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Das Raiffeisengebäude gehört nun der Gemeinde Jachenau. Nach einer ersten Idee ließe sich dort das Feuerwehrhaus einrichten.

Raiffeisengebäude

Schlauchrollen statt Kontoauszüge?

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Jachenau - Aus Bank wird Feuerwehr: Nach dem Kauf des Raiffeisengebäudes durch die Gemeinde Jachenau gibt es Ideen für die Nutzung als Feuerwehrhaus.

Die Gemeinde Jachenau verfügt über eine weitere Immobilie, für die sie sich nun einen Verwendungszweck überlegen muss. Dass aus dem jetzigen Raiffeisen-Gebäude künftig das neue Feuerwehrhaus wird, ist noch nicht ausgemacht, sondern bislang nur eine Option. Das machte Bürgermeister Georg Riesch in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich.

„Es waren schwierige Verhandlungen, bis es soweit war“, berichtete Riesch vom Kauf des Hauses. Die Bank habe dabei die Eigenleistungen der örtlichen Genossen beim Bau „honoriert“ und deshalb der Gemeinde das Gebäude verkauft, ohne es öffentlich auszuschreiben.

„Jetzt geht es um die Entwicklung“, erklärte Riesch. Das Gebäude zur neuen Heimat der Jachenauer Feuerwehr umzufunktionieren, sei bislang nicht mehr als eine Idee. „Es ist nichts fix“, betonte Riesch. Der erste Schritt sei nun eine Bestandserhebung der Feuerwehr. Was braucht sie, was hat sie, wie wird sie sich in den kommenden Jahren entwickeln? „Dann wird man schauen, dass man den Platz findet, wo alles passt“, sagte Riesch.

Fest steht: Das althergebrachte Feuerwehrhaus im Ortsteil Dorf „platzt aus allen Nähten“, wie Kommandant Andreas Demmel auf Rückfrage des Tölzer Kurier erklärt. Das Hauptproblem: Die Feuerwehr hat drei Fahrzeuge – es gibt aber lediglich zwei Stellplätze. Das dritte Fahrzeug ist deswegen in eine kleine Garage etwa 50 Meter weiter ausgelagert. Als „nicht optimal“ bezeichnet das Demmel. Tatsächlich können wertvolle Sekunden verloren gehen, wenn die Einsatzkräfte im Notfall erst ein Stück laufen müssen, um das dritte Fahrzeug zu holen. Was laut Demmel zunächst als „Übergangslösung“ gedacht war, dauert nun schon eine Weile an. „Außerdem steht uns kein einziger Parkplatz zur Verfügung“, nennt Demmel ein weiteres Manko des alten Feuerwehrhauses, das zuletzt Anfang der 1990er-Jahre erweitert wurde.

Eine Lösung muss also dringend her. Demmel ist dabei für alles offen: Ob es nun ein Ausbau des jetzigen Feuerwehrhauses ist, ein Neubau an anderer Stelle oder eine Umfunktionierung des Raiffeisengebäudes. Die Feuerwehr werde nun ihre Hausaufgaben machen und ihre Perspektiven und Bedürfnisse darlegen. „Das müssen wir auch mit der Landkreis-Führung abstimmen“, sagt der Kommandant. Schließlich geht es auch um die Aufgabenverteilung mit den Nachbarwehren. Zudem wolle man sich nach den Erfahrungen der Benediktbeurer Wehr erkundigen. Dort wird bekanntlich ebenfalls gerade ein Feuerwehrhaus gebaut.

Allgemein stellt Demmel fest, dass die Aufgaben der Feuerwehr immer umfangreicher werden. Zum einen hätten die Bürger eine geringere Hemmschwelle, einen Alarm abzusetzen. „Manche rufen schon die Feuerwehr, wenn nur ein Ast auf der Straße liegt“, sagt Demmel. „Auf dem Land ist das allerdings weniger verbreitet.“ Daneben hätten die ehrenamtlichen Helfer auch immer mehr bürokratische Auflagen zu erfüllen. Die Jachenauer Feuerwehr verfügt laut dem Kommandanten aktuell über 73 Aktive, zehn davon sind Frauen.

Was das Raiffeisengebäude angeht, so gibt es laut Riesch „keinen Zeitdruck“. Man werde alles genau durchdenken und auch mit den Nachbarn abstimmen. Abzuklären gelte es auch, ob in der Jachenau Mietwohnungen gebraucht werden – auch das sei eine Option. „Und von der finanziellen Seite wäre es recht, wenn Einnahmen reinkommen.“

Zweiter Bürgermeister Nikolaus Rauchenberger stellte noch einmal klar, dass sich an den bestehenden Mietverhältnissen für eine Wohnung sowie das ehemalige Lagerhaus nichts ändere. „Die Pächter und Mieter werden in die Planungen miteinbezogen“, sagte er.

Wie berichtet, wird die Raiffeisenbank ihre Jachenauer Geschäftsstelle Ende Juli schließen. Der Geldautomat bleibt solange im jetzigen Gebäude stehen, bis die Gemeinde die „Post“ fertig umgebaut hat und der Automat dort aufgestellt werden kann.

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