier könnte man über einen Neubau an anderer Stelle nachdenken.  

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